Bü­ro kal­ku­liert mit drei Mil­lio­nen Eu­ro

Brand­schutz- und Mo­der­ni­sie­rungs­maß­nah­men am Gym­na­si­um Gam­mer­tin­gen sind fäl­lig

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/LAUCHERT - Von Ga­b­rie­le Lo­ges

GAM­MER­TIN­GEN – Rund drei Mil­lio­nen Eu­ro wird die Stadt Gam­mer­tin­gen für die not­wen­di­gen Brand­schut­zund Mo­der­ni­sie­rungs­maß­nah­men am Gam­mer­tin­ger Gym­na­si­um aus­ge­ben müs­sen. Vor­ge­stellt wur­de ei­ne Durch­füh­rung in zwei Bau­ab­schnit­ten für die Jah­re 2017/18 und 2020/21. Der Ge­mein­de­rat er­teil­te dem Ar­chi­tek­tur­bü­ro Sup­perHei­ne­mann den Auf­trag, wei­ter an der Um­set­zung zu ar­bei­ten.

Ar­chi­tekt El­mar Hei­ne­mann hat­te be­reits vor ei­nem Jahr die Maß­nah­men vor­ge­stellt (die SZ be­rich­te­te). Der Be­ginn der Um­set­zung ver­zö­ger­te sich je­doch, weil der Brand­schutz­gut­ach­ter ge­wech­selt wer­den muss­te. Der mit den not­wen­di­gen Re­no­vie­run­gen kom­bi­nier­te Maß­nah­men­plan wur­de nun auf zwei Bau­ab­schnit­te ver­teilt. Ge­schul­det ist die Tren­nung der Tat­sa­che, dass aus Etat­grün­den im Jahr 2019 kei­ne wei­te­ren Kos­ten an­fal­len dür­fen. Zu den knapp ei­ne Mil­li­on Eu­ro teu­re rei­ne Brand­schutz­ar­bei­ten kom­men noch zwei Mil­lio­nen für not­wen­di­ge Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten. Das Gym­na­si­um mit dem „Be­ton­charme der 1970er Jah­re“hat zur­zeit rund 550 Schü­ler und 50 Leh­rer. Al­ter und jun­ger Teil er­hal­ten ei­ne Au­ßen­trep­pe Wie be­reits ge­plant, er­hal­ten so­wohl der äl­te­re (von 1966) wie auch der neue­re Teil (von 1972) des Ge­bäu­des je­weils ei­ne Au­ßen­trep­pe. Das of­fe­ne Trep­pen­haus wird mit Glas­fens­tern ge­schot­tet, die al­ler­dings nur im Brand­fall schlie­ßen. Der „Alt­bau“wird bar­rie­re­frei um­ge­baut, dort sind auch Toi­let­ten­sa­nie­run­gen not­wen­dig.

Flucht­we­ge müs­sen teil­wei­se mit zu­sätz­li­chen Tü­ren durch die ein­zel­nen Klas­sen­zim­mer ge­schaf­fen wer­den. Ver­schie­de­ne Dach­flä­chen und Fens­ter müs­sen ne­ben Tei­len der Fas­sa­de sa­niert wer­den. Die en­er­ge­ti­schen Maß­nah­men wa­ren be­reits von Ge­mein­de­rä­ten ein­ge­for­dert wor­den. Auch das Gym­na­si­um selbst drängt im­mer wie­der dar­auf, im so­ge­nann­ten Neu­bau die ers­ten, völ­lig un­zu­rei­chen­den Ver­schat­tun­gen so­wie die Fens­ter zu er­neu­ern. Die Leh­rer hof­fen dar­auf, dass ge­ra­de die­se Re­no­vie­rung zu­erst er­folgt, da sie für den Un­ter­richt mit mo­der­nen Me­di­en drin­gend not­wen­dig sei. Im vor­läu­fi­gen Kos­ten­plan wird dies al­ler­dings erst für das Jahr 2020 ein­ge­plant. Vor­ge­se­hen ist auch, dass al­le Räu­me mit LAN-Ka­bel ver­sorgt wer­den. Zum ei­nen sei es schwie­rig, in ei­nem Be­ton­ge­bäu­de nur mit WLAN zu ar­bei­ten, zum an­de­ren wür­den ge­sund­heit­li­che Aspek­te für ei­ne Ver­ka­be­lung spre­chen.

In der an­schlie­ßen­den Dis­kus­si­on nann­te Ge­mein­de­rat Karl-Heinz He­bei­sen die „drei Mil­lio­nen ei­nen Bat­zen“und frag­te nach Zu­schüs­sen. Käm­me­rer Sieg­fried Hagg be­dau­er­te, kei­ne kon­kre­ten För­de­run­gen nen­nen zu kön­nen. Le­dig­lich aus dem Aus­gleichs­stock vom Bund kön­ne et­was kom­men. Mög­li­cher­wei­se auch für ei­ne Be­zu­schus­sung der LAN-Ver­ka­be­lung: „Es ist nicht si­cher, da land­auf land­ab vie­le Schu­len die­sel­ben Pro­ble­me ha­ben.“

Bür­ger­meis­ter Hol­ger Jerg baut auf die Ver­tei­lung der Kos­ten bis 2021. Ge­mein­de­rat Wolf­gang Lieb fin­det: „Die Zahl ser­viert zu be­kom­men ist hef­tig, wir hat­ten bis­lang von 900 000 Eu­ro ge­spro­chen.“Trotz­dem fin­de er es wich­tig, an die­sem Pro­jekt fest­zu­hal­ten, um so auch be­reit zu sein, wenn För­der­gel­der flie­ßen könn­ten. Au­ßer­dem sei das Gym­na­si­um we­nig re­no­viert wor­den: „Es war klar, dass die Dach­sa­nie­rung und der not­wen­di­ge Auf­zug kommt.“

FOTO: GA­B­RIE­LE LO­GES

Links beim so­ge­nann­ten Alt­bau (von 1966) wur­de die Fens­ter­front be­reits sa­niert. Rechts beim Neu­bau (von 1972) sind noch die ers­ten völ­lig un­zu­rei­chen­den Ver­schat­tun­gen und en­er­ge­tisch ver­al­te­ten Fens­ter zu se­hen.

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