Stadt­ka­pel­le be­schert Zu­schau­ern klang­li­ches Ver­gnü­gen

Orches­ter spielt sich mit ab­wechs­lungs­rei­chem Pro­gramm in die Her­zen der Gäs­te

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN -

SIGMARINGEN (sgr) - Ein „Kopf­ki­no“hat der Mar­kus Kra­mer, Vor­sit­zen­der der Sig­ma­rin­ger Stadt­ka­pel­le, bei der Be­grü­ßung dem zahl­reich er­schie­ne­nen Pu­bli­kum ver­spro­chen. Das hat die Stadt­ka­pel­le bei ih­rem Jah­res­kon­zert am Sams­tag auch er­fül­len kön­nen. Mit Ju­bel­ru­fen und be­geis­tern­den Pfif­fen ha­ben sich die Be­su­cher bei den Ak­teu­ren be­dankt. Un­ter der Lei­tung von In­te­rims­di­ri­gent Andre­as Mei­er – Stamm­di­ri­gent Da­vid Gil­son be­fin­det sich im Kran­ken­haus – spiel­te sich das Orches­ter mit ei­nem ab­wechs­lungs­rei­chen Pro­gramm in die Her­zen der Gäs­te. Mit den Wor­ten „Ih­re Oh­ren wer­den Au­gen ma­chen“, vi­sua­li­sier­te der Mo­de­ra­tor schon zu Be­ginn das Mot­to des Abends auf amü­san­te Wei­se. In der Tat ver­ur­sach­ten die Klän­ge der Mu­si­ker be­mer­kens­wer­te Sin­nes­ein­drü­cke, die das Kopf­ki­no ein­schal­te­ten und ech­tes Ver­gnü­gen be­rei­te­ten. Schon die „For­te­kids“, das Orches­ter mit den Mu­si­kern, die erst seit ein, zwei Jah­ren auf Blas­in­stru­men­ten spie­len, ent­führ­te un­ter der Lei­tung von Es­t­her Kra­mer mit der „A Ga­lac­tic Sui­te“von Micha­el Zeh in die Welt der Ster­nen­krie­ger. Ganz an­de­re Vi­sio­nen lie­ßen die „For­tis­sig­mo“vor dem in­ne­ren Au­ge ent­ste­hen. Un­ter der Lei­tung von Su­san­ne Seß­ler nahm das Ju­gend­or­ches­ter das Pu­bli­kum un­ter an­de­rem mit in den Wil­den Wes­ten, ge­nau­er, nach „Da­ko­ta“von Ja­kob de Ha­an. Mu­si­ka­lisch er­zähl­ten die Jung­mu­si­ker die Ge­schich­te der In­dia­ner von der Be­schwö­rung des Gro­ßen Geis­tes über die Büf­fel­jagd und den Geis­ter­tanz bis hin zu den tra­gi­schen Er­eig­nis­sen am „Woun­ded Knee“. Da­bei ver­stand es die Ju­gend, den Ge­scheh­nis­sen über die Mu­sik Wür­de und Grö­ße zu ver­lei­hen, aber auch Trau­er über das den Ur­ein­woh­nern an­ge­ta­ne Un­recht aus­zu­drü­cken. Wuch­ti­ge Hör­bil­der ent­ste­hen Mit dem „Gro­ßen Tor von Kiew“von Mus­sorks­ky er­öff­ne­ten die Er­wach­se­nen der Stadt­ka­pel­le. Für be­geis­tern­den Ap­plaus sorg­te de­ren er­fri­schen­de In­ter­pre­ta­ti­on der „Huck­le­ber­ry-Finn-Sui­te“von Fran­co Ce­sa­ri­ni. Au­gen mach­ten die Oh­ren auch bei der mo­nu­men­ta­len „Al­pi­na Sa­ga“von Tho­mas Doss, die in wuch­ti­gen Hör­bil­dern von der groß­ar­ti­gen Berg­welt er­zählt. Nicht we­ni­ger be­ein­dru­ckend war die „Sui­te on Cel­tic Folk Songs“von To­mo­hi­ro Tate­be, die mit ty­pi­schen iri­schen Klän­gen von den Al­pen di­rekt in das Herz der grü­nen In­sel führ­te. Zau­ber­haft wirk­te das Spiel von Es­t­her Kra­mer auf der Pic­co­lo­flö­te, die es ver­stand, die fast un­wi­der­steh­li­che Ma­gie der kel­ti­schen Kul­tur in die Sig­ma­rin­ger Stadt­hal­le zu brin­gen. Und hin­rei­ßend der drit­te Satz mit dem „Reel“, ei­nem über­aus tem­pe­ra­ment­vol­len irisch-schot­ti­schen Volks­tanz, der von den Spie­lern vol­le Kon­zen­tra­ti­on und Fin­ger­fer­tig­keit ver­lang­te. Denn das Tem­po ei­nes Reels be­trägt in der Re­gel et­wa 50 bis 60 Tak­te pro Mi­nu­te. Ent­spre­chend be­geis­tert re­agier­te das Pu­bli­kum. Mit „Ima­gi­ne“von John Len­non und „The Wiz – das zau­ber­haf­te Land“setz­te die Stadt­ka­pel­le Sigmaringen wei­te­re Glanz­punk­te. „Un­se­re Er­war­tun­gen sind weit über­trof­fen wor­den“, sag­te Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer, der es sich nicht neh­men ließ, auf die Büh­ne zu ge­hen und den Mu­si­kern zu gra­tu­lie­ren. „Herr Mai­er, wir ha­ben sie ins Herz ge­schlos­sen“, sag­te der Bür­ger­meis­ter zum Di­ri­gen­ten. Der wies das Lob be­schei­den ab. „Ich ha­be fast nichts ma­chen brau­chen“, sagt Mül­ler. Als er kam, sei das Orches­ter von sich aus be­reits voll in den Pro­ben ge­we­sen, er hät­te sozu­sa­gen nur den Fein­schliff ge­macht.

FO­TO: SU­SAN­NE GRIMM

Mit dem „Gro­ßen Tor von Kiew“von Mus­sorks­ky er­öff­nen die Er­wach­se­nen der Stadt­ka­pel­le ih­ren Kon­zert­teil.

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