FPÖ setzt auf 2017

Die Rechts­po­pu­lis­ten in Ös­ter­reich re­den sich nach der Nie­der­la­ge bei der Prä­si­den­ten­wahl Mut zu

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Rudolf Gruber

WI­EN - Noch leckt die FPÖ die Wun­den nach der ver­lo­re­nen Prä­si­dent­schafts­wahl. Doch der Rechts­po­pu­lis­mus ist in Ös­ter­reich nicht be­siegt. Die FPÖ-Hoff­nun­gen ru­hen auf 2017.

Heinz-Chris­ti­an Stra­che, Chef der rech­ten Frei­heit­li­chen Par­tei (FPÖ), spielt den Trös­ter. „Heu­te, na­ja, heu­te geht der ei­ne oder an­de­re von uns viel­leicht mit ei­ner Son­nen­bril­le ein­kau­fen, aber mor­gen ar­bei­ten wir noch här­ter wei­ter, für un­ser Ös­ter­reich und un­se­re Kin­der“, teil­te er auf sei­ner Face­book-Sei­te mit und schob ei­ne Kampf­an­sa­ge hin­ter­her: „2017 wird das Jahr der Frei­heit­li­chen! Un­se­re Zeit kommt!“

Statt des ers­ten rechts­po­pu­lis­ti­schen Prä­si­den­ten in der EU wähl­ten die Ös­ter­rei­cher den ers­ten Grü­nen in die Wie­ner Hof­burg. Die Wahl von Alex­an­der Van der Bel­len hat der ge­sam­ten an­ti-eu­ro­päi­schen Be­we­gung ei­ne Nie­der­la­ge be­schert.

2018 wä­re der re­gu­lä­re Ter­min für die nächs­te Par­la­ments­wahl. Im sel­ben Jahr wird aber auch in vier Bun­des­län­dern – Nie­der­ös­ter­reich, Salzburg, Ti­rol und Kärn­ten – ge­wählt. Die mäch­ti­gen Lan­des­chefs, die sämt­lich den tra­di­tio­nel­len Re­gie­rungs­par­tei­en ÖVP und SPÖ an­ge­hö­ren, wer­den laut Be­ob­ach­tern dar­auf drän­gen, dass die Bun­des­wahl auf Früh­jahr oder Herbst 2017 vor­ver­legt wird. Al­lein schon des­halb, um nicht den Groß­teil des Wäh­ler­frusts ab­zu­be­kom­men.

Die „Blau­en“rüs­ten sich mit ei­ner Dop­pel­spit­ze: Stra­che und Ho­fer, der trotz sei­ner Nie­der­la­ge als Hoff­nungs­trä­ger der FPÖ gilt: Man hofft, dass ein Groß­teil von Ho­fers Po­pu­la­ri­tät – er kam bei der Prä­si­den­ten­wahl auf knapp 47 Pro­zent – auf die FPÖ ab­fällt. Ho­fer hat sich Stra­che noch in der Wahl­nacht als „pro­mi­nen­ter Wahl­hel­fer“an­ge­dient. Die ver­lo­re­ne Wahl ha­be in ihm „ei­nen schla­fen­den Bä­ren ge­weckt“, gab er sich kamp­fes­lus­tig, ob­gleich ihm die Ent­täu­schung an­zu­se­hen war. Ho­fer will er­neut für das Par­la­ment kan­di­die­ren, de­ren drit­ter Vor­sit­zen­der er ist. Seit Mo­na­ten ist die FPÖ in Um­fra­gen mit 30 bis 35 Pro­zent die stärks­te Par­tei. Die Hoff­nung der Re­gie­rungs­par­tei­en auf ei­nen Macht­kampf in­ner­halb der FPÖ dürf­te sich nicht er­fül­len. ÖVP hofft auf Se­bas­ti­an Kurz Eher wahr­schein­lich ist, dass die na­he­zu zer­rüt­te­te rot-schwar­ze Ko­ali­ti­on vor­zei­tig zer­fällt. Zwar hat die Wahl Van der Bel­lens das in­ne­re Kli­ma et­was ent­spannt. Doch vor al­lem Kräf­te in­ner­halb der kon­ser­va­ti­ven ÖVP drän­gen auf ei­nen Füh­rungs­wech­sel: Ihr Wusch­kanz­ler­kan­di­dat ist der erst 30-jäh­ri­ge Au­ßen­mi­nis­ter und Shoo­ting­star Se­bas­ti­an Kurz.

FO­TO: DPA

FPÖ-Chef Heinz-Chris­ti­an Stra­che hofft auf kom­men­des Jahr.

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