Fried­hof in Stet­ten er­hält neu­es Be­gräb­nis­feld

Der neue Be­reich des Ur­nen­ge­mein­schafts­fel­des bie­tet drei Mög­lich­kei­ten der Be­stat­tung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - STETTEN/MESSKIRCH - Von Su­san­ne Grimm

STET­TEN AM KAL­TEN MARKT - Auf dem Fried­hof in Stet­ten a.k.M. gibt es seit Kur­zem mit dem gärt­ner­ge­pfleg­ten Gr­ab­feld ein neu­es Be­stat­tungs­an­ge­bot. Bür­ger­meis­ter Ma­ik Lehn stell­te nun ge­mein­sam mit Ar­nulf Hosch von der Würt­tem­ber­gi­schen Fried­hofs­gärt­ner Ge­nos­sen­schaft das neue Ur­nen­grab­feld vor.

Das neue Be­gräb­nis­feld bie­tet drei Mög­lich­kei­ten der Be­stat­tung an: Im Ur­nen­ge­mein­schafts­feld mit zen­tra­ler Ste­le kön­nen 18 Ur­nen be­stat­tet wer­den. Die Gr­ab­flä­che ist mit im­mer­grü­nen Bo­den­de­ckern und Klein­ge­höl­zen be­pflanzt. Zen­tral dar­in ist die Ste­le als gro­ßes Gr­ab­mal mit den Na­men der Ver­stor­be­nen in Bron­ze­schrift. Das Ur­nen­ge­mein­schafts­feld mit in­di­vi­du­el­len Gr­ab­ma­len im Rei­hen­grab ist mit hoch­wer­ti­gen im­mer­grü­nen Bo­den­de­ckern und Klein­ge­höl­zen be­pflanzt. Das Gr­ab­mal ist in­ner­halb des von der Fried­hofs­sat­zung an­ge­ge­be­nen For­mats von der Grö­ße, des Ma­te­ri­als und der Be­schrif­tung frei wähl­bar. Die drit­te Va­ri­an­te ist das Ur­nen­ge­mein­schafts­grab mit in­di­vi­du­el­len Gr­ab­ma­len als so­ge­nann­tes Wahl­grab. In ei­ner sol­chen Gr­ab­stät­te kön­nen zwei Ur­nen bei ei­ner Nut­zungs­dau­er von 15 Jah­ren bei­ge­setzt wer­den. Ver­län­ge­rung mög­lich Wenn nach Ablauf der Ru­he­zeit der ers­ten Ur­ne kei­ne zwei­te Be­stat­tung er­folgt ist, kann die Lie­ge­zeit um wei­te­re 15 Jah­re ver­län­gert wer­den. Dar­über hin­aus ist ei­ne wei­te­re Ver­län­ge­rung um fünf Jah­re mög­lich. Bei der zwei­ten Be­stat­tung muss je­doch ein er­neu­ter Gr­ab­pfle­ge­ver­trag über die Min­de­stru­he­zeit mit der Ge­nos­sen­schaft ab­ge­schlos­sen wer­den. Auch hier sind die Gr­ab­flä­chen durch­gän­gig be­grünt und das Gr­ab­mal im Rah­men der Fried­hofs­sat­zungs­vor­ga­ben frei wähl­bar. Da vie­le Fa­mi­li­en heu­te weit ver­streut le­ben, wer­de die tra­di­tio­nel­le Gr­ab­pfle­ge oft zu ei­nem Pro­blem. Im­mer mehr Men­schen wür­den sich so­gar an­onym be­stat­ten las­sen, um die An­ge­hö­ri­gen von den Kos­ten und der Gr­ab­pfle­ge zu be­wah­ren, hob Ar­nulf Hosch her­vor. Al­ler­dings feh­le den Hin­ter­blie­be­nen dann aber ein Platz zum Trau­ern und Ge­den­ken. Zu­dem ha­be sich die Be­stat­tungs­kul­tur in Deutsch­land – weg von der Sarg­bei­set­zung, hin zu Ur­nen­be­gräb­nis­sen – in den ver­gan­ge­nen Jah­ren laut Lehn deut­lich ge­wan­delt. „Wir ha­ben dar­auf re­agiert und zu­sam­men mit der Ge­nos­sen­schaft der Würt­tem­ber­gi­schen Fried­hofs­gärt­ner für die Stet­tener Bür­ger ein neu­es Be­stat­tungs­an­ge­bot ge­schaf­fen“, sag­te Bür­ger­meis­ter Lehn. Bei der neu­en Grab­an­la­ge han­delt es sich um ei­ne ein­heit­lich ge­stal­te­te und ge­pfleg­te An­la­ge mit ver­schie­de­nen Ur­nen­grab­stät­ten. „Die Be­stat­tun­gen mit Gr­ab­bepflan­zun­gen und dau­er­haf­ter Pfle­ge wäh­rend der gan­zen Lie­ge­zeit wer­den über ei­nen Dau­er­grab­pfle­ge­ver­trag als preis­güns­ti­ges Kom­plett­pa­ket an­ge­bo­ten“, er­läu­ter­te Hosch. Wer ein An­ge­hö­ri­gen­grab nicht pfle­gen kann, aber den­noch ei­nen Ort der Er­in­ne­rung ha­ben will, des­sen Pfle­ge bis zum En­de der Ru­he­zeit ab­ge­si­chert ist, für den sei die­se Be­stat­tungs­form die rich­ti­ge Ent­schei­dung, sag­te Lehn.

FO­TO: SGR

Bür­ger­meis­ter Ma­ik Lehn (von links) am neu­en Ur­nen­grab­feld auf dem Fried­hof mit Mar­ti­na und Gün­ter Sie­ber (Be­stat­ter), Sa­bi­ne und Bernd Hotz (St­ein­metz), An­dré Dos­ter (Blu­men-Kri­gar aus Alb­stadt), Pro­jekt­lei­te­rin Su­san­ne Müll­ler, Ar­nulf Hosch so­wie Mar­kus Spen­de vom Bau­amt.

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