Nord­tras­se wird durch Stadt­wald füh­ren

Scheer plant die Er­wei­te­rung des In­dus­trie­ge­biets in un­mit­tel­ba­rer Nä­he der Tras­se

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN/SIGMARINGEN/RAVENSBURG - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann

SCHEER - Die Nach­richt, dass es die Nord­tras­se in den vor­dring­li­chen Be­darf des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans ge­schafft hat, ist in Scheer mit ver­hal­te­ner Zu­stim­mung quit­tiert wor­den. „Wir dür­fen jetzt dar­auf hof­fen, dass in zehn Jah­ren viel­leicht nicht mehr ganz so viel Schwer­la­stund Fern­ver­kehr durch un­se­re Stadt fährt“, sag­te Bür­ger­meis­ter Lothar Fi­scher. In­ter­es­sant sei in ei­nem nächs­ten Schritt nun na­tür­lich die ge­naue Tras­sen­füh­rung im Stadt­ge­biet von Scheer.

Zur Ent­las­tung der Orts­durch­fahr­ten von Städ­ten und Ge­mein­den zwi­schen Men­gen und Meß­kirch ist ge­plant, ei­nen Ab­zweig der Bun­des­stra­ße 32 vor Scheer quer durch den Wald zu bau­en, der bei Jo­sefslust in die Lan­des­stra­ße zwi­schen Krau­chen­wies und Sigmaringen mün­den wür­de. Au­ßer­dem sol­len im wei­te­ren Ver­lauf Um­fah­run­gen der In­zig­ko­fer Orts­tei­le Vil­sin­gen und En­gels­wies ge­baut wer­den. „Ich per­sön­lich se­he es po­si­tiv, dass das Vor­ha­ben Nord­tras­se nun die­se rie­si­ge Hür­de ge­schafft hat“, sagt Bür­ger­meis­ter Fi­scher. Er hat der De­le­ga­ti­on, die im Sep­tem­ber ge­mein­sam mit Land­rä­tin Ste­fa­nie Bürk­le und dem CDUBun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Tho­mas Ba­reiß in Ber­lin für das Pro­jekt ge­wor­ben hat und der man nun den Er­folg zu­schreibt, nicht an­ge­hört. „Aber nicht, weil mich das The­ma nicht in­ter­es­siert“, be­tont Fi­scher. Er ha­be sei­nen Ur­laub be­reits ge­bucht ge­habt. „Sonst wä­re ich na­tür­lich da­bei ge­we­sen.“

Fi­scher selbst hat sich in den ver­gan­ge­nen Wo­chen mehr für den Frucht­kas­ten auf dem Götz-Are­al in­ter­es­siert als für die Nord­tras­se. „Jetzt muss ich mich erst ein­mal ein­le­sen“, gibt er zu. „Aber so ein Pl­an­fest­stel­lungs­ver­fah­ren kann ja dau­ern.“Er glaubt, dass es in der Stadt Scheer ei­ne Grund­of­fen­heit der Nord­tras­se ge­gen­über gibt. „Ei­ne Ent­las­tung un­se­rer 90-Grad-Kur­ve wer­den die meis­ten be­grü­ßen“, sagt er. Die­je­ni­gen im Ort, die das Pro­jekt kri­tisch se­hen oder so­gar da­ge­gen sind, will er an ei­nen Tisch brin­gen, um Lö­sun­gen zu er­ar­bei­ten. „Man muss sich sach­lich mit dem The­ma aus­ein­an­der­set­zen. Be­stimm­te Sor­gen kön­nen si­cher mit ent­spre­chen­den Be­gleit­maß­nah­men wie Lärm­schutz ge­löst wer­den.“Klar sei auch, dass man mit den Gas­tro­no­men, Bä­ckern und der Metz­ge­rei dar­über spre­chen müs­se, wie even­tu­ell weg­fal­len­de Lauf­kund­schaft auf­ge­fan­gen wer­den kön­ne.

Fi­scher geht da­von aus, dass die Bür­ger­meis­ter der be­trof­fe­nen Kom­mu­nen bald vom Land­rats­amt über das wei­te­re Vor­ge­hen in­for­miert wer­den. „Bis­lang ist ja nur klar, dass die Tras­se ir­gend­wo vor der Fir­ma Späh von der Bun­des­stra­ße ab­zwei­gen

sagt Bür­ger­meis­ter Lothar Fi­scher.

und dann über den Berg in Rich­tung Jo­sefslust füh­ren soll“, so Fi­scher. Be­trof­fen sei­en da­bei zum größ­ten Teil städ­ti­sche Wald­flä­chen. „Ich ge­he da­von aus, dass wir die not­wen­di­gen Flä­chen an den Bund ver­kau­fen wer­den, auch als Vor­bild­funk­ti­on für pri­va­te Grund­stück­be­sit­zer“, sagt er. Na­tür­lich wür­de die Stadt so ei­ne gan­ze Ecke Wald ver­lie­ren. „An­ge­sichts des­sen, dass wir erst am Frei­tag dar­über ge­spro­chen ha­ben, dass wir aus dem Wald un­se­re Ein­nah­men er­zie­len, ist das na­tür­lich nicht per­fekt.“Vor­tei­le hät­te die Nord­tras­se auch für Un­ter­neh­men, die sich in der ge­plan­ten Er­wei­te­rung des In­dus­trie­ge­biets In Ol­ber an­sie­deln. „Die neu­en Flä­chen lie­gen in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zur neu­en Tras­se“, so Fi­scher. Viel­leicht kön­ne auch über ei­ne Ab­fahrt in das In­dus­trie­ge­biet ver­han­delt wer­den. Laut Fi­scher sind die be­trof­fe­nen Grund­stücks­be­sit­zer prin­zi­pi­ell zu ei­nem Ver­kauf be­reit, zwei grö­ße­re Flä­chen ha­be die Stadt be­reits er­wor­ben. „Wir pla­nen in zwei Bau­ab­schnit­ten mit je drei Hekt­ar“, sagt er.

„Be­stimm­te Sor­gen kön­nen si­cher mit Be­gleit­maß­nah­men ge­löst wer­den“,

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