Die Lei­den des VfB Stuttgart

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

äbe es den VfB Stuttgart nicht, man müss­te ihn er­fin­den. Es ist ein tol­ler Fuß­ball­klub, vol­ler Dra­ma und Leid. Üb­li­cher­wei­se ret­tet er sich im Mai um Haa­res­brei­te vor dem Ab­stieg (von Jah­ren, in de­nen er zu­fäl­lig Meis­ter wird, ein­mal ab­ge­se­hen). Im Ju­ni ver­kün­det er dann vol­ler Eu­pho­rie, mit neu­em Per­so­nal, neu­em Trai­ner und neu­er Phi­lo­so­phie wer­de al­les an­ders, ehe er im Herbst den Trai­ner ent­lässt, No­te­in­käu­fe tä­tigt und sich im Mai um Haa­res­brei­te vor dem Ab­stieg ret­tet. So war das 2015, als erst wie ge­wohnt Huub Ste­vens den Feu­er­wehr­mann spiel­te, dann Alex­an­der Zor­ni­ger kam, al­ler­dings et­was glück­los blieb und schließ­lich Jür­gen Kram­ny ein­sprang. Ob er den VfB ret­tet? Na­tür­lich. Aber im Herbst 2016 wird al­les wie­der von vorn los­ge­hen.

Der VfB ist ein Si­sy­phos-Ver­ein. Er rollt ger­ne St­ei­ne auf ei­nen Berg, ver­stol­pert sie dann und muss von Neu­em an­fan­gen. War­um das so ist? Nun, der Psy­cho­lo­ge Carl Gus­tav Jung wür­de sa­gen, weil der Klub sei­nen Schat­ten nicht er­kennt, sei­ne Schwä­chen ver­drängt, statt sie zu ak­zep­tie­ren und zu ler­nen. Ei­gent­lich lie­gen die Schat­ten des VfB auf der Hand. Sein Scou­ting ist zweit­klas­sig, sei­ne Ab­wehr, und sei sie noch so schlecht, wird nie ver­stärkt, statt­des­sen wer­den Tor­jä­ger wie Ve­dad Ibi­se­vic ver­grault, die in Ber­lin dann für lau knip­sen. Es ist un­glaub­lich schwer, die­sen VfB zu mö­gen, an­de­rer­seits: Er ist wie wir, sehr mensch­lich. Er hat sei­ne Feh­ler, und im­mer­hin zieht er sie durch. (zak)

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