Tier­welt in Wind­ge­bie­ten steht nun im Fo­kus

Krau­chen­wie­ser Ge­mein­de­rat spricht sich für so­ge­nann­te fau­nis­ti­sche Un­ter­su­chun­gen aus

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - RUND UM SIGMARINGEN -

KRAU­CHEN­WIES (ar­mö) – In kur­zer Form hat der Krau­chen­wie­ser Ge­mein­de­rat am Di­ens­tag­abend das The­ma Wind­ener­gie be­han­delt. Un­ter dem Ta­ges­ord­nungs­punkt Be­kannt­ma­chun­gen ver­las Bür­ger­meis­ter Jo­chen Spieß ein Pa­pier zum The­ma „Flä­chen­nut­zungs­plan Wind­ener­gie“, das na­he­zu iden­tisch be­reits am 17. April 2014 im Ge­mein­de­blatt stand.

Do­mi­nier­te An­fang 2014 noch die Auf­fas­sung, dass we­gen un­zu­rei­chen­der Wind­stär­ken im Ge­biet des Ge­mein­de­ver­wal­tungs­ver­bands (GVV), be­ste­hend aus den Ge­mein­den Sig­ma­rin­gen, Sig­ma­rin­gen­dorf, Beu­ron, Bin­gen, Inzigkofen und Krau­chen­wies, nie­mand in­ves­tiert. Spieß woll­te da­mals im GVV den For­de­run­gen der Lan­des­re­gie­rung, „der Wind­kraft sub­stan­zi­ell Raum zu ge­ben“, den­noch nach­kom­men und wies selbst wind­schwa­che Ge­bie­te als Vor­rang­stand­or­te aus. Da­mit hät­te die Ge­mein­de auch Mög­lich­kei­ten ge­habt, ei­nes Ta­ges steu­ernd ein­zu­grei­fen, so Spieß da­mals.

Fast hell­se­he­risch mu­tet die Aus­sa­ge in ei­ner Be­kannt­ma­chung der Ge­mein­de aus dem Jahr 2014 an, dass es „theo­re­tisch mög­lich sei, dass durch tech­ni­schen Fort­schritt auch we­ni­ger lu­kra­ti­ve Stand­or­te at­trak­tiv“wer­den könn­ten. Aus die­sem Grund ha­be man auch für Un­ter­su­chun­gen zur Tier­welt (Fau­nis­ti­sche Un­ter­su­chung) als Vor­aus­set­zung für die Aus­wei­sung von Kon­zen­tra­ti­ons­zo­nen für Wind­kraft­an­la­gen ge­stimmt. Zur Un­ter­su­chung kam es nicht, da au­ßer Krau­chen­wies nie­mand im GVV der Un­ter­su­chung zu­ge­stimmt hat. Da nun aber Bin­gen sei­ne Po­si­ti­on ge­än­dert hat und Sig­ma­rin­gen sich eben­falls da­für aus­ge­spro­chen ha­be (die SZ be­rich­te­te), hat sich der GVV nun für die Un­ter­su­chun­gen aus­ge­spro­chen.

Mit fau­nis­ti­schen Un­ter­su­chun­gen soll früh­zei­tig auf mög­li­che Kon­flik­te zwi­schen ge­plan­ten Wind­kraft­an­la­gen und Öko­sys­te­men, be­son­ders der Vo­gel­welt, hin­ge­wie­sen wer­den. Da­bei sol­len durch sys­te­ma­ti­sche Be­ob­ach­tung von ge­plan­ten Wind­kraftstand­or­ten In­for­ma­tio­nen ge­sam­melt wer­den. Zu den Un­ter­su­chungs­fel­dern bei Wind­kraftstand­or­ten ge­hö­ren ins­be­son­de­re Brut­vö­gel, Zug- und Rast­vö­gel. Si­cher wird auch das Na­tur­schutz­ge­biet des Ziel­fin­ger Bag­ger­sees als Brut-, Nah­rungs­und Rast­bio­top für zahl­rei­che Tier­ar­ten, ins­be­son­de­re für Vö­gel, Teil der Un­ter­su­chung sein.

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