Mann stiehlt in Meß­kir­cher Dro­ge­rie und er­hält sechs Mo­na­te Be­wäh­rung

Der 30-Jäh­ri­ge ist be­reits mehr­mals straf­fäl­lig ge­wor­den – Rich­te­rin be­rück­sich­tigt Fa­mi­li­en­si­tua­ti­on bei der Ur­teils­ver­kün­dung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH -

SIGMARINGEN/MESS­KIRCH (se­li) Zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von sechs Mo­na­ten, die zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt wur­de, ist ein 30-Jäh­ri­ger am Mon­tag im Amts­ge­richt Sigmaringen von Rich­te­rin Na­di­ne Zie­her ver­ur­teilt wor­den.

Der Mann mit ge­or­gi­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit, der mo­men­tan in Karls­berg lebt, hat­te im Ju­ni Kos­me­ti­ka und Pfle­ge­pro­duk­te in ei­ner dmFi­lia­le in Meß­kirch im Wert von rund 570 Eu­ro ge­stoh­len. Zu­sätz­lich zu der zur Be­wäh­rung aus­ge­setz­ten Frei­heits­stra­fe muss der Ver­ur­teil­te in­ner­halb ei­nes Jah­res 40 St­un­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit leis­ten. Um sei­ne Auf­la­gen ent­spre­chend zu er­fül­len, wur­de dem Asyl­be­wer­ber ein Be­wäh­rungs­hel­fer zu­ge­spro­chen. Der 30jäh­ri­ge Fa­mi­li­en­va­ter hat nun drei Jah­re Be­wäh­rungs­zeit vor sich, in der er nicht mehr straf­fäl­lig wer­den darf. An­sons­ten wer­den die sechs Mo­na­te um­ge­hend in ei­ne Ge­fäng­nis­stra­fe um­ge­wan­delt. Die Dau­er die­ser Be­wäh­rung war von Rich­te­rin Zie­her des­halb auf­er­legt wor­den, da der Mann in­ner­halb we­ni­ger Mo­na­te be­reits von vier un­ter­schied­li­chen Amts­ge­rich­ten zu ei­ner Geld­stra­fe ver­ur­teilt wor­den war – vor­wie­gend we­gen Dieb­stahls. „Das ist ein Warn­schuss, den Sie ernst neh­men müs­sen. Bei Ih­nen liegt ei­ne ho­he Rück­fall­ge­schwin­dig­keit vor und Sie soll­ten nun be­grei­fen, dass Sie ei­ne Vor­bild­funk­ti­on ge­gen­über Ih­ren Kin­dern ha­ben“, be­ton­te Na­di­ne Zie­her bei der Ur­teils­ver­kün­dung. Auf Nach­fra­ge der Rich­te­rin konn­te sich der An­ge­klag­te wäh­rend des Ge­richts­ter­mins zu­nächst we­der an Meß­kirch noch die Tat er­in­nern. Im Lau­fe der Ver­hand­lung räum­te der Asyl­be­wer­ber dann aber ein, den Dieb­stahl be­gan­gen zu ha­ben. Als Grund gab er an, dass er Geld für ein Bahn­ti­cket nach Karls­berg auf­trei­ben woll­te. Das hielt die Rich­te­rin für we­nig glaub­haft.

Seit Herbst 2015 hält sich der 30Jäh­ri­ge mit sei­ner Frau und ih­ren drei Kin­dern in Deutsch­land auf. Seit fünf Mo­na­ten be­fin­de sich sei­ne Frau im Ge­fäng­nis, wes­halb der An­ge­klag­te sich nun al­lein um sei­ne Kin­der küm­mern müs­se. Dies ha­be die Rich­te­rin bei ih­rem Ur­teil be­rück­sich­tigt.

Bei dem Dieb­stahl An­fang Ju­ni ent­wen­de­te der Mann vier Na­gel­pfle­ge­sets, drei Pa­ckun­gen Ra­sier­klin­gen, 30 Tu­ben Ma­ke up so­wie zwei Do­sen Haut­creme. Als der Dieb da­mals den La­den ver­las­sen woll­te, sei die Alarm­an­la­ge an­ge­sprun­gen, schil­der­te ei­ne Zeu­gin, die vor Ge­richt aus­sag­te. Ein Kun­de sei dem Dieb dar­auf­hin hin­ter­her­ge­rannt und ha­be ihn fest­ge­hal­ten, bis die Po­li­zei ein­traf.

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