Vor der Mor­gen­rö­te

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SZENE AM WOCHENENDE -

Exil, Ver­lust der Hei­mat, ein Neu­an­fang in ei­nem frem­den Land: Das sind The­men, die jüngst ver­stärkt im Ki­no ab­ge­han­delt wer­den. Der An­lass ist ak­tu­ell – aber kei­nes­falls neu, wie Re­gis­seu­rin Ma­ria Schrader in ih­rem Film über Ste­fan Zweig (Jo­sef Ha­der) zeigt. Der welt­be­rühm­te jü­di­sche Schrift­stel­ler und Pa­zi­fist floh im Jahr 1934 vor den Na­zis aus Ös­ter­reich zu­nächst nach Lon­don, was nicht sei­ne letz­te Sta­ti­on blei­ben soll­te. Der Film zeigt Zweig in Bra­si­li­en, New York und beim Schrift­stel­ler­kon­gress in Bu­e­nos Ai­res, wo er ge­drängt wird, ei­ne Stel­lung­nah­me ge­gen das Na­zi-Re­gime ab­zu­ge­ben. Das fin­det er aus der Si­cher­heit des Exils her­aus aber nicht an­ge­mes­sen und plä­diert statt­des­sen für ein ver­ein­tes Eu­ro­pa. Der Film will kein klas­si­sches „Bio­pic“sein, son­dern zeigt streng ge­glie­dert mit Pro­log und Epi­log Sze­nen aus dem Le­ben des Schrift­stel­lers im Exil. Da­bei wird ihm zwar viel Ver­eh­rung zu­teil. Doch der de­pres­si­ve Zweig zer­bricht am Ver­lust sei­ner „geis­ti­gen Hei­mat Eu­ro­pa“, wie er in sei­nem Ab­schieds­brief schreibt, be­vor er und sei­ne zwei­te Frau Lot­te (Aen­ne Schwarz) im Jahr 1942 Selbst­mord be­ge­hen. Auf der Disc fin­det sich ei­ne Hör­film­fas­sung, dar­über hin­aus gibt es lei­der kei­ne Ex­tras. (rot)

FSK: 0 Jah­re Preis: DVD: 13 Eu­ro; Blu-Ray: 15 Eu­ro Be­wer­tung:

FO­TO: WAR­NER HO­ME VI­DEO

Der jü­di­sche Au­tor Ste­fan Zweig (Jo­sef Ha­der; links) floh 1934 vor den Na­zis.

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