Not­falls nach­ver­han­deln

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Von Chris­toph War­ten­berg

Man stel­le sich vor, die Lan­des­re­gie­rung wür­de be­schlie­ßen, am Stadt­rand von Stutt­gart für ei­ni­ge Mil­lio­nen Eu­ro Flücht­lings­un­ter­künf­te zu bau­en, was wä­re das für ein Ge­schrei we­gen Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern, und dann noch auf den teu­ers­ten Grund­stü­cken des Lan­des bau­en – Skan­dal.

Als die Ka­ser­ne in Sigmaringen ge­schlos­sen wur­de, ha­ben die Leu­te auch Skan­dal ge­schrien, frisch re­no­vier­te Ge­bäu­de wer­den auf­ge­ge­ben, Mil­lio­nen ver­pul­vert.

Da in der ehe­ma­li­gen Ka­ser­ne nun ein­mal zur Flücht­lings­un­ter­brin­gung bes­tens ge­eig­ne­te Räum­lich­kei­ten vor­han­den sind, war­um soll­te das Land auf de­ren Nut­zung ver­zich­ten und ei­nen Hau­fen Geld ver­schwen­den?

Si­cher gibt es vie­le Din­ge, die ge­nau­er zu re­geln und zu ver­han­deln sind. Aber die meis­ten de­rer, die jetzt über wirt­schaft­li­chen Scha­den und miss­lun­ge­ne Kon­ver­si­on jam­mern, wa­ren wohl noch nie in der Ex-Ka­ser­ne, ha­ben kei­ne Vor­stel­lung da­von, wie rie­sig das Are­al ist, so groß, dass man sich leicht ver­fah­ren kann. Da wird doch ge­nü­gend Platz für ei­ne Zoll­schu­le, Wirt­schafts­be­trie­be, ei­nen In­no-Cam­pus und 1000 Flücht­lin­ge sein. Wenn es tat­säch­lich so weit kom­men soll­te, dass Kon­ver­si­ons­plä­ne di­rekt be­trof­fen wä­ren, dann soll­te man sich al­ler­dings die Mög­lich­keit von Nach­jus­tie­run­gen of­fen­hal­ten. Die Flücht­lin­ge sind nun ein­mal da. c.war­ten­berg@schwa­ebi­sche.de

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