„Hans­mi­chel“wächst schnel­ler als ge­plant

Gam­mer­tin­ger Erd­aus­hub­de­po­nie nimmt künf­tig auch Aus­hub aus Neufra und Hettingen auf

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/LAUCHERT - Von Ignaz Stös­ser

GAM­MER­TIN­GEN - Der künst­li­che Berg auf der Alb­hoch­flä­che bei Hart­hau­sen und Feldhausen soll schnel­ler wach­sen als bis­her ge­plant. Die Stadt Gam­mer­tin­gen ak­zep­tiert den Wunsch der Nach­bar­ge­mein­den Neufra und Hettingen, ih­ren Erd­aus­hub eben­falls auf der De­po­nie „Hans­mi­chel“ab­zu­la­gern. Da­mit re­du­ziert sich die so­ge­nann­te Rest­nut­zungs­dau­er der De­po­nie von 20 auf et­wa 16 Jah­re. Der Gam­mer­tin­ger Ge­mein­de­rat fass­te in sei­ner Sit­zung am Di­ens­tag ei­nen ent­spre­chen­den Be­schluss.

„Wir sind in der glück­li­chen Si­tua­ti­on, dass wir vor ei­ni­gen Jah­ren noch­mals ei­ne Ge­neh­mi­gung zur Er­wei­te­rung un­se­rer Erd­aus­hub­de­po­nie be­kom­men ha­ben“, sag­te Bür­ger­meis­ter Hol­ger Jerg in der Ge­mein­de­rats­sit­zung. Neufra und Hettingen wür­den kei­ne Ge­neh­mi­gung zur Er­wei­te­rung ih­rer bis­he­ri­gen De­po­ni­en er­hal­ten. Das Land­rats­amt hat den Kom­mu­nen emp­foh­len, ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit Gam­mer­tin­gen an­zu­stre­ben. Im Land­kreis ha­ben laut Jerg von den 25 Kom­mu­nen le­dig­lich noch acht ei­ne ei­ge­ne De­po­nie. Die Be­stim­mun­gen für ei­ne Ge­neh­mi­gung sol­len sehr streng sein.

Doch ei­ni­ge Gam­mer­tin­ger Ge­mein­de­rä­te hat­ten Be­den­ken. El­mar Mol­nar (SPD) mein­te, Amts­hil­fe zwi­schen den Kom­mu­nen im Lau­chert­tal zu leis­ten sei in Ord­nung. Aber: „Wir soll­ten jetzt nicht den Sa­ma­ri­ter spie­len und spä­ter dann selbst Pro­ble­me be­kom­men“, warn­te er. Und der Hart­hau­ser Ge­mein­de­rat Tho­mas Schmid (CDU) frag­te, ob die Stadt ei­ne jetzt ge­ge­be­ne Ge­neh­mi­gung spä­ter noch rück­gän­gig ma­chen kön­ne, und zwar für den Fall, dass die De­po­nie zu schnell auf­ge­füllt wer­de. Bir­git Ocker (Glei­ches Recht für al­le) sprach sich hin­ge­gen deut­lich für die Zu­sam­men­ar­beit aus. „Wir soll­ten ab­se­hen vom Kirch­turm­den­ken.“

Der Bür­ger­meis­ter mach­te deut­lich, dass in bei­den Kom­mu­nen eher we­nig Erd­aus­hub an­fal­le. Au­ßer­dem ha­be Hettingen auch die Mög­lich­keit, sei­nen Aus­hub teil­wei­se auf die Erd­aus­hub­de­po­nie in Veringendorf zu brin­gen. Auch wür­den ver­schie­de­ne Schot­ter­wer­ke in der Re­gi­on Aus­hub für Re­cy­cling­zwe­cke an­neh­men. Jerg geht da­von aus, dass aus den bei­den Kom­mu­nen jähr­lich et­wa 3000 Ton­nen zu­sätz­lich auf dem Hans­mi­chel an­ge­lie­fert wer­den. En­de 2015 war auf der Gam­mer­tin­ger De­po­nie noch Platz für 300 000 Ton­nen. Gam­mer­tin­gen könn­te da­mit noch et­wa 20 Jah­re aus­kom­men. Durch die An­lie­fe­run­gen aus Neufra und Hettingen wür­de sich die­se Zeit auf et­wa 16 Jah­re re­du­zie­ren.

Im Hin­blick auf den Aus­bau des zwei­ten Ab­schnit­tes der Gam­mer­tin­ger Erd­aus­hub­de­po­nie hat die Stadt 2013 die De­po­nie­ge­büh­ren an­ge­passt und auf 2,80 Eu­ro pro Ton­ne fest­ge­legt. Doch wie in­zwi­schen fest­ge­stellt wur­de, reicht dies nicht ganz aus, um die not­wen­di­gen In­ves­ti­tio­nen sagt der Gam­mer­tin­ger SPD-Ge­mein­de­rat El­mar Mol­nar. (Zaun- und Stra­ßen­bau) wie­der rein­zu­ho­len. Au­ßer­dem soll­ten jähr­lich 3000 Eu­ro in ei­ne Son­der­rück­la­ge für die spä­te­re Re­kul­ti­vie­rung ein­ge­zahlt wer­den. Dar­um wur­de nun über ei­ne er­neu­te An­he­bung der Ge­büh­ren dis­ku­tiert.

Nach de­tail­lier­ten Über­le­gun­gen schlug Käm­me­rer Sieg­fried Hagg vor, die Ge­bühr für die Gam­mer­tin­ger auf drei Eu­ro pro Ton­ne und für die Neuf­ra­er und Het­tin­ger auf 3,60 Eu­ro fest­zu­le­gen. Die un­ter­schied­li­che Ge­bühr sei we­gen der Ab­schrei­bung für die In­ves­ti­tio­nen zum Aus­bau ge­recht­fer­tigt. Ge­mein­de­rat Wolf­gang Lieb (Glei­ches Recht für al­le) woll­te der Er­hö­hung der Ge­bühr grund­sätz­lich nur dann zu­stim­men, wenn die Aus­wär­ti­gen mehr be­zah­len. Das sei auch des­we­gen ge­recht­fer­tigt, weil die Neuf­ra­er und Het­tin­ger die Gam­mer­tin­ger Stra­ßen für die An­lie­fe­rung nut­zen wür­den und die Stadt Gam­mer­tin­gen ja auch die Grund­stü­cke für die De­po­nie ein­brin­ge.

Der Ge­mein­de­rat stimm­te der Mit­nut­zung und der An­he­bung der Ge­bühr auf un­ter­schied­li­ches Ni­veau zu.

„Wir soll­ten nicht jetzt Sa­ma­ri­ter spie­len und spä­ter dann selbst Pro­ble­me be­kom­men“,

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