Bun­des­par­tei­tag der CDU be­ginnt

Wach­sen­de Un­ter­stüt­zung bei der For­de­rung nach ei­ner schär­fe­ren Ab­schie­be­pra­xis

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE -

BER­LIN (dpa) - Die CDU will auf ih­rem Bun­des­par­tei­tag ab Mon­tag­nach­mit­tag mit schär­fe­ren Tö­nen in der Flücht­lings­po­li­tik kla­res Pro­fil zei­gen. Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le un­ter­stütz­te in der „Bild am Sonn­tag“For­de­run­gen nach ei­ner här­te­ren Ab­schie­be­pra­xis. Un­mit­tel­bar vor dem Par­tei­tag in Es­sen be­kommt Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) Rü­cken­wind durch ei­ne Um­fra­ge. Im Sonn­tags­trend, den das In­sti­tut Em­nid wö­chent­lich er­hebt, steigt die Uni­on um zwei Punk­te auf 37 Pro­zent und er­reicht ih­ren höchs­ten Wert seit Ja­nu­ar.

BER­LIN (AFP) - Kurz vor dem CDUPar­tei­tag ha­ben CDU und CSU ih­ren Streit über ei­ne Ober­gren­ze für Flücht­lin­ge wie­der voll ent­facht. Wäh­rend Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) die For­de­rung als un­nö­ti­ge „Sym­bol­de­bat­te“zu­rück­wies, nann­te Bay­erns Fi­nanz­mi­nis­ter Mar­kus Sö­der (CSU) die Ober­gren­ze wich­tig für „das men­ta­le Ge­wis­sen des Vol­kes“. Der­weil wächst in der CDU die Zahl der Be­für­wor­ter ei­ner schär­fe­ren Ab­schie­be­pra­xis.

Die von der CSU ge­for­der­te Ober­gren­ze von ma­xi­mal 200 000 Flücht­lin­gen pro Jahr ist der Kern­streit­punkt in der Flücht­lings­po­li­tik zwi­schen den Schwes­ter­par­tei­en. Zu­letzt hat­te Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel er­neut die For­de­rung zu­rück­ge­wie­sen, wäh­rend CSU-Chef Horst See­ho­fer ei­ne künf­ti­ge Re­gie­rungs­be­tei­li­gung da­von ab­hän­gig mach­te.

Schäu­b­le sag­te, „die Sym­bol­de­bat­te um ei­ne Ober­gren­ze braucht kein Mensch“. Das Grund­recht auf Asyl ken­ne „per De­fi­ni­ti­on kei­ne Ober­gren­ze“. Da­ge­gen gab Mar­kus Sö­der dem Streit ei­ne grund­sätz­li­che Be­deu­tung. Es han­de­le sich da nicht um ei­ne Ba­na­li­tät zwi­schen CDU und CSU und auch nicht um „ei­ne ty­pi­sche Spin­ne­rei“, „son­dern da geht es wirk­lich ins Ein­ge­mach­te“: Weil ei­ne Ober­gren­ze wich­tig für das „men­ta­le Ge­wis­sen ei­nes Vol­kes“sei, „blei­ben wir da­bei“.

Die ur­sprüng­lich von Ba­denWürt­tem­bergs In­nen­mi­nis­ter und CDU-Vi­ze Tho­mas Strobl (Fo­to: pr) ge­for­der­te schär­fe­re Ab­schie­be­pra­xis be­kommt der­weil wach­sen­de Un­ter­stüt­zung. Schäu­b­le sag­te, Deutsch­land ha­be ei­ne enor­me Hilfs­be­reit­schaft ge­zeigt. „Aber wenn wir die­se Hilfs­be­reit­schaft er­hal­ten wol­len, müs­sen die­je­ni­gen wie­der ge­hen, die kein Recht ha­ben zu blei­ben. Das müs­sen wir bes­ser um­set­zen.“

Nach­dem Strobl for­der­te, auch Kran­ke ab­zu­schie­ben, er­gänz­te die stell­ver­tre­ten­de CDU-Che­fin Ju­lia Klöck­ner (Fo­to: dpa) dies mit der For­de­rung nach Ab­schie­bun­gen von Schwan­ge­ren. Ob kran­ke, il­le­gal in Deutsch­land le­ben­de Men­schen ab­ge­scho­ben wer­den sol­len, müs­se sich genau an­ge­schaut wer­den. Das­sel­be gel­te bei Schwan­ge­ren. „Es ist ein Un­ter­schied, ob je­mand im zwei­ten Mo­nat oder hoch­schwan­ger ist“, sag­te sie.

Ein vom Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) in Auf­trag ge­ge­be­ner Be­richt der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung McKin­sey for­dert der­weil ei­ne „kon­se­quen­te­re Rück­füh­rung“aus­rei­se­pflich­ti­ger Aus­län­der. Da­zu sei­en ent­spre­chen­de Ab­schie­bungs­haft­und Ge­wahr­sam­s­an­stal­ten ein­zu­rich­ten“, heißt es in dem Pa­pier. Au­ßer­dem regt McKin­sey ein fi­nan­zi­el­les An­reiz­sys­tem für frei­wil­li­ge Rück­keh­rer an.

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