„Spiel doch mal was Schö­nes“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN -

Je­des Jahr an Weih­nach­ten trifft mich das Los des mu­si­ka­li­schen So­los. „Spiel doch mal was Schö­nes auf dem Kla­vier“, wünscht sich mei­ne Oma vor der Be­sche­rung und ver­gisst, dass sich mei­ne mu­si­ka­li­sche Lauf­bahn auf we­ni­ge Jah­re Un­ter­richt be­schränk­te, in de­nen ich nur mä­ßig mo­ti­viert und spo­ra­disch in die Tas­ten griff. Seit ich 15 bin, ha­be ich den Un­ter­richt auf­ge­ge­ben und mich an­de­ren Hob­bys zu­ge­wandt. Kein Grund für mei­ne Ver­wandt­schaft, das zu ak­zep­tie­ren. Frei nach dem Mot­to „die In­ves­ti­ti­on muss sich be­zahlt ma­chen“muss ich den Al­lein­un­ter­hal­ter spie­len und al­le Stro­phen von Stil­le Nacht klim­pern – na­tür­lich oh­ne No­ten, denn „das kannst du doch si­cher aus­wen­dig“. Und weil’s so schön war, wün­schen sich dann al­le reih­um noch ganz vie­le an­de­re Lie­der zum Mit­sin­gen. Seit kur­zem ist das an­ders: Das Kla­vier ist ver­kauft, ich ha­be end­lich die himm­li­sche Ru­he, die mir an Hei­lig­abend zu­steht. Da­für muss nun mein Va­ter ran. Der hat­te als Kind näm­lich Gi­tar­ren­un­ter­richt. Und ich ha­be schon ei­ni­ge Lied­wün­sche im Kopf. An­na Buch­mai­er

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