Rund 120 Bür­ger stim­men Re­so­lu­ti­on zu

Bei der Ver­samm­lung der IG pro Mit­tel­berg/Thier­gar­ten wird der Wunsch nach mehr Trans­pa­renz laut

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Se­li­na Ehrenfeld

GUTENSTEIN - Der Plan des Hau­ses Fürs­ten­berg für ei­nen Kalk­stein­ab­bau am nörd­li­chen Ab­hang des Mit­tel­bergs treibt die Ge­mü­ter der Bür­ger um. Das mach­te die drit­te Ver­samm­lung der In­ter­es­sen­ge­mein­schaft (IG) pro Mit­tel­berg/ Thier­gar­ten deut­lich, denn rund 120 Bür­ger wa­ren dem Auf­ruf der IG ge­folgt und am Di­ens­tag­abend in den Bür­ger­saal nach Gutenstein ge­kom­men.

Im Mit­tel­punkt der Zu­sam­men­kunft stand ei­ne von den Haupt­ver­tre­tern der IG ver­fass­ten Re­so­lu­ti­on, der die an­we­sen­den Zu­hö­rer am Di­ens­tag zu­stimm­ten. In der Re­so­lu­ti­on for­mu­liert die IG sechs Grün­de, wes­halb es nicht zu ei­nem Kal­kab­bau am Mit­tel­berg kom­men soll­te. Sie wird nun dem Land­rats­amt, dem Um­welt­mi­nis­te­ri­um, dem Re­gie­rungs­prä­si­di­um so­wie zu­stän­di­gen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten zu­ge­schickt.

Zum ei­nen, so heißt es in der Re­so­lu­ti­on, sei die Not­wen­dig­keit des Kal­kab­baus nicht aus­rei­chend be­grün­det. Au­ßer­dem sei­en Al­ter­na­tiv­stand­or­te nicht aus­rei­chend über­prüft wor­den. Als wei­te­ren Grund ge­gen ei­nen Kalk­stein­ab­bau gibt die IG den mas­si­ven Ein­griff in die dor­ti­ge Land­schaft an. Ne­ga­ti­ve Fol­gen für den Tou­ris­mus, die erd­ge­schicht­li­che Be­deu­tung des Mit­tel­bergs so­wie die laut IG un­ge­eig­ne­ten Be­din­gun­gen der Do­nau­tal­stra­ße für den Ab­trans­port des Kalks wer­den als wei­te­re Grün­de in der Re­so­lu­ti­on auf­ge­lis­tet. IG for­dert Be­hör­den auf, um­fas­send zu in­for­mie­ren Als wei­te­ren Schritt for­dert die IG pro Mit­tel­berg die zu­stän­di­gen Be­hör­den auf, die Be­völ­ke­rung in ei­ner öf­fent­li­chen In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung um­fas­send über den ge­plan­ten Kalk­stein­ab­bau und die wei­te­ren Schrit­te auf­zu­klä­ren. Das be­grüß­ten die an­we­sen­den Bür­ger wäh­rend der Ver­samm­lung. Zwar gin­gen die Ko­or­di­na­to­ren der IG am Di­ens­tag auf die jüngs­ten Er­eig­nis­se in Sa­chen Kalk­stein­ab­bau ein, ver­wie­sen bei Fra­gen von­sei­ten der Bür­ger je­doch im­mer wie­der dar­auf, dass es in der Ver­ant­wor­tung der Fach­be­hör­den lie­ge, die­se zu be­ant­wor­ten. „Von der Re­so­lu­ti­on er­hof­fen wir uns, dass die Be­hör­den un­se­re An­sicht tei­len. Und die­se ist, dass die ho­he Le­bens­qua­li­tät im Do­nau­tal und die Wah­rung die­ser das hö­he­re öf­fent­li­che In­ter­es­se ist. Wir wol­len dem Gan­zen Nach­druck ver­lei­hen“, sagt Ger­hard Stumpp von der IG. Zeit­nah soll nun ei­ne Be­ge­hung um den Mit­tel­berg als ei­ne Art Kund­ge­bung mit in­ter­es­sier­ten Bür­gern statt­fin­den. Des­wei­te­ren sei­en Au­to­auf­kle­ber ge­gen die Pla­nung des Kalk­stein­ab­baus in der Pla­nung. Wei­te­re Schrit­te will die IG in der Zeit nach Weih­nach­ten wei­ter ver­fol­gen.

„Ich war über­rascht, dass so ei­ne gro­ße Re­so­nanz herrscht. Es ka­men Bür­ger aus dem ge­sam­ten Do­nau­tal im Al­ter von 20 bis 80“, sagt KlausPe­ter Bürk­le von der IG nach der Ver­samm­lung am Di­ens­tag. Vie­le Bür­ger hät­ten ge­zielt nach Mög­lich­kei­ten ge­fragt, was sie als Pri­vat­per­son ge­gen die Plä­ne des Hau­ses Fürs­ten­berg aus­rich­ten könn­ten. „Es sind vie­le Ide­en von­sei­ten der Bür­ger da. Das zeigt, dass ih­nen das The­ma am Her­zen liegt“, sagt Bürk­le, der die Frei­en Wäh­ler im Sig­ma­rin­ger Ge­mein­de­rat ver­tritt.

FOTO: DPA

Ab­ge­bau­ter Kalk­stein wird in ei­nem Kalk­stein­bruch auf ei­nem Mul­den­kip­per ab­trans­por­tiert. Das soll nach den Plä­nen des Hau­ses Fürs­ten­berg nun auch am Mit­tel­berg ge­sche­hen. Die In­ter­es­sen­ge­mein­schaft stellt sich mit ei­ner Re­so­lu­ti­on da­ge­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.