Open Air fällt aus wirt­schaft­li­chen Grün­den aus

2017 gibt es wohl kei­ne Kon­zer­te auf dem Fest­platz – Ko­ko sagt der Stadt ab

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Von Micha­el He­scheler

SIGMARINGEN - Im kom­men­den Jahr wird es al­ler Vor­aus­sicht nach in Sigmaringen kein Open Air ge­ben. Die Agen­tur, die die Kon­zer­te bei der Stadt­hal­le bis­lang ver­an­stal­te­te, hat der Stadt ab­ge­sagt. „Aus rein wirt­schaft­li­chen Grün­den“gibt der Ge­schäfts­füh­rer der Agen­tur auf An­fra­ge un­se­rer Zei­tung an. Die Stadt will nun ver­su­chen, ei­nen an­de­ren Veranstalter für Sigmaringen zu ge­win­nen, „doch für das kom­men­de Jahr hal­te ich dies für schwie­rig“, sagt Stadt­spre­che­rin Bea­te Fritz.

Wie be­rich­tet, wird der Aus­rich­ter des Open Airs, die Agen­tur Ko­ko & DTK En­ter­tain­ment, sein Kon­stan­zer Bü­ro schlie­ßen. Die bei­den Kon­stan­zer Ko­ko-Ge­schäfts­füh­rer und -Ge­sell­schaf­ter sind aus dem Un­ter­neh­men aus­ge­schie­den. Ihr Kol­le­ge Marc Oß­wald über­nahm bei Ko­ko die al­lei­ni­ge Ver­ant­wor­tung und wird das Ge­schäft nun von Frei­burg aus or­ga­ni­sie­ren. Er ent­schied, Sigmaringen aus dem Kon­zert­ka­len­der zu strei­chen.

Ko­ko teil­te dies der Stadt schrift­lich mit, nach­dem er die Zah­len des Sig­ma­rin­ger Open Airs ana­ly­siert hat­te. Zwar sei der Ver­lust in die­sem Jahr, als die Sport­freun­de Stil­ler die Haupt­grup­pe war, „er­träg­lich“ge­we­sen, die ro­ten Zah­len im ver­gan­ge­nen Jahr nennt Oß­wald „un­er­träg­lich“. Da­mals war das Open Air noch zwei­tä­gig. Die Zug­pfer­de hie­ßen Sun­ri­se Ave­nue und Deep Pur­p­le.

Oß­wald sagt selbst­kri­tisch, dass die Bands im ver­gan­ge­nen Jahr zu spät prä­sen­tiert wor­den sei­en. Dies ha­be al­lein an Ko­ko ge­le­gen. Erst im März 2015 wa­ren die Band­na­men be­kannt­ge­ge­ben wor­den. Üb­li­cher­wei­se ver­öf­fent­li­chen die Agen­tu­ren dies deut­lich vor dem Jah­res­wech­sel, um das Weih­nachts­ge­schäft mit­zu­neh­men. Der Ge­schäfts­füh­rer möch­te auch „nie­mand die Schuld ge­ben“, wie er for­mu­liert. Die Un­ter­stüt­zung der Stadt Sigmaringen nennt er vor­bild­lich. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te sie sich mit ei­nem Be­trag in Hö­he von 50 000 Eu­ro an den Kos­ten be­tei­ligt.

Ko­ko sei zu dem Er­geb­nis ge­kom­men, dass das Ge­samt­kon­strukt für ein Open Air in Sigmaringen nicht funk­tio­niert ha­be. Aus Sicht des Ge­schäfts­füh­rers sei es zwin­gend, die Kon­zer­te auf zwei Ta­ge zu ver­tei­len, weil sich sonst der Auf­wand nicht loh­ne. Da die Kos­ten hoch und die Zu­schau­er­zah­len zu nied­rig ge­we­sen sei­en, wur­den Ver­lus­te ein­ge­fah­ren. Min­des­tens 10 000 Be­su­cher müss­ten ei­ne zwei­tä­gi­ge Ver­an­stal­tung bu­chen, die Zahl im Jahr 2015 lag je­doch deut­lich dar­un­ter. In die­sem Jahr hat­te Ko­ko das Fes­ti­val auf ei­nen Tag re­du­ziert und die Be­su­cher­zahl bei den Sport­freun­den Stil­ler, Wan­da, Bos­se, Razz und Ash mit 4500 an­ge­ge­ben. Die La­ge Sig­ma­rin­gens ist aus Sicht von Ko­ko-Chef Oß­wald un­güns­tig für ei­ne Ver­an­stal­tung mit die­ser Strahl­kraft. „Es ist müh­sam, nach Sigmaringen zu kom­men“, sag­te er. Die Stadt möch­te trotz­dem ver­su­chen, ei­nen Er­satz zu fin­den. Doch die Kon­kur­renz ist groß: Meersburg, Sa­lem, Ra­vens­burg, Bad Schus­sen­ried, Bi­be­rach, Tett­nang, Sin­gen, um nur ei­ni­ge som­mer­li­che Kon­zert­er­eig­nis­se zu nen­nen, die im Open-AirKa­len­der ge­setzt schei­nen.

FOTO: THO­MAS WARNACK/ARCHIV

Das Open Air in Sigmaringen fällt bis auf wei­te­res aus: Der Veranstalter hat der Stadt ab­ge­sagt.

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