Christ­bäu­me wach­sen nur sel­ten na­tür­lich

Nicht al­le Sie­gel ga­ran­tie­ren Ver­zicht auf Pes­ti­zi­de

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - FAMILIE - Von Clau­dia Rometsch, epd

Die meis­ten Weih­nachts­bäu­me wach­sen auf Plan­ta­gen, wo sie ge­spritzt und ge­düngt wer­den. Na­tur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen emp­feh­len des­halb, lie­ber ei­nen Öko­baum zu kau­fen.

Bäu­me aus un­se­ren hei­mi­schen Wäl­dern, die nicht ge­düngt oder ge­spritzt wer­den, sind nach wie vor ei­ne Aus­nah­me. „Ein Bio­hype wie bei Le­bens­mit­teln ist bei Weih­nachts­bäu­men bis­lang aus­ge­blie­ben“, sagt Mai­ke Wan­ders von der Schutz­ge­mein­schaft Deut­scher Wald. Der weit­aus größ­te Teil der jähr­lich knapp 25 Mil­lio­nen in Deutsch­land ver­kauf­ten Christ­bäu­me stam­me aus kon­ven­tio­nel­lem Plan­ta­gen­an­bau.

In der Re­gel wer­den sie dort mit In­sek­ti­zi­den ge­gen Rüs­sel­kä­fer und Sit­ka­l­aus be­han­delt. Hin­zu kom­men Her­bi­zi­de wie Gly­pho­sat ge­gen Un­kraut so­wie Mi­ne­ral­dün­ger für gleich­mä­ßi­gen Wuchs und in­ten­si­ve Grün- oder Blau­fär­bung. „Ei­ne enor­me Be­las­tung für Bö­den und Ge­wäs­ser“, er­klärt Ru­dolf Fen­ner von der Na­tur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Ro­bin Wood. Er rät zum Kauf von Öko­bäu­men. Tat­säch­lich wird ei­ne zu­neh­men­de Zahl von Bäu­men mit Nach­hal­tig­keits­sie­geln an­ge­bo­ten. Doch nicht je­de ge­sie­gel­te Tan­ne ist auch tat­säch­lich pes­ti­zid­frei. Bei­spie­le da­für sind das PEFC-Forst­la­bel oder das „Fair Trees“-La­bel.

Fen­ner rät da­her, beim Christ­baum­kauf auf Sie­gel der an­er­kannt öko­lo­gisch wirt­schaf­ten­den Land­wirt­schafts­be­trie­be wie Na­tur­land, Bio­land, De­me­ter oder Bio­kreis so­wie auf das EU-Bio-Sie­gel zu ach­ten. Mitt­ler­wei­le gibt es bun­des­weit 175 Ver­kaufs­stel­len für Öko-Weih­nachts­bäu­me. Ro­bin Wood stellt je­des Jahr ei­ne Lis­te mit den ak­tu­el­len Adres­sen ins In­ter­net.

Ei­ne Al­ter­na­ti­ve da­zu sei der Kauf bei Forst­be­trie­ben vor Ort, die auf den Ein­satz von Dün­ger und Pes­ti­zi­den ver­zich­ten. Förs­ter Ed­gar Rüt­her wirbt da­für, es vi­el­leicht doch ein­mal mit ei­ner Fich­te zu ver­su­chen, die man bei Durch­fors­tungs­ak­tio­nen di­rekt aus dem Wald ge­holt hat. Die­ser Baum sei bis in die 1950er-Jah­re der tra­di­tio­nel­le Christ­baum ge­we­sen. Zwar na­delt er nach zwei Wo­chen, aber da­für duf­te er. Au­ßer­dem ge­be es noch ei­nen Grund, sich für ei­ne Fich­te zu ent­schei­den: Sie ist der Baum des Jah­res 2017.

FO­TO: EPD

Die meis­ten Weih­nachts­bäu­me stam­men aus kon­ven­tio­nel­lem Plan­ta­gen­an­bau.

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