Un­fall beim Bus­trans­fer ist Rei­se­man­gel

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

KARLS­RU­HE (dpa) - Ein Rei­se­ver­an­stal­ter muss nach ei­nem un­ver­schul­de­ten Un­fall auf der Bus­fahrt vom Flug­ha­fen zum Ho­tel un­ter Um­stän­den den vol­len Rei­se­preis zu­rück­zah­len. Das gilt nach zwei Ur­tei­len des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom Di­ens­tag, wenn die Be­trof­fe­nen die wei­te­ren Rei­se­leis­tun­gen we­gen der Un­fall­fol­gen nicht in An­spruch neh­men kön­nen.

In den kon­kre­ten Fäl­len hat­ten zwei Ehe­paa­re ge­gen den Rei­se­an­bie­ter ge­klagt, die im De­zem­ber 2013 in der Tür­kei beim Trans­fer vom Flug­ha­fen zum Ho­tel ver­letzt wor­den wa­ren. Bei der Fahrt als Teil der Pau­schal­rei­se war ein Geis­ter­fah­rer in ih­ren Bus ge­kracht.

Die schwer ver­letz­ten Klä­ger muss­ten wäh­rend des Auf­ent­halts in der Tür­kei im Kran­ken­haus be­han­delt wer­den, ei­ne leicht ver­letz­te Ehe­frau küm­mer­te sich um ih­ren Mann in der Kli­nik.

Der BGH hob da­mit die Ur­tei­le der Vor­in­stanz auf. Das Land­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te kei­nen An­spruch auf Er­stat­tung des Rei­se­prei­ses ge­se­hen, weil es ei­nen Un­fall durch ei­nen Geis­ter­fah­rer als ein all­ge­mei­nes Le­bens­ri­si­ko wer­te­te, für das der Rei­se­ver­an­stal­ter nicht ein­ste­hen müs­se.

Dem hielt der BGH-Se­nat in sei­nem Ur­teil ent­ge­gen, dass die Rei­se­leis­tung ins­ge­samt man­gel­haft war, „weil es dem Rei­se­ver­an­stal­ter nicht ge­lun­gen ist, die Rei­sen­den un­ver­sehrt zu dem ge­buch­ten Ho­tel zu brin­gen“. We­der die Klä­ger noch den Rei­se­ver­an­stal­ter tref­fe ein Ver­schul­den an dem Un­fall. „Die Ge­fahr, den Rei­se­preis nicht zu be­kom­men, liegt beim Ver­an­stal­ter“, sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter. Auch für die er­brach­te Leis­tung des Hin­flugs kön­ne das be­klag­te Un­ter­neh­men kein Geld be­an­spru­chen, weil der Flug kein Selbst­zweck sei.

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