In der Ver­suchs­kü­che ent­ste­hen neue Le­bens­mit­tel

Stu­den­ten, Le­bens­mit­tel­pro­du­zen­ten und End­ver­brau­cher sol­len von der Ein­rich­tung pro­fi­tie­ren

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - HOCHSCHULZEITUNG SPEZIAL: DER INNOVATIONSCAMPUS -

Die ge­plan­te Lehr- und Ver­suchs­kü­che auf dem In­no­camp soll nicht nur Stu­den­ten zu­gu­te kom­men, son­dern auch Le­bens­mit­tel­pro­du­zen­ten aus der Re­gi­on. Da­bei spie­le es kei­ne Rol­le, ob es sich um den Metz­ger oder Bä­cker aus dem Um­land han­delt oder um ei­nen Grün­der, der ei­ne Idee für ein neu­es Le­bens­mit­tel im Kopf hat. Das er­klärt Prof. Dr. As­trid Klings­hirn, die in der Mo­dell­fa­brik zu­sam­men mit meh­re­ren Kol­le­gen den Be­reich „Nach­hal­ti­ge Nah­rungs­mit­tel­ent­wick­lung und -pro­duk­ti­on“ver­ant­wor­tet.

„In der Kü­che ge­stal­ten wir ei­nen Zu­be­rei­tungs­be­reich mit Haus­halts­ge­rä­ten und pro­fes­sio­nel­len Ge­rä­ten, die den ak­tu­el­len Stand der Tech­nik ab­bil­den“, sagt Klings­hirn. Ziel­grup­pe sei dort auch der ganz nor­ma­le Kun­de: „Wir wol­len die Men­schen in ent­spre­chen­den Kur­sen wie­der an un­ter­schied­li­che Ver­ar­bei­tungs­ver­fah­ren her­an­füh­ren und bei­spiels­wei­se auch bei Kauf­ent­schei­dun­gen un­ter­stüt­zen.“Soll ich mir ei­nen Dampf­ga­rer kau­fen, oder brau­che ich das nicht? „In der Mo­dell­fa­brik kön­nen Ver­brau­cher das in ei­nem ge­schütz­ten Raum aus­pro­bie­ren.“Dar­aus ge­won­ne­ne Er­kennt­nis­se sei­en auch für Her­stel­ler in­ter­es­sant: Was kommt beim Kun­den gut an und was nicht? Kommt es zu ei­nem fal­schen Ge­brauch, weil ein Ge­rät vi­el­leicht zu kom­pli­ziert ist? „Das kann ent­schei­dend zur emo­tio­na­len Bin­dung bei­tra­gen“, sagt Klings­hirn. Und nur, wenn die­se vor­han­den sei, blei­be je­mand auch ei­ner Mar­ke treu.

Part­ner für Grün­der und Fir­men In der Ver­suchs­kü­che sol­len aber auch Le­bens­mit­tel ent­wi­ckelt und klei­ne Se­ri­en her­ge­stellt wer­den. „Wir ver­ste­hen uns als Di­enst­leis­ter, der den Kun­den von der Pro­dukt­ent­wick­lung über ers­te Pi­lot­pro­duk­tio­nen bis zum Fein­tu­ning un­ter­stützt.“Da­bei ge­he es bei­spiels­wei­se um Fra­gen wie die rich­ti­ge Aus­wahl von Roh­stof­fen, de­ren Ver­ar­beit­bar­keit und Ener­gie­ef­fi­zi­enz in der Her­stel­lung. As­trid Klings­hirn nennt ein Bei­spiel: „Vi­el­leicht kann ich bei der Pa­s­teu­ri­sa­ti­on mei­nes Pro­duk­tes die Er­hit­zungs­zeit ver­kür­zen und da­durch Ener­gie spa­ren.“Die Pro­dukt­qua­li­tät kön­ne in wei­te­ren Schrit­ten un­ter­sucht wer­den, et­wa im an­ge­glie­der­ten Sen­so­rik­be­reich. Dort kön­ne auch die Mei­nung von Kun­den zu neu­en Pro­duk­ten ab­ge­fragt oder Pro­duk­te ge­mein­sam mit Kun­den wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den.

Re­gio­na­le Pro­duk­te sind im Trend Über all dem steht, dass das Team sich vor al­lem als in der Re­gi­on ver­wur­zel­ter Part­ner für re­gio­na­le Un­ter­neh­men oder Grün­der ver­steht. „Die­se Re­gio­na­li­tät geht bis auf die Ebe­ne der Land­wirt­schaft hin­un­ter.“Da­mit be­die­ne die Ent­wick­lungs­und Ver­suchs­kü­che letzt­lich auch den Trend zu re­gio­na­len Pro­duk­ten: „Re­gio­nal schlägt mitt­ler­wei­le Bio“, sagt Klings­hirn. Den Trend „gut und ge­sund“könn­ten über­dies klei­ne­re Un­ter­neh­men eher be­die­nen als gro­ße Kon­zer­ne, weil sie schnel­ler re­agie­ren und ge­ge­be­nen­falls ih­re Pro­duk­ti­on an­pas­sen könn­ten. „Gro­ße be­fas­sen sich mit die­ser Ni­sche vi­el­leicht gar nicht.“Stu­den­ten kön­nen die Kü­che wie­der­um kon­kret für Pro­jekt- und For­schungs­ar­bei­ten nut­zen.

Prof. Dr. As­trid Klings­hirn

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