Erb­sen­zäh­ler ver­gäl­len un­se­ren All­tag

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MEINUNG & DIALOG -

Zum Kommentar „Que­ru­lan­ten am Werk“(1.12.): Der Kommentar hat mir voll aus der See­le ge­spro­chen. Es ist in­zwi­schen un­er­träg­lich, wie im­mer mehr Erb­sen­zäh­ler un­se­ren All­tag ver­gäl­len. Wä­ren die Ar­gu­men­te der ag­gres­si­ven At­he­is­ten glaub­wür­dig, müss­ten sie für die Ab­schaf­fung des Kar­frei­tags als kirch­li­cher Fei­er­tag eben­falls ein­ste­hen, doch auf ei­nen be­zahl­ten Fei­er­tag wol­len sie nicht ver­zich­ten.

Es ist des­halb nicht nur mu­tig, son­dern so­gar not­wen­dig, dass die Pres­se über sol­che Aus­wüch­se nicht nur be­rich­tet, son­dern die­se auch kri­tisch kom­men­tiert. In­ter­es­sant wä­re noch zu er­fah­ren, wer denn sol­che Ver­ei­ne wie den „Bund für Geis­tes­frei­heit“fi­nan­ziert. Hel­mut Mock, Ra­vens­burg Im Er­mes­sen des Ein­zel­nen Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ur­teilt auf der Grund­la­ge un­se­rer al­ler Ver­fas­sung. Die im Kommentar wie­der­ge­ge­be­ne Mei­nung ent­spricht nicht die­ser Ver­fas­sung und üb­ri­gens auch nicht dem Mei­nungs­bild ei­nes christ­lich ge­präg­ten Men­schen. Wie der Kar­frei­tag ge­stal­tet wird, liegt im Er­mes­sen je­des Ein­zel­nen. Wenn Sie die­sen Tag in Stil­le fei­ern möch­ten, kön­nen Sie das tun. Die­se „Spaß­ver­an­stal­tun­gen“fin­den zu­dem auch hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren statt. Füh­len Sie sich da­durch ge­stört, fin­det die­se Stö­rung nur in Ih­rem Kopf statt und zeigt von Ih­rer ei­ge­nen per­sön­li­chen In­to­le­ranz. Ei­ne ge­sell­schaft­li­che Grup­pe, de­ren Ver­hal­ten nicht den ei­ge­nen per­sön­li­chen Vor­stel­lun­gen ent­spricht, als „Bo­den­satz an Que­ru­lan­ten“ab­zu­tun, liegt auch im Trend der Zeit. Ruth Lang, Bad Schus­sen­ried Glei­ches mit Glei­chem Zum Ar­ti­kel „Ver­fas­sungs­rich­ter kip­pen Tanz­ver­bot“(1.12.): Wohl kein Ver­fas­sungs­rich­ter wä­re da­mit ein­ver­stan­den, dass an sei­nem To­des- oder Ge­denk­tag ge­tanzt oder an der Fried­hofs­mau­er laut­hals ge­lacht wird. Da­bei han­delt es sich nicht ein­mal um Per­so­nen, die nach fast zwei­tau­send Jah­ren noch im­mer welt­be­rühmt sein wer­den. Rei­chen 363 Tage im Jahr nicht aus, um ver­gnügt zu sein? Al­ter­na­tiv könn­te den Klä­gern und Tanz­ver­an­stal­tern ein Ad­vents- oder Fast­nachts­tag zur Ent­halt­sam­keit an­ge­bo­ten wer­den. Doch Rich­ter schei­nen kei­ne Phan­ta­sie zu ha­ben und le­ben nur in be­ste­hen­den Pa­ra­gra­phen. Man­fred Diet­wald, Amt­zell Al­les kann sa­bo­tiert wer­den Zum Leitartikel „Die Ge­fah­ren der Ver­net­zung“(29.11.): Was muss ei­gent­lich noch pas­sie­ren, bis auch Lie­schen Mül­ler be­greift, dass es im In­ter­net kei­ne Si­cher­heit gibt und auch gar nicht ge­ben kann, weil je­de soft­ware­mä­ßi­ge Si­che­rung auch soft­ware­mä­ßig aus­ge­trickst wer­den kann. Das weiß je­der, der sich mit In­for­ma­tik ei­ni­ger­ma­ßen be­schäf­tigt hat. Un­se­re Po­li­ti­ker, die je­den per Ge­setz da­zu zwin­gen wol­len, das In­ter­net zu ver­wen­den, kom­men mir vor wie zwölf­jäh­ri­ge Schul­mäd­chen, die sich für tech­nisch be­gabt hal­ten, nur weil sie ihr Smart­pho­ne be­die­nen kön­nen.

In­dus­trie 4.0, al­so Ver­net­zung von al­len mög­li­chen Ma­schi­nen und Ge­rä­ten, klingt zwar ganz mo­dern, weil sie es er­laubt, al­les mög­li­che aus der Fer­ne zu über­wa­chen und zu steu­ern, er­mög­licht es aber auch, al­les mög­li­che aus der Fer­ne zu sa­bo­tie­ren. Ich bin ge­spannt, wann die ers­te Kü­che ab­brennt, die ers­te Fa­b­rik oder das ers­te Kraft­werk ex­plo­die­ren oder die Strom­ver­sor­gung bun­des­weit zum ers­ten Mal zu­sam­men­bricht. Paul-Ger­hard Ka­nis, Wein­gar­ten Lie­be Le­se­rin­nen, lie­be Le­ser, wir freu­en uns über Ih­re Brie­fe. Bit­te ha­ben Sie aber Ver­ständ­nis da­für, dass wir für die Ver­öf­fent­li­chung ei­ne Aus­wahl tref­fen und uns auch Kür­zun­gen vor­be­hal­ten müs­sen. Le­ser­zu­schrif­ten stel­len kei­ne re­dak­tio­nel­len Bei­trä­ge dar. An­ony­me Zu­schrif­ten kön­nen wir nicht ver­öf­fent­li­chen. Schwä­bi­sche Zei­tung Karl­stra­ße 16 88212 Ra­vens­burg Fax-Nr. 0751 / 295599-1499 Le­ser­brie­fe@schwa­ebi­sche­zei­tung.de

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