„Ei­ne Un­ver­schämt­heit“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Zum Be­richt über die De­mons­tra­ti­on und den For­de­rungs­ka­ta­log der Stadt be­züg­lich der Zu­kunft der Lan­des­erst­auf­nah­me­stel­le er­reich­ten uns zwei Le­ser­brie­fe: Zum Be­richt über den Streit bei der Sport­ler­eh­rung er­reich­te uns fol­gen­der Le­ser­brief:

„Ich war bei Ver­an­stal­tun­gen da­bei und un­ter­stüt­ze auch den For­de­rungs­ka­ta­log der Stadt­ver­wal­tung. Bei der Be­richt­er­stat­tung wer­de ich je­doch den Ein­druck nicht los, dass hier et­was in ein ne­ga­ti­ves Licht ge­stellt wer­den soll, was nicht zu ver­hin­dern war. Schon die Zahl der Teil­neh­mer von 100 wur­de of­fen­sicht­lich sehr nach un­ten kor­ri­giert. Die dop­pel­te An­zahl wür­de der Rea­li­tät eher ent­spre­chen. Die Spre­che­rin­nen der Bür­ger­initia­ti­ve stell­ten noch­mals klar, dass es in ers­ter Li­nie dar­um geht, den For­de­rungs­ka­ta­log der Stadt­ver­wal­tung zu un­ter­stüt­zen. Die Bür­ger­initia­ti­ve will kei­ne Platt­form für Ras­sis­mus oder aus­län­der­feind­li­che Pa­ro­len bie­ten. Nein, wir ha­ben nichts ge­gen Aus­län­der und Flücht­lin­ge. Wir le­ben sehr ger­ne in ei­nem bun­ten Sigmaringen und wün­schen, dass auch bun­te Mei­nun­gen re­spek­tiert wer­den, so die Spre­che­rin­nen der Bür­ger­initia­ti­ve. Er­wäh­nen möch­te ich auch, dass die Kund­ge­bung so­wie der Pro­test­zug völ­lig fried­lich ver­lie­fen. Al­so ei­ne rund­um ge­lun­ge­ne Ver­an­stal­tung. Ein „NoGo“bzw. schon ei­ne Un­ver­schämt­heit aber ist es, bei der Be­richt­er­stat­tung die Initia­to­ren der Ver­an­stal­tung öf­fent­lich zu dif­fa­mie­ren und an den Pran­ger zu stel­len in­dem ih­nen un­ter­stellt wird, dass sie mit bös­ar­ti­gen Le­ser­brie­fen seit 18 Mo­na­ten ge­gen Flücht­lin­ge Stim­mung ma­chen. Dass dies so nicht stimmt müss­te die SZ am bes­ten wis­sen. Hat sie die Le­ser­brie­fe doch ab­ge­druckt. Hier ha­be ich den Ein­druck, dass der Au­tor bei der Kund­ge­bung nicht rich­tig zu­ge­hört hat, sonst wä­re ihm auf­ge­fal­len, dass dies auf die Initia­to­ren kei­nes­falls zu­trifft und die zi­tier­te Aus­sa­ge ei­ne Ver­leum­dung ist.“Ger­hard Wohl­hü­ter, Sigmaringen „Als Bür­ge­rin von Sigmaringen, Be­schäf­tig­te beim Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge und Zu­hö­re­rin bei der Bür­ger­ver­samm­lung in der Stadt­hal­le muss ich sa­gen: Ich bin ent­täuscht von vie­len der an­we­sen­den Bür­ger! Dass Ur­su­la Vo­el­kel bei ih­rer An­spra­che we­nig Ap­plaus er­hält, kann ich per­sön­lich nach­voll­zie­hen, da es un­ter­schied­li­che An­sich­ten zum Wei­ter­be­ste­hen der Erst­auf­nah­me­stel­le gibt und auch ge­ben muss. Dass al­ler­dings Frau Schnit­zer wäh­rend ih­rer Aus­sa­ge von ei­ner gro­ßen Zahl der An­we­sen­den aus­ge­buht wird, ist für mich un­ver­ständ­lich. In ei­ner of­fe­nen Bür­ger­ver­samm­lung soll­ten al­le Mei­nun­gen ge­hört und ak­zep­tiert wer­den. Aus­bu­hen hat je­doch mit fai­rem Ver­hal­ten nichts zu tun und soll­te in ei­ner Ver­samm­lung, an der vie­le Per­so­nen aus der so­zia­len Mit­tel- und Ober­schicht teil­neh­men, nicht vor­kom­men. Gleich­zei­tig muss aber auch ein Lob an Bür­ger­meis­ter Schä­rer aus­ge­spro­chen wer­den, der ver­sucht hat, die Buh­ru­fe zu un­ter­bin­den. Fakt ist: im Ge­län­de der ehe­ma­li­gen Ka­ser­ne wur­den cir­ca 300 Stel­len ge­schaf­fen. Ein nicht ge­rin­ger Teil der dort Be­schäf­tig­ten kommt aus der Ar­beits­lo­sig­keit und hat vom Staat Leis­tun­gen be­zo­gen. Die­se Per­so­nen ste­hen nun wie­der auf ei­ge­nen Bei­nen – durch die Erst­auf­nah­me­stel­le in Sigmaringen. Dass die­se Fak­ten dem Teil der bei­woh­nen­den Per­so­nen in der Stadt­hal­le na­he­zu egal zu sein schei­nen, stimmt mich be­denk­lich. Mit 300 Be­schäf­tig­ten auf dem Ge­län­de der EA ent­spricht das ei­nem der größ­ten Ar­beit­ge­ber in Sigmaringen, wenn nicht so­gar dem größ­ten.“Ja­ni­na Rie­ger, Sigmaringen „Ach je, ’s Kick­bo­xer­le ver­reißt sai Ur­kun­de – die Schlag­zei­le! Auch sei er der ein­zi­ge deut­sche Meis­ter ge­we­sen, und man ha­be sei­ne Er­fol­ge 2016 ver­ges­sen. Dass da ei­ni­ges un­kor­rekt de­kla­riert war, hat man erst bei der Prä­sen­ta­ti­on ge­merkt – zu spät. Auch der gleich­alt­ri­ge Nils Fin­ke, Mo­dell­flug­sport­ler aus Men­gen, war Deut­scher Meis­ter (!) und das stand auch in der Bild­un­ter­schrift an der Wand. Er wur­de Vier­ter, auch bei den Ju­gend­sport­lern. Aber er war 2015 zwei­fa­cher deut­scher Meis­ter bei den Ju­nio­ren, und deut­scher Vi­ze­meis­ter bei den Schü­lern, je­doch mit den Se­gel­mo­del­len und nicht mit den Ma­gnet­flie­gern, wie an­ge­ge­ben. Dass nur die 2015er-Er­fol­ge zäh­len, war nicht zu er­se­hen. Auf die Auf­zäh­lung der gan­zen re­gio­na­len Er­fol­ge so­wie wei­te­re Plat­zie­run­gen bei den Deut­schen Meis­ter­schaf­ten in al­len un­se­ren Dis­zi­pli­nen wur­de ver­zich­tet, die ha­ben ja auf ei­ner Sport­ler­eh­rung über­haupt nichts zu su­chen. Man be­kommt ei­ne Ein­la­dung zur Sport­krei­seh­rung, aber da steht nicht drin, für was die No­mi­nie­rung er­folgt ist, und für wel­chen Zei­t­raum. Ein Pro­blem se­he ich auch in der fach­li­chen Kom­pe­tenz der mel­den­den In­sti­tu­tio­nen aus den Ge­mein­den (Men­gen ?), die oh­ne Rück­ver­si­che­rung Er­fol­ge wei­ter­ge­ben, zu de­nen sie kei­ne Be­zie­hung ha­ben. Und dann kommt halt manch­mal so was raus. Aber Kick­bo­xen ist genau­so ei­ne Rand­sport­art wie der Mo­dell­flug­sport, da ist man chan­cen­los für ei­ne vor­de­re Plat­zie­rung.“Wolf­gang Ger­lach, Men­gen

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