„Sor­gen um Zu­kunft der Re­al­schu­le sind un­be­grün­det“

Schul­amts­lei­ter Ger­not Schult­heiß will Un­si­cher­hei­ten bei El­tern und Leh­rern mit Ge­sprä­chen be­geg­nen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann

MEN­GEN - Die Zu­kunft der Re­al­schu­le ist nicht ge­fähr­det und Schul­amt und Schul­trä­ger wol­len ge­mein­sam mit der Schul­lei­tung da­ran ar­bei­ten, die Schu­le wei­ter zu stär­ken. Die­se zwei Bot­schaf­ten zu ver­mit­teln, ist Schul­amts­lei­ter Ger­not Schult­heiß nach sei­nem Be­such an der Re­al­schu­le am Mon­tag be­son­ders wich­tig. „In den Ge­sprä­chen mit Leh­rern und El­tern war ei­ne gro­ße Un­si­cher­heit zu spü­ren, die ei­gent­lich ganz un­be­grün­det ist“, sag­te er.

Of­fen­bar ha­ben vie­le den Ein­druck, dass die Wei­ter­ent­wick­lung der be­nach­bar­ten Son­nen­lu­ger­schu­le von der Werk­re­al­schu­le zur Ge­mein­schafts­schu­le sich ne­ga­tiv auf die Re­al­schu­le aus­wir­ken könn­te. „Dann gibt es noch die für al­le Be­tei­lig­ten neue Si­tua­ti­on, dass Schü­ler an der Re­al­schu­le künf­tig zwei ver­schie­de­ne Schul­ab­schlüs­se er­wer­ben kön­nen: den Haupt­schul- und den Re­al­schul­ab­schluss“, sag­te Ger­not Schult­heiß.

Erst vor zwei Wo­chen ha­be au­ßer­dem die Lan­des­re­gie­rung ver­kün­det, dass Fünft- und Sechst­kläss­ler ab so­fort in ei­ner Ori­en­tie­rungs­stu­fe ge­mein­sam auf dem mitt­le­ren Bil­dungs­ni­veau (dem der Re­al­schu­le) un­ter­rich­tet wer­den sol­len und am En­de der sechs­ten Klas­se ent­schie­den wer­de, auf wel­chem Ni­veau es für das ein­zel­ne Kind wei­ter­gin­ge. „Wie das ge­nau funk­tio­nie­ren soll, muss die Schu­le mit un­se­rer Hil­fe er­ar­bei­ten und dann gut kom­mu­ni­zie­ren“, sagt Schult­heiß. „Vor al­lem müs­sen auch die Grund­schul­leh­rer in­for­miert wer­den, denn die sind bei den El­tern die wich­tigs­ten Be­ra­ter bei der Schul­wahl.“

Er be­tont, dass die grün-schwar­ze Re­gie­rung die Re­al­schu­len stär­ken wol­le. „In Men­gen muss sich nie­mand Sor­gen um die Exis­tenz der Schu­le ma­chen“, sagt er. Ge­nau dies wol­le er ge­mein­sam mit Schul­rä­tin Eleo­no­re Wiehl, die im Schul­amt für die­se Schul­art ver­ant­wort­lich ist, in ei­nem Ar­beits­kreis den El­tern­bei­rä­ten ver­mit­teln. Im Ge­gen­satz zur Ge­mein­schafts­schu­le wird an der Re­al­schu­le auch mit dem neu­en Bil­dungs­plan wei­ter im Klas­sen­ver­bund un­ter­rich­tet. „Weil die Re­al­schu­le in Men­gen ei­ne klei­ne Schu­le ist, steht sie vor der Her­aus­for­de­rung, wie sie da­mit um­geht, wenn sich am En­de der sechs­ten Klas­se her­aus­stellt, dass fünf Kin­der künf­tig auf dem nied­ri­ge­ren Ni­veau un­ter­rich­tet wer­den soll­ten“, sagt Wiehl. Da al­le Schü­ler wei­ter die Re­al­schu­le be­su­chen sol­len, aber für so Bei ih­rem Be­such an der Re­al­schu­le ha­ben Schul­amts­lei­ter Ger­not Schult­heiß und Schul­rä­tin Eleo­no­re Wiehl be­tont, wie gut die Stadt Men­gen in Sa­chen Bil­dung auf­ge­stellt ist. „Für El­tern und Schü­ler aus Men­gen ist es ei­ne gu­te Sa­che, dass in der Stadt al­le Schul­for­men an­ge­bo­ten wer­den“, sag­te Schult­heiß. Dar­auf, dass es in Men­gen ein Gym­na­si­um, die Re­al­schu­le und seit die­sem Jahr auch ei­ne Ge­mein­schafts­schu­le ge­be, wür­den an­de­re Städ­te nei­disch schau­en. „Auch grö­ße­re“, füg­te der we­ni­ge Schü­ler kei­ne ei­ge­ne Klas­se ge­bil­det wer­de, müs­se nach in­ter­nen schlüs­si­gen Lö­sun­gen ge­sucht wer­den. „Aber da sind wir auf ei­nem gu­ten Weg“, fin­det Schul­lei­te­rin Mech­til­de Knie­le. Bi­lin­gua­ler Un­ter­richt denk­bar Ei­ne wei­te­re Zu­kunfts­auf­ga­be ist die Schär­fung des Schul­pro­fils. „Wenn die Re­al­schu­le ei­nen Schwer­punkt an­bie­ten kann, den es nicht über­all gibt, wird sie auch für Fa­mi­li­en aus dem Um­land in­ter­es­sant“, so Wiehl. Denk­bar wä­re et­wa, bi­lin­gua­len Un­ter­richt an­zu­bie­ten. „Wir ha­ben zwei Leh­rer mit der ent­spre­chen­den Aus­bil­dung, die sich das in den Fä­chern Bio­lo­gie, Na­tur­phä­no­me­ne, Tech­nik (BNT) und Mu­sik vor­stel­len könn­ten“, sagt Knie­le. Ein ent­spre­chen­der An­trag muss beim Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ge­stellt wer­den. Schul­amts­lei­ter hin­zu. Ge­mein­sam mit den Schul­lei­tun­gen und dem Schul­amt hät­te es die Stadt­ver­wal­tung als Schul­trä­ger ge­schafft, sich gut für die Zu­kunft auf­zu­stel­len. „Wir sind der ein­zi­ge Schul­stand­ort im Kreis, der al­le Schul­for­men vor Ort hat“, be­ton­te auch Bür­ger­meis­ter Bubeck. Im­mer wich­ti­ger wür­de bei den Fa­mi­li­en auch, die Ent­schei­dungs­mög­lich­keit zwi­schen ei­ner Halb­tags­schu­le (Re­al­schu­le) und ei­ner Ganz­tags­schu­le (Ge­mein­schafts­schu­le) zu ha­ben. (jek)

FOTO: JEK

Ha­ben sich über die Zu­kunft der Re­al­schu­le aus­ge­tauscht (v.l.): stell­ver­tre­ten­der Schul­lei­ter Ro­bert Kern, Schul­lei­te­rin Mech­til­de Knie­le, Bür­ger­meis­ter Ste­fan Bubeck, Haupt­amts­lei­te­rin Sa­bi­ne Re­ger, Schul­amts­lei­ter Ger­not Schult­heiß und Schul­rä­tin Eleo­no­re Wiehl.

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