Jus­tiz­mi­nis­ter Wolf will mehr Mög­lich­kei­ten zur DNA-Aus­wer­tung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SEITE DREI -

DNA-Spu­ren aus Ka­pi­tal­ver­bre­chen soll­ten nach An­sicht von Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf (CDU) um­fas­sen­der aus­ge­wer­tet wer­den dür­fen. Wolf will sei­ne Initia­ti­ve bei der nächs­ten Kon­fe­renz der Jus­tiz­mi­nis­ter zur Spra­che brin­gen, wie ein Spre­cher des Mi­nis­te­ri­ums der „Stutt­gar­ter Zei­tung“am Sams­tag sag­te. Der Mi­nis­ter selbst be­zog sich im Ge­spräch mit dem Blatt aus­drück­lich auf die bei­den jüngs­ten Mor­de an Frau­en in Süd­ba­den – in Frei­burg und in En­din­gen (Land­kreis Em­men­din­gen), wo An­fang No­vem­ber ei­ne 27-Jäh­ri­ge ge­walt­sam ums Le­ben kam. Mit ei­ner Ge­set­zes­än­de­rung auf Bun­des­ebe­ne sol­le es mög­lich wer­den, auch Merk­ma­le wie Haut-, Au­gen- oder Haar­far­be an­hand der DNA-Spu­ren zu er­mit­teln, die zum Bei­spiel an Tat­or­ten si­cher­ge­stellt wer­den – bis­her ist dies nicht er­laubt. Auch den Er­mitt­lern im Fall der er­mor­de­ten Frei­bur­ger Stu­den­tin wa­ren des­we­gen bei den Un­ter­su­chun­gen die Hän­de ge­bun­den. In an­de­ren Staa­ten, et­wa den Nie­der­lan­den, ist es hin­ge­gen er­laubt, In­for­ma­tio­nen zu ent­spre­chen­den Merk­ma­len aus der DNA zu ge­win­nen. Der Spre­cher von Ba­den-Würt­tem­bergs In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) sag­te am Sams­tag auf An­fra­ge: „Mehr kri­mi­na­lis­ti­sche Mög­lich­kei­ten bie­ten zu­sätz­li­che Chan­cen, schwe­re Ver­bre­chen auf­zu­klä­ren und Tä­ter zu er­mit­teln. Durch die­ses In­stru­ment könn­ten bei Er­mitt­lun­gen be­stimm­te Schwer­punk­te kla­rer ge­setzt wer­den.“Ganz grund­sätz­lich gel­te, dass die grün-schwar­ze Lan­des­re­gie­rung die Si­cher­heits­be­hör­den stär­ken wol­le und wer­de – „mit mehr Per­so­nal, mit bes­se­rer Aus­stat­tung und auch mit mehr Mög­lich­kei­ten“, be­ton­te der Spre­cher von Strobl. Von Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) gab es zum Vor­stoß von Jus­tiz­mi­nis­ter Wolf kei­ne Stel­lung­nah­me. Die Lan­des­re­gie­rung ha­be sich mit die­ser Fra­ge noch nicht be­fasst, sag­te des­sen Spre­cher. Der Ein­satz von DNA-Un­ter­su­chun­gen ist in Pa­ra­graf 81 der Straf­pro­zess­ord­nung ge­re­gelt. Trä­ger der mensch­li­chen Erb­sub­stanz ist die Des­oxy­ri­bo­nu­clein­säu­re – nach der eng­li­schen Be­zeich­nung mit DNA ab­ge­kürzt. Für ei­ne DNAAna­ly­se rei­chen schon ge­rings­te Spu­ren wie Haut­schup­pen, Haa­re, Sper­ma oder Spei­chel­res­te. DNASpu­ren sind ein ge­ne­ti­scher Fin­ger­ab­druck. Durch die Un­ter­su­chung kann die Iden­ti­tät ei­nes Men­schen na­he­zu si­cher fest­ge­stellt wer­den. Der DNA-Be­weis gilt als das er­folg­reichs­te kri­mi­na­lis­ti­sche In­stru­ment bei der Iden­ti­fi­zie­rung von Tä­tern und der Zu­ord­nung von Tat­spu­ren. (lsw/sz)

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