Knorr-Brem­se si­chert sich 86,1 Pro­zent der Haldex-Ak­ti­en

Münch­ner Un­ter­neh­men hat­te zu­vor ZF im Kampf um den schwe­di­schen Brem­sen­bau­er aus­ge­sto­chen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Mar­tin Hen­nings

FRIED­RICHS­HA­FEN - Knorr-Brem­se hat ei­ne wich­ti­ge Hür­de für die ge­plan­te Über­nah­me des Kon­kur­ren­ten Haldex über­sprun­gen: Der Münch­ner Au­to­zu­lie­fe­rer hat nun Zu­griff auf 86,1 Pro­zent der Ak­ti­en des schwe­di­schen Brem­sen­spe­zia­lis­ten. Was noch fehlt, ist grü­nes Licht der Kar­tell­be­hör­den. Zu­vor hat­te sich der Zu­lie­fe­rer ZF Fried­richs­ha­fen ver­geb­lich um Haldex be­müht.

„Wir freu­en uns über die star­ke Un­ter­stüt­zung durch die In­ves­to­ren. Sie be­stä­tigt die At­trak­ti­vi­tät un­se­res An­ge­bots und die stra­te­gi­sche Lo­gik der vor­ge­schla­ge­nen Ver­bin­dung bei­der Un­ter­neh­men“, sag­te Klaus Del­ler, Vor­sit­zen­der des Vor­stands von Knorr-Brem­se, laut ei­ner Pres­se­mit­tei­lung. Der Zu­lie­fe­rer hat sein Über­nah­me­an­ge­bot für Haldex-Ak­ti­en, das am 5. De­zem­ber aus­ge­lau­fen war, bis zum 28. Fe­bru­ar 2017 ver­län­gert. Zu­dem sei­en wei­te­re Schrit­te ein­ge­lei­tet wor­den, um die nö­ti­ge Zu­stim­mung ver­schie­de­ner Be­hör­den zum Schutz des Wett­be­werbs zu be­kom­men, heißt es wei­ter in der Mit­tei­lung.

Im Früh­som­mer war ein Über­nah­me­kampf um Haldex ent­brannt. Zu­nächst hat­te die Fir­ma SAF Hol­land ein An­ge­bot un­ter­brei­tet, das von ZF über­bo­ten wor­den war. Dies hat Knorr-Brem­se auf den Plan ge­ru­fen – das Un­ter­neh­men war eben­falls in den Bie­ter­wett­streit ein­ge­stie­gen. Am En­de bot der welt­weit dritt­größ­te Au­to­zu­lie­fe­rer 120 schwe­di­sche Kro­nen für das Un­ter­neh­men aus Lands­kro­na, Knorr-Brem­se 125 Kro­nen. Das Haldex-Ma­nage­ment hat im­mer für die Of­fer­te vom Bo­den­see ge­wor­ben, auch weil an­ge­sichts feh­len­der Über­schnei­dun­gen im Pro­dukt­an­ge­bot kein grö­ße­rer Ver­lust von Ar­beits­plät­zen droh­te. Dass ZF schon zu die­sem Zeit­punkt grü­nes Licht der Kar­tell­be­hör­den vor­wei­sen konn­te und die Aus­sicht auf ei­ne schnel­le Ab­wick­lung ei­nes mög­li­chen De­als, hat die An­le­ger nicht über­zeugt. Mehr als gut 31 Pro­zent der Ak­ti­en konn­te ZF nicht ein­sam­meln. ZF woll­te Lü­cke schlie­ßen In der Fol­ge zog der Häf­ler Kon­zern sein An­ge­bot zu­rück und dien­te sei­ne An­tei­le Knorr-Brem­se an. ZF woll­te mit der Haldex-Über­nah­me ei­ne Lü­cke im An­ge­bot schlie­ßen: Lkw-Brem­sen feh­len bis­her noch auf dem Weg zum kom­plet­ten Sys­tem­an­bie­ter für Pkw, Last­wa­gen und Bus­se.

Die Ent­schei­dung, sich nach der Nie­der­la­ge im Bie­ter­kampf von den Haldex-An­tei­len zu tren­nen, sei mit dem Ziel ge­trof­fen wor­den, das Bes­te für ZF und für Haldex zu er­rei­chen, sag­te ein ZF-Spre­cher auf Nach­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Das The­ma Haldex sei da­mit „erst ein­mal er­le­digt“.

FOTO: AN­NE MILLOUX

Ist das Über­nah­me­pa­ket schon kom­plett ge­schnürt? Zu­min­dest hat sich Knorr-Brem­se 86,1 Pro­zent der Haldex-Ak­ti­en ge­si­chert.

FOTO: SIE­MENS

Spricht von ge­wal­ti­gen Fort­schrit­ten: der neue Tech­no­lo­gie­vor­stand Ro­land Busch.

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