Re­ha-An­ge­bo­te un­ter der Lu­pe

Top-Sie­gel für zehn Wald­burg-Zeil-Kli­ni­ken und wei­te­re Ein­rich­tun­gen der Re­gi­on

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - GESUNDHEIT - Von Bar­ba­ra Wald­vo­gel

RA­VENS­BURG - 1130 Re­ha-Kli­ni­ken in Deutsch­land sind von der Zeit­schrift „Fo­cus Ge­sund­heit“(Aus­ga­be Dez./Jan.) un­ter die Lu­pe ge­nom­men wor­den. Da­von er­hiel­ten 300 die Aus­zeich­nung „Top Re­ha-Kli­nik 2017“, dar­un­ter meh­re­re Ein­rich­tun­gen aus un­se­rer Re­gi­on. Al­lein die Wald­burg-Zeil-Kli­ni­ken konn­ten für zehn Häu­ser in den Ka­te­go­ri­en Or­tho­pä­die, On­ko­lo­gie, Kar­dio­lo­gie, Psy­cho­so­ma­tik und Neu­ro­lo­gie das Prä­di­kat ent­ge­gen­neh­men.

Wie bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz der Wald­burg-Zeil-Kli­ni­ken im Me­di­en­haus der „Schwä­bi­schen Zei­tung“in Ra­vens­burg er­klärt wur­de, ba­siert die Er­he­bung auf den Er­geb­nis­sen des Münch­ner Re­cher­che in­sti­tutsMun ich In­qui­re Me­dia (Minq). Es be­frag­te Kli­nik­ärz­te und nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te, Pa­ti­en­ten ver­bän­de, Selbst­hil­fe grup­pen und So­zi­al di­enst mit­ar­bei­te­rin Akut kran­ken­häu­sern, wel­che Re­ha- Kli­ni­ken in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­son­ders po­si­tiv auf­ge­fal­len sei­en. Zwei­ter Schwer­punkt der Re­cher­che war das reh abili tat ions me­di­zi­ni­sche An­ge­bot. Un­ter den 300 aus­ge­zeich­ne­ten Ein­rich­tun­gen be­fin­den sich ne­ben den Wald­burg-Zeil-Kli­ni­ken in Au­len­dorf, Is­ny-Neu­trauch­burg, Bad Wald­see, Bad Füs­sing, Bad Sal­zel­men, Bad Saul­gau, Obe­r­am­mer­gau aus un­se­rer Re­gi­on auch die Städ­ti­schen Re­ha­kli­ni­ken Bad Wald­see, die Re­ha­kli­nik Über­ruh in Is­ny, die Kli­nik Lim­ber­ger in Bad Dür­rheim, die Pa­ra­cel­sus-Kli­nik in Schei­degg oder die He­li­os Kli­nik in Bad Grö­nen­bach. Al­le prä­mier­ten Ein­rich­tun­gen wer­den in­dem Heft mit ih­ren Be­wer­tun­gen nach B eh andlungs schwer­punk­ten und Post­leit­zah­len über­sicht­lich auf­ge­lis­tet. Ein Punk­te­sys­tem gibt Aus­kunft über Re­pu­ta­ti­on, Me­di­zin und Aus­stat­tung.

Wie wich­tig ei­ne gu­te Re­ha ist, mach­te bei der Pres­se­kon­fe­renz die 72-jäh­ri­ge Re­na­te Sc­zech aus Au­len­dorf-St­ei­nen­bach deut­lich. Die adret­te, re­de­ge­wand­te Ehe­frau und Groß­mut­ter hat­te sich im Au­gust zu ei­ner Knie­ope­ra­ti­on im Kli­ni­kum Fried­richs­ha­fen entschlossen, als die Schmer­zen un­er­träg­lich ge­wor­den wa­ren. Ihr wur­de er­folg­reich ei­ne Knie to­tal pro­the­se ein­ge­setzt. Nach neun Ta­gen Pfle­ge und ers­ter Mo­bi­li­sa­ti­on stand be­reits der Wech­sel zur An­schluss heil be­hand­lung in ei­ner Re­ha­kli­nik an. Da­bei hat man ih­re Wun­scha­dres­se be­rück­sich­tigt: Die Wald­burg-Zeil-Kli­nik in Bad Saul­gau soll­te es sein. „Ich woll­te in die Nä­he von Toch­ter und En­kel.“

Pa­ti­en­ten sind nicht nur Fäl­le, son­dern Men­schen

Das ver­buch­te Sc­zech schon ein­mal als Plus­punkt. Doch auch die gu­te Be­treu­ung von­sei­ten der Ärz­te, der Pfle­ge­kräf­te und des Per­so­nals der Haus­wirt­schaft wur­de von ihr be­tont. Die Pa­ti­en­ten sol­len auch nicht als Krank­heits­fäl­le, son­dern als Men­schen mit ih­ren in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen wahr­ge­nom­men wer­den. Die­sen An­spruch will Chef­arzt Chris­ti­an Dyny­bil in sei­nem Haus er­fül­len. Des­halb ist er be­strebt, er­gän­zend zu der schul­me­di­zi­ni­schen Be­hand­lung Be­rei­che der Kom­ple­men­tär­me­di­zin wie Aku­punk­tur, Yo­ga und Ent­span­nungs­übun­gen in die The­ra­pie ein­zu­bin­den.

Er hält es auch für sehr wich­tig, dass die Pa­ti­en­ten ei­ne sta­tio­nä­re Re­ha ma­chen kön­nen. Erst die­ser Auf­ent­halt, los­ge­löst von All­tags­an­for­de­run­gen und ge­wohn­ten Ver­hal­tens­mus­tern, füh­re zu ei­nem nach­hal­ti­gen Er­folg. „Die Pa­ti­en­ten brau­chen erst ein­mal ei­ne Wo­che, um über­haupt an­zu­kom­men. In der zwei­ten Wo­che ler­nen sie ih­ren Kör­per rich­tig ken­nen, und in der drit­ten Wo­che kön­nen sie Ver­hal­tens­wei­sen ein­üben, die sie spä­ter zu Hau­se fort­füh­ren sol­len“, er­klär­te Dyny­bil vor der Pres­se. Pa­ti­en­tin Sc­zech stimm­te zu: „Ich ma­che zu Hau­se jetzt mei­ne Übun­gen, die ich in der Re­ha ge­lernt ha­be. Ich weiß, dass ich selbst ak­tiv wer­den muss. Der Phy­sio­the­ra­peut kann es nicht al­lei­ne rich­ten.“

Drei Wo­chen sta­tio­nä­rer Auf­ent­halt sind sinn­voll

Frü­her konn­ten die Pa­ti­en­ten noch bis zu fünf Wo­chen Auf­ent­halt in An­spruch neh­men. Auf­grund des Kos­ten­drucks wur­de die­se Zeit­span­ne im­mer wie­der ge­kürzt. Aber un­ter drei Wo­chen ma­che ein sta­tio­nä­rer Re­ha-Auf­ent­halt we­nig Sinn, er­klär­te Dyny­bil. El­lio Schnei­der, Ge­schäfts­füh­rer der Wald­burg-ZeilK­li­ni­ken er­gänz­te: „Man hat in den letz­ten Jah­ren ei­ni­ge Ma­le in Ge­set­zes­be­grün­dun­gen le­sen kön­nen, die Re­ha­bi­li­ta­ti­on sol­le ge­stärkt wer­den. Pas­siert ist aber nicht viel. Denn au­ßer war­men Wor­ten benöti­gen Men­schen, da­mit sie ei­ne Re­ha an­tre­ten kön­nen, vor al­lem ei­nes: ein Ge­sund­heits­sys­tem, das über die nö­ti­gen fi­nan­zi­el­len Mit­tel ver­fügt, um die­se Maß­nah­men auch be­reit­zu­stel­len.“Vor dem Hin­ter­grund der Zu­nah­me chro­ni­scher Er­kran­kun­gen müs­se es mit­tel- und lang­fris­tig zu ei­ner deut­li­chen Ver­schie­bung von ei­ner heu­te pri­mär akut­me­di­zi­ni­schen zu ei­ner künf­tig stär­ker prä­ven­ti­ons- und re­ha­bi­li­ta­ti­ons­be­zo­ge­nen Ver­sor­gung kom­men, for­der­te Schnei­der.

Re­ha vor Pfle­ge – das Schlag­wort ist be­kannt und ein­leuch­tend. Soll da­mit doch klar ge­macht wer­den: Wer ei­ne gu­te Re­ha be­kommt, hat grö­ße­re Chan­cen, sich nach­her wie­der selbst ver­sor­gen zu kön­nen. Pa­ti­en­tin Sc­zech ist da­für ein gu­tes Bei­spiel. Heu­te kann sie wie­der oh­ne Krü­cken ge­hen, auch klei­ne­re Spa­zier­gän­ge sind mög­lich. Vor al­lem aber meis­tert sie nicht nur ih­ren Haus­halt, son­dern sie hilft auch ih­rem auf Un­ter­stüt­zung an­ge­wie­se­nen Mann. Sie setzt sich wie­der hin­ter das Steu­er, kann al­so ein selbst­be­stimm­tes Le­ben füh­ren. Das Ziel von Ope­ra­ti­on und Re­ha ist er­reicht.

FO­TO: WALD­BURG-ZEIL-KLI­NI­KEN

Nach ge­glück­ter Knie­ope­ra­ti­on mit an­schlie­ßen­dem Re­ha-Auf­ent­halt ist Pa­ti­en­tin Re­na­te Sc­zech dank­bar, dass sie wie­der oh­ne Schmer­zen und oh­ne Krü­cken ge­hen kann. Hier mit El­lio Schnei­der (links), Ge­schäfts­füh­rer der Wald­burg-Zeil-Klin­ken, und Chris­ti­an Dyny­bil, Chef­arzt der Re­ha­kli­nik in Bad Saul­gau.

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