Men­gen geht bei Leer­stands­ma­nage­ment neue We­ge

Ver­mitt­ler soll ak­tiv auf po­ten­zi­el­le In­ter­es­sen­ten zu­ge­hen – Len­kungs­kreis plant bes­se­re Park­platz­ver­mark­tung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann

MEN­GEN - Stadt­ver­wal­tung und Ge­wer­be­ver­ein wol­len bei der Stär­kung der Men­ge­ner In­nen­stadt noch en­ger zu­sam­men­ar­bei­ten. Dem Ge­mein­de­rat sind am Di­ens­tag die Hand­lungs­emp­feh­lun­gen des Len­kungs­krei­ses vor­ge­stellt wor­den, bei de­nen es vor al­lem um die Ver­mitt­lung des Park- und Ver­kehrs­kon­zepts, die Prä­senz der Ein­zel­händ­ler im In­ter­net, stär­ke­re Ver­net­zung und die Pro­blem­mi­ni­mie­rung beim Wo­chen­markt ging. Au­ßer­dem ha­ben die Rä­te den Bei­tritt der Stadt Men­gen zum Markt­platz Do­nau be­schlos­sen. CDU und SPD un­ter­stüt­zen die Stadt­ver­wal­tung auch da­bei, in Sa­chen Leer­stands­ma­nage­ment neue We­ge zu ge­hen.

Im Len­kungs­kreis, den Ver­tre­tern der Stadt­ver­wal­tung und des Ge­mein­de­rats so­wie Ein­zel­händ­ler, Gas­tro­no­men, der Ge­wer­be­ver­ein, Hand­wer­ker, Ver­tre­ter der Ban­ken und des Tou­ris­mus­be­reichs so­wie Haus­ei­gen­tü­mer an­ge­hö­ren, wur­den die Be­rei­che be­leuch­tet, die die Ima­komm Aka­de­mie Gm­bH bei ih­rer Stand­ort­ana­ly­se als aus­bau­fä­hig iden­ti­fi­ziert hat­te. Par­ken: Um die vom Grund­satz her gu­te Stra­te­gie zum Par­ken in den Köp­fen der Ein­woh­ner und Be­su­cher der Stadt zu fes­ti­gen, sol­len ver­schie­de­ne Park­fly­er für Kun­den und die­je­ni­gen, die in der Stadt ar­bei­ten, er­stellt wer­den. Zu­sätz­li­che Schil­der sol­len auf die un­ter­schied­li­chen Park­zo­nen auf­merk­sam ma­chen. Ver­kehr beim Wo­chen­markt: In­ten­siv hat sich der Kreis mit dem Markt be­schäf­tigt. „Die Stra­ßen­sper­rung be­las­tet die Ein­zel­händ­ler sehr“, so Mat­thi­as Prül­ler von Ima­komm. Trotz in­ten­si­ver Ab­wä­gung ver­schie­de­ner Stand­or­te sei man zu kei­ner op­ti­ma­len Lö­sung ge­kom­men, so­dass die Stra­te­gie zu­nächst be­deu­te, den Markt vor dem Rat­haus zu be­hal­ten und mit Schil­dern Au­to­fah­rer be­reits am Stadt­ein­gang auf die Sper­rung hin­zu­wei­sen. Auch ein Um­lei­tungs­fly­er soll hel­fen. Leer­stands­ma­nage­ment: Ob­wohl es seit 2009 ge­lun­gen sei, die Leer­stän­de von 32 auf 19 zu mi­ni­mie­ren, se­hen al­le Be­tei­lig­ten Hand­lungs­be­darf in die­sem Be­reich. Die Stadt­ver­wal­tung hat sich ge­mein­sam mit Ima­komm und Mar­ke­ting­ex­per­ten von Mar­co Con­sul­ting zu die­sem The­ma aus­ge­tauscht und möch­te ei­nen für ei­ne Kom­mu­ne kom­plett neu­en Weg ein­schla­gen: „An­statt pas­siv auf An­fra­gen von Haus­ei­gen­tü­mern mit lee­ren Ge­schäfts­räu­men oder in­ter­es­sier­ten Händ­lern oder Fi­lia­lis­ten zu re­agie­ren, wol­len wir selbst ak­tiv wer­den und auf Händ­ler zu­ge­hen, de­ren Sor­ti­men­te pas­sen wür­den“, sag­te Bür­ger­meis­ter Ste­fan Bubeck. Da Wirt­schafts­för­de­rer Ma­nu­el Kern für die­se Auf­ga­ben nicht ge­nug Ka­pa­zi­tä­ten ha­be, soll dies durch ei­nen Frei­be­ruf­ler ab­ge­deckt wer­den, der von der Stadt zu die­sem Zweck ge­ring­fü­gig be­schäf­tigt wird. „Der wür­de von uns und Ima­komm mit Kon­takt­adres­sen von Ei­gen­tü­mern und in­fra­ge kom­men­den Händ­lern und Fi­lia­lis­ten ver­sorgt wer­den“, so Bubeck wei­ter. Bei ei­ner er­folg­rei­chen Ver­mitt­lung soll es ei­ne Pro­vi­si­on ge­ben.

Mak­ler­tä­tig­kei­ten wird der Ver­mitt­ler aber kei­ne über­neh­men. Ins­ge­samt sol­len für die­se Tä­tig­keit im kom­men­den Jahr ma­xi­mal 10 000 Eu­ro zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den (in­klu­si­ve der Leis­tun­gen von Ima­komm und Mar­co Con­sul­ting). „Es ist ein Ver­such, wenn es nicht er­folg­reich ist, stamp­fen wir das Kon­zept wie­der ein“, so Bubeck. Wäh­rend Micha­el Wild (Freie Bür­ger) die­se Auf­ga­be eher beim Ge­wer­be­ver­ein an­ge­sie­delt sah, woll­te Lia­ne Schmid (SPD) gern die Ei­gen­tü­mer der Im­mo­bi­li­en fi­nan­zi­ell mit ein­bin­den. Das wur­de von der Ver­wal­tung al­ler­dings als pro­ble­ma­tisch an­ge­se­hen. „Viel­leicht lässt sich da was ma­chen, wenn das Ma­nage­ment er­folg­reich läuft“, so Bubeck. Mit sie­ben Ge­gen­stim­men aus den Rei­hen der Frei­en Bür­ger wur­de der Vor­schlag der Ver­wal­tung an­ge­nom­men. Ge­gen­über der SZ sag­te Bubeck, dass es be­reits po­ten­zi­el­le Kan­di­da­ten für den Ver­mitt­ler­job in Men­gen gä­be. Aus dem Ort soll der­je­ni­ge laut Bubeck näm­lich schon kom­men, da Orts­kennt­nis­se Gr­und­vor­aus­set­zung sei­en. „Das nö­ti­ge Netz­werk zu Händ­lern und Fi­lia­lis­ten kann der­je­ni­ge dann mit­hil­fe der Ima­komm auf­bau­en.“

FOTOS: KUHL­MANN/ARCHIV

Die­se The­men ste­hen im Fo­kus der Stand­ort­of­fen­si­ve (von oben links im Uhr­zei­ger­sinn): Park­mög­lich­kei­ten in der Stadt be­kann­ter ma­chen, ge­ziel­tes Leer­stands­ma­nage­ment, bes­ser Ver­mark­tung der Händ­ler und Un­ter­neh­mer im In­ter­net (hier die Home­page von Markt­platz Do­nau) so­wie ei­ne Mi­ni­mie­rung der durch die Stra­ßen­sper­rung beim Wo­chen­markt auf­tre­ten­den Pro­ble­me.

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