Nächs­te Tun­nel­sper­re am Arl­berg im Früh­jahr

Zen­tra­le Ver­kehrs­ver­bin­dung wird sa­niert und tech­nisch dem mo­der­nen Stan­dard an­ge­gli­chen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIR IM SÜDEN - Von Uwe Jauß

BREGENZ - Die nächs­te Voll­sper­rung des knapp 14 Ki­lo­me­ter lan­gen Arl­berg­tun­nels rückt nä­her. Am 18. April soll es so­weit sein. Die ös­ter­rei­chi­sche Au­to­bahn­be­triebs­ge­sell­schaft As­fi­nag hat be­reits mit den Vor­be­rei­tun­gen be­gon­nen. Der für die Ver­bin­dung zwi­schen dem Bo­den­see­raum, Ti­rol und Nord­ita­li­en wich­ti­ge Tun­nel wird seit zwei Jah­ren sa­niert. Zu­dem er­wei­tert die As­fi­nag die Si­cher­heits­ein­rich­tun­gen.

Die Ar­bei­ten an dem 38 Jah­re al­ten Tun­nel sol­len nächs­ten Herbst ab­ge­schlos­sen sein. Dann gibt es wie­der freie Fahrt. Spä­tes­tens ab 26. Sep­tem­ber, heißt es von Sei­ten der As­fi­nag. Zu­vor muss der Tun­nel je­doch kom­plett ge­sperrt wer­den, um neue Elek­tro­nik und ein ver­bes­ser­tes Si­cher­heits­sys­tem ein­zu­bau­en. Da­bei geht es un­ter an­de­rem um ei­ne Hoch­druck­sprüh­ne­bel­an­la­ge und das auf akus­ti­sche Rei­ze pro­gram­mier­te Akut­sys­tem. Zu­dem be­kommt der Tun­nel ei­ne neue LED-Be­leuch­tung.

Be­reits 2015 hat­te es für fast ein hal­bes Jahr ei­ne To­tal­sper­re ge­ge­ben. Für den Arl­berg be­deu­te­te dies, dass es nur noch die über vie­le Ser­pen­ti­nen füh­ren­de al­te Pass­stra­ße gibt. Al­len Be­tei­lig­ten war klar: Sie kann den Ver­kehr aus dem Tun­nel nicht auf­neh­men. Wes­halb sein­er­zeit von der As­fi­nag ein weit­räu­mi­ges Ver­kehrs­kon­zept er­stellt wor­den war. Da­mit soll­te ein Ver­kehrs­kol­laps am Arl­berg­pass ver­hin­dert wer­den. Vor al­lem Spe­di­teu­re wa­ren an­ge­hal­ten, das Na­del­öhr über an­de­re Stre­cken zu um­ge­hen. Fol­gen bis nach Ober­schwa­ben As­fi­nag-Ge­schäfts­füh­rer Klaus Fink be­ton­te nun, dass sich die­ses Kon­zept be­währt hät­te. Auch bei der nächst­jäh­ri­gen Sper­re gilt für Last­wa­gen, dass Um­fah­rungs­stre­cken be­nutzt wer­den müs­sen. Aus­nah­men gibt es nur, wenn ei­ne La­dung in die Re­gi­on muss, oder wenn der Trans­port von dort kommt. Das hat Fol­gen bis weit nach Ober­schwa­ben hin­ein. Lkw-Fah­rer sol­len dann wie schon 2015 be­reits auf deut­schen Au­to­bah­nen über die Sper­re in­for­miert wer­den – et­wa am Mem­min­ger Au­to­bahn­kreuz und im wei­te­ren Ver­lauf der A 96. Als Aus­weich­stre­cken wer­den der Fern­pass und die Rou­te über Mün­chen ins Ti­ro­ler Inn­tal emp­foh­len.

Laut An­ga­ben der As­fi­nag sind be­reits 75 Pro­zent der Ar­bei­ten ab­ge­schlos­sen. Das Haupt­ge­wicht lag auf dem Bau von acht zu­sätz­li­chen Pan­nen­buch­ten und von 37 Flucht­we­gen. Da­für wa­ren im Tun­nel­be­reich zahl­rei­che Spren­gun­gen nö­tig. Schon 2015 war je­weils ein Ther­mo­scan­ner an den bei­den Por­ta­len auf­ge­stellt wor­den. Al­le Fahr­zeu­ge mit ei­nem Ge­wicht von mehr als 3,5 Ton­nen müs­sen durch so ein Ge­rät fah­ren. Wer­den bei­spiels­wei­se über­hitz­te Mo­to­ren fest­ge­stellt, muss der Fah­rer war­ten, bis die Tem­pe­ra­tu­ren zu­rück­ge­gan­gen sind.

Ins­ge­samt rech­net die As­fi­nag für die Sa­nie­rung und den si­cher­heits­tech­ni­schen Aus­bau des Arl­berg­tun­nels mit In­ves­ti­tio­nen in Hö­he von 160 Mil­lio­nen Eu­ro. Ge­gen­wär­tig fah­ren täg­lich ins­ge­samt rund 8000 Fahr­zeu­ge durch den Tun­nel. Ei­ne Pro­gno­se für 2025 geht von 10 600 Fahr­zeu­gen aus.

AR­CHIV­FO­TO: JAUSS

Der Arl­berg­tun­nel wird der­zeit sa­niert.

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