Stadt­ka­pel­le mu­si­ziert auf ho­hem Ni­veau

Men­ge­ner Mu­si­ker lie­fern beim Jah­res­kon­zert ein ab­wechs­lungs­rei­ches Pro­gramm ab

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN/SCHEER - Von Chris­toph Kla­wit­ter

MEN­GEN - Ei­nen Hör­ge­nuss der Ex­t­ra­klas­se hat die Stadt­ka­pel­le Men­gen ih­ren Zu­hö­rern beim Jah­res­kon­zert ge­bo­ten. Di­ri­gent Ralf Uhl hat­te wie­der ein an­spruchs­vol­les und ab­wechs­lungs­rei­ches Pro­gramm zu­sam­men­ge­stellt. Durch den Abend in der gut be­such­ten Ablach­hal­le führ­te als Mo­de­ra­tor Hu­bert Rochow, Eh­ren­mit­glied der Stadt­ka­pel­le.

Mit dem Küras­sier­marsch „Gro­ßer Kur­fürst“ging es los. Leb­haft konn­te man sich bei die­sem Marsch ei­nen mu­si­ka­li­schen Ein­druck von preu­ßi­scher Mi­li­tär­macht ma­chen und sich vor sei­nem geis­ti­gen Au­ge pa­ra­die­ren­de preu­ßi­sche Sol­da­ten vor­stel­len – so laut und za­ckig, bei­na­he in­fer­na­lisch war das Stück. An­spruchs­voll war dann die Fan­ta­sie aus der Oper „Der Frei­schütz“, al­lein schon we­gen der enor­men Län­ge des Stü­ckes. Seit der Urauf­füh­rung gel­te das Stück als In­be­griff der deut­schen ro­man­ti­schen Oper, in­for­mier­te Mo­de­ra­tor Hu­bert Rochow. „Der Wald als Hand­lungs­raum ist auch ein Ort fröh­li­chen Jagd­trei­bens und ge­heim­nis­vol­ler, be­droh­li­cher Mäch­te. So be­wegt sich die Mu­sik zwi­schen Hei­ter­keit und dä­mo­ni­scher Fins­ter­nis.“

Das pral­le Stück be­ein­druck­te mit ei­ner Viel­falt von Klän­gen: be­droh­li­che Tö­ne, ab­wech­selnd lang­sa­mes und schnel­les Tem­po, dann wie­der dun­kel-be­droh­li­che Tö­ne aus der Tu­ba – das lan­ge Stück ver­lang­te be­son­ders Di­ri­gent Ralf Uhl ei­ni­ges ab, wie zu se­hen war. Er di­ri­gier­te mit vol­lem Kör­per­ein­satz, am En­de des Stücks, das ja erst das zwei­te der Stadt­ka­pel­le an dem Abend war, war er be­reits schweiß­nass. Wie ge­wohnt kam er oh­ne No­ten und Di­ri­gen­ten­stab aus, er hat­te al­les aus­wen­dig im Kopf. Bei den Pro­ben für das Stück „Der Frei­schütz“ha­be Uhl sämt­li­che Ari­en zum bes­se­ren Ver­ständ­nis für sei­ne Mu­si­ker aus­wen­dig vor­ge­sun­gen, er­zähl­te Rochow, der un­ter­halt­sam und in­for­ma­tiv durch den Abend führ­te.

„Sa­phi­ra­na“war dann ein be­son­de­res Stück: Di­ri­gent, Ar­ran­geur und Kom­po­nist war Ralf Uhl in Per­so­nal­uni­on, das heißt das Stück stammt aus sei­ner Fe­der. In der sin­fo­ni­schen Ton­dich­tung geht es um ei­nen Aben­teu­rer, der fas­zi­niert ist von der Schön­heit des Sa­phirs, ei­nes Edel­steins. Er reist nach In­di­en und sucht nach dem St­ein. Die Su­che ist ge­fähr­lich und müh­sam. Ge­konnt trans­por­tier­ten die Mu­si­ker die wech­sel­vol­le Stim­mung des Stücks. Ge­wal­tig war ei­ne Stel­le, an der sich meh­re­re Re­gis­ter ver­ei­nig­ten. Mu­si­ker spie­len Mor­ri­co­ne Mit der fest­li­chen Ou­ver­tü­re Ju­bi­lan­ce ging es nach der Pau­se wei­ter. „Das wan­deln­de Schloss“war das nächs­te Stück, und da­mit ka­men die Mu­si­ker zum Gen­re Film­mu­sik: „Das wan­deln­de Schloss“ist ein Zei­chen­trick­film des Re­gis­seurs Miyaz­aki, der Film ba­siert auf ei­nem Kin­der­buch. „Hin­ter­grün­dig be­han­deln Buch und Film auch die Ge­fah­ren und Ängs­te wäh­rend ei­nes Krie­ges“, er­läu­ter­te Hu­bert Rochow da­zu. Me­lan­cho­lisch-er­grei­fend wur­de es dann mit den „Nights in Whi­te Sa­tin“, das von Sehn­sucht und un­er­füll­ter Lie­be er­zählt.

Le­gen­dä­re Film­me­lo­di­en von En­nio Mor­ri­co­ne aus „The Good, the Bad and the Ugly“(„Zwei glor­rei­che Ha­lun­ken“) gab es an­schlie­ßend zu hö­ren, wäh­rend an­schlie­ßend das Kon­zert mit ei­nem lau­ten Deep-Pur­p­le-Med­ley en­de­te – aber nicht oh­ne die Zu­ga­be „Ber­li­ner Luft“. Am Key­board/Syn­the­si­zer un­ter­stütz­te an die­sem Kon­zert­abend Leo­nie Schnei­der. Zu Be­ginn des Abends hat­te die Ju­gend­ka­pel­le un­ter der Lei­tung von Da­nie­la Schlei­fer ge­zeigt, wel­chen ho­hen Stand sie be­reits er­reicht hat. Zu hö­ren gab es ei­ne „Roy­al Fan­fa­re“und „The Schu­mann Sui­te“.

In ei­ner kur­zen An­spra­che blick­te Wer­ner Frank, der Vor­sit­zen­de der Stadt­ka­pel­le, auf das Jahr zu­rück. Ei­ner der Hö­he­punk­te sei die Ber­lin­rei­se mit der Bür­g­er­wa­che ge­we­sen. Be­son­ders freu­en sich die Mu­si­ker über ih­re neu­en Uni­for­men: „Auf un­ser Out­fit sind wir ganz stolz“, sag­te Frank. „Die Köp­fe, die her­aus­schau­en, sind aber die al­ten“, wit­zel­te er. Sein Stell­ver­tre­ter Wer­ner Fla­isch zeig­te auf, mit wel­chem Ehr­geiz Di­ri­gent Ralf Uhl die Ka­pel­le lei­tet: Zum Schluss ha­be man fünf Pro­ben pro Wo­che für das Jah­res­kon­zert ge­habt. „Aus den ver­gan­ge­nen Pro­ben wis­sen wir, dass er mit nichts we­ni­ger als ei­nem per­fek­ten Kon­zert zu­frie­den ist“, be­merk­te Wer­ner Fla­isch lä­chelnd.

FO­TOS: CHRIS­TOPH KLA­WIT­TER

Die Mu­si­ker der Stadt­ka­pel­le Men­gen spie­len in der Ablach­hal­le auf.

Hu­bert Rochow führt durch den Kon­zert­abend.

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