TV-Tipp

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MEDIEN - Von In­grid Au­gus­tin

Ze­ro Dark Thir­ty Eher sel­ten be­kommt man aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten Fil­me zu se­hen, die sich kri­tisch oder zu­min­dest neu­tral mit den US-ame­ri­ka­ni­schen Me­tho­den im Kampf ge­gen den Ter­ror von al-Kai­da aus­ein­an­der­set­zen. Der un­be­que­me Po­lit­thril­ler „Ze­ro Dark Thir­ty“von Re­gis­seu­rin Ka­thryn Bi­ge­low ge­hört zur letzt­ge­nann­ten Ka­te­go­rie. Denn Bi­ge­low ver­sucht, die Su­che nach Osa­ma bin La­den und sei­ne Tö­tung aus ei­ner neu­tra­len Po­si­ti­on her­aus zu in­sze­nie­ren. Da­mit ge­lingt es ihr – auch mit­hil­fe der groß­ar­ti­gen Haupt­dar­stel­le­rin Jes­si­ca Chas­tain – den Zu­schau­er der­art zu fes­seln, dass er bei den grau­sa­men Sze­nen nicht weg­se­hen kann. Mit aus­ge­klü­gelt ar­ran­gier­ten Ver­fol­gungs­sze­nen be­weist sie, dass An­spruch und Action kein Wi­der­spruch sein müs­sen. Sams­tag, 22 Uhr, ZDF neo Club der ro­ten Bän­der Wer die Ge­schich­te der sechs Ju­gend­li­chen, die sich im Kran­ken­haus ken­nen­ge­lernt ha­ben, ein­mal ge­se­hen hat, muss im­mer wie­der ein­schal­ten, zu­mal sich zum Fi­na­le der zwei­ten Staf­fel Un­heil an­kün­digt. Doch zu­erst müs­sen Leo, Jo­nas, Em­ma, Hu­go und To­ni wie­der zu­ein­an­der­fin­den, um sich ge­gen­sei­tig bei­ste­hen zu kön­nen. Trotz der schwe­ren The­ma­tik ver­zich­tet die Se­rie auf kit­schi­ge Ge­fühls­du­se­lei – und ge­winnt da­durch um­so mehr an Glaub­wür­dig­keit. Zu ver­dan­ken ist dies auch den star­ken Jung­dar­stel­lern, die dem Zu­schau­er das Mit­fie­bern mit den Mit­glie­dern des Clubs der ro­ten Bän­der so ein­fach ma­chen. Mon­tag, 20.15 Uhr, Vox Der Gott des Ge­met­zels Die Ei­n­ord­nung als „Kam­mer­spiel“mag vie­le ab­schre­cken, sich „Der Gott des Ge­met­zels“an­zu­schau­en. Doch dann ver­passt man ei­ne der bes­ten schwar­zen Ko­mö­di­en der ver­gan­ge­nen Jah­re. Ba­sie­rend auf dem preis­ge­krön­ten Thea­ter­stück von Yas­mi­na Re­za, reißt auch die Ver­fil­mung von Ro­man Polan­ski die Mas­ken von un­se­rem ver­meint­li­chen Zi­vi­li­siert­sein her­un­ter und of­fen­bart da­hin­ter bro­deln­de Wut und blan­ken Hass. Dem Spiel von Jo­die Fos­ter, John C. Reil­ly, Chris­toph Waltz und Ka­te Wins­let kann man sich kaum ent­zie­hen. Al­les be­ginnt mit ei­nem höf­li­chen Tref­fen zwi­schen zwei El­tern­paa­ren, nach­dem ih­re Kin­der in ei­ne Schlä­ge­rei ver­wi­ckelt wa­ren. Doch schnell kippt die Stim­mung und aus dem ver­meint­lich ver­nünf­ti­gen Ge­spräch wird ein def­ti­ger Streit vol­ler Vor­wür­fe, Bes­ser­wis­se­rei und Be­lei­di­gun­gen, in dem sich die El­tern noch viel we­ni­ger schen­ken als ih­re Spöß­lin­ge in der Kei­le­rei. Das klingt nicht nur nach Ge­sell­schafts­sa­ti­re, son­dern ist es auch – al­ler­dings ei­ne der ver­gnüg­li­chen Art. Und so­lan­ge man sich nicht selbst dar­in ent­deckt. Mitt­woch, 20.15 Uhr, Ar­te

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