VW steht Zu­lie­fe­rern Re­de und Ant­wort

Wolfs­bur­ger er­klä­ren ih­ren wich­tigs­ten Lie­fe­ran­ten die Aus­wir­kun­gen ih­rer E-Au­to-Of­fen­si­ve

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

HAN­NO­VER (dpa/sz) - Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies will Au­to­zu­lie­fe­rer mög­lichst früh in den Um­bau im VW-Kon­zern ein­be­zie­hen. Es be­ste­he die be­rech­tig­te Sor­ge, ob das Be­schäf­ti­gungs­ni­veau und die In­no­va­ti­ons­fä­hig­keit im Bun­des­land zu hal­ten sei­en, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker nach ei­nem Tref­fen des Kon­zerns mit Zu­lie­fe­rern und Ver­bän­den am Di­ens­tag in Han­no­ver. Die Un­ter­neh­men dürf­ten des­halb nicht erst beim Ein­kauf von Kom­po­nen­ten ge­fragt sein, son­dern müss­ten schon in die Ent­wick­lung neu­er Pro­duk­te ein­ge­bun­den wer­den.

An dem zwei­stün­di­gen Ge­spräch nah­men am Di­ens­tag rund 25 Vor­stän­de von Un­ter­neh­men aus der Zu­lie­ferer­bran­che teil. Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um hat­te das Tref­fen ver­mit­telt. VW soll­te die Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rer über die Aus­wir­kun­gen des „Zu­kunfts­pakts“auf­klä­ren. Der Au­to­mo­bil­her­stel­ler hat­te zu­letzt un­ter an­de­rem den Ab­bau von 23 000 Jobs und ei­ne stär­ke­re Aus­rich­tung auf Elek­tro­au­tos so­wie Di­gi­ta­li­sie­rung an­ge­kün­digt. Der Kon­zern will Vor­rei­ter bei die­sen The­men wer­den und bis 2025 ei­ne Mil­li­on Elek­tro­fahr­zeu­ge auf die Stra­ße brin­gen.

Noch im­mer lie­fer­ten 75 Pro­zent der Un­ter­neh­men Tei­le und Tech­nik für Ver­bren­nungs­mo­to­ren, sag­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Un­ter­neh­mer­ver­bän­de Nie­der­sach­sen, Vol­ker Mül­ler. „Die Be­trof­fen­heit der In­dus­trie bei der Trans­for­ma­ti­on von Ver­bren­nungs­mo­tor in Rich­tung Elek­tro­mo­tor ist enorm.“Das be­kommt un­ter an­de­rem der Aa­le­ner Zu­lie­fe­rer SHW zu spü­ren: Der Kon­zern, der mehr als ein Drit­tel sei­nes Um­sat­zes mit Volks­wa­gen macht, be­rich­te­te zu­letzt von ei­nem kräf­ti­gen Er­lös­rück­gang.

VW ha­be am Di­ens­tag den Zu­lie­fe­rern des­halb die kon­kre­ten Ab­satz­zah­len für E-Au­tos er­läu­tert, auf die sich die Zu­lie­fe­rer ein­stel­len könn­ten, hieß es vom Wirt­schafts­mi­nis­ter. „Wir müs­sen da­für sor­gen, dass Nie­der­sach­sen das Land ist, wo die Zu­kunfts­tech­no­lo­gi­en in der Elek­tro­mo­bi­li­tät und in der Di­gi­ta­li­sie­rung auch ent­wi­ckelt wer­den kön­nen.“Zu­ver­sicht­lich stim­me in die­sem Zu­sam­men­hang, dass VW sich bei der Pro­duk­ti­on von Bat­te­rie­zel­len für den Stand­ort Salz­git­ter ent­schie­den ha­be.

Ein Be­stand­teil der neu­en VWS­tra­te­gie sieht auch vor, die über­bor­den­de Viel­falt an Bau­tei­len ein­zu­schrän­ken. Doch was be­deu­tet das für die Zu­lie­fe­rer, die von die­ser Viel­falt bis­lang pro­fi­tier­ten? VW ha­be am Di­ens­tag den An­we­sen­den auch dar­auf ei­ne Ant­wort ge­lie­fert, sag­te Lies. Die In­dus­trie kön­ne fort­an auf ver­läss­li­che Stück­zah­len set­zen. Das sei auch ei­ne Chan­ce. „Es geht nicht dar­um, um die Ren­di­te­er­war­tung zu er­fül­len, den Druck auf die Zu­lie­fer­in­dus­trie zu er­hö­hen“, sag­te Lies.

FO­TO: DPA

Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies.

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