For­scher küm­mern sich um Ge­sund­heit im Al­ter

Hoch­schu­le ent­wi­ckelt spe­zi­el­le Dia­gnos­tik­ver­fah­ren – In­ter­dis­zi­pli­na­ri­tät spielt ei­ne gro­ße Rol­le

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - HOCHSCHULZEITUNG SPEZIAL: DER INNOVATIONSCAMPUS -

Prof. Dr. Jörg Ber­ge­mann ist über­zeugt, dass die For­schungs­schwer­punk­te des ge­plan­ten Zen­trums He­alth and Bio­me­di­cal Sci­en­ces (ZHBMS) zu­gleich die be­stim­men­den Her­aus­for­de­run­gen der Zu­kunft sein wer­den: Ge­sund­heit, Er­näh­rung und Al­te­rung. „Die Ge­sell­schaft wird im­mer äl­ter“, sagt der Stu­di­en­de­kan Bio­me­di­cal Sci­en­ces. „Wir müs­sen dar­an ar­bei­ten, dass wir ge­sund al­tern.“

In der Mo­dell­fa­brik wer­de es zum Bei­spiel ganz kon­kret dar­um ge­hen zu er­for­schen, wel­chen Ein­fluss Er­näh­rung auf die Re­pa­ra­tur­fä­hig­keit von Zel­len hat. „Der mensch­li­che Kör­per be­steht aus cir­ca 1013 bis 1014 Zel­len, das ist ei­ne schier uner­mess­li­che Zahl“, sagt Ber­ge­mann. Und je­de die­ser Zel­len er­lei­de je­den Tag meh­re­re 10 000 Schä­den, die durch zell­ei­ge­ne Re­pa­ra­tur­pro­zes­se zu­ver­läs­sig be­ho­ben wer­den müs­sen. „Un­se­re Auf­ga­be ist es her­aus­zu­fin­den, wie ver­mie­den wer­den kann, dass die Re­pa­ra­tur­fä­hig­keit im Al­ter nach­lässt.“An der Hoch­schu­le sei ein Blut­test ent­wi­ckelt wor­den, der die­se Fä­hig­keit misst. „Und es hat sich be­reits ge­zeigt, dass ei­ne un­ter­durch­schnitt­li­che Re­pa­ra­tur­fä­hig­keit bin­nen zwei Wo­chen durch ei­ne Ka­lo­ri­en­be­schrän­kung nor­ma­li­siert wer­den kann.“

Re­le­vanz der For­schung ist groß Da ein ein­zi­ger Zell­scha­den die Bil­dung von Krebs­zel­len aus­lö­sen kön­ne, sei die Re­le­vanz die­ser For­schung enorm. „Wir kön­nen in der Mo­dell­fa­brik mo­der­ne, in­no­va­ti­ve Dia­gnos­tik­ver­fah­ren ent­wi­ckeln, die es nur bei uns gibt.“Zu­dem ge­be es gro­ße Über­schnei­dun­gen mit den Be­rei­chen Phar­ma­zie und Er­näh­rung, was wie­der­um den Kern­ge­dan­ken der In­ter­dis­zi­pli­na­ri­tät un­ter­maue­re. „Das passt wun­der­bar hin­ein“, sagt Ber­ge­mann. Sei­ne Vi­si­on ist es, ei­ne Art Ge­sund­heits­re­gi­on Bo­den­see-Ober­schwa­ben zu eta­blie­ren und „ge­sund­heits­be­wuss­te Men­schen mit Ver­fah­ren an­zu­lo­cken, die es nur hier gibt“. Schon jetzt ge­be es eu­ro­pa­weit me­di­zi­ni­sche An­ge­bo­te, für die bei­spiels­wei­se Pa­ti­en­ten aus dem Aus­land ei­gens an­rei­sen. „Das ist ein rie­si­ger Markt.“Auf die­se Wei­se wür­den Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen und For­schungs­pro­jek­te an­ge­sto­ßen, mög­li­che Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner könn­ten vor al­lem aus dem Ge­sund­heits­we­sen kom­men.

FO­TO: HOCH­SCHU­LE

In der Mo­dell­fa­brik sol­len mo­der­ne, in­no­va­ti­ve Dia­gnos­tik­ver­fah­ren ent­wi­ckelt wer­den.

Prof. Dr. Jörg Ber­ge­mann

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