Ein Er­folg, der kei­ner ist

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Clau­dia Kling

Jetzt tri­um­phiert er, der Mi­nis­ter Do­brindt. Sein Lieb­lings­pro­jekt, die deut­sche Pkw-Maut kann kom­men. So lan­ge hat er dar­an her­um­ge­murkst, bis Brüs­sel da­mit ein­ver­stan­den ist. Doch Do­brindts Freu­den­ge­heul mag noch so laut sein, es kann nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass er in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren ei­gent­lich nichts er­reicht hat – und der Mau­tKom­pro­miss we­der für ihn noch für die CSU ein Er­folg ist. Küm­mer­li­che 500 Mil­lio­nen Eu­ro Ein­nah­men pro Jahr – wenn über­haupt – ste­hen in kei­nem Ver­hält­nis zu dem Ver­wal­tungs­auf­wand, der nun dräut. Da wird nicht viel über­blei­ben für In­ves­ti­tio­nen in die In­fra­struk­tur, um die es ja ei­gent­lich geht. Und ganz ab­ge­se­hen da­von: Wer ga­ran­tiert den Au­to­fah­rern, dass sie – wie von der CSU in feucht-war­men Bier­zel­ten ver­spro­chen – auch künf­tig un­ter dem Strich nicht mehr be­zah­len wer­den als vor der Maut? Wenn in der Po­li­tik Hart­nä­ckig­keit an sich ein Wert wä­re, könn­te sich Do­brindt tat­säch­lich auf die Schul­ter klop­fen. Doch der Wäh­ler hat al­len Grund, sich für dumm ver­kauft zu füh­len. c.kling@schwa­ebi­sche.de

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