Är­ger über man­gel­haf­te Rei­ni­gung an Schu­len

Stadt Ra­vens­burg er­wägt, Schu­len wie­der in Ei­gen­re­gie zu put­zen – Qua­li­tät soll wich­ti­ger wer­den als der Preis

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von Bernd Ad­ler

RA­VENS­BURG - Pro­ble­me mit der Sau­ber­keit gibt es der­zeit wie­der an den städ­ti­schen Schu­len Ra­vens­burgs. Der Grund: Die be­auf­trag­ten Rei­ni­gungs­fir­men kom­men nicht al­le ih­ren Auf­ga­ben nach. Mit­un­ter fällt das Put­zen der Schu­le dann schlicht­weg aus.

Stadt­rä­tin Mar­ga­re­te Eger (CDU) be­rich­te­te der „Schwä­bi­schen Zei­tung“zum Bei­spiel von der Ober­zel­ler Schu­le. Dort kam es vor, dass die Rei­ni­gungs­fir­ma nach den Herbst­fe­ri­en schlicht­weg 14 Ta­ge lang über­haupt nicht er­schien. Al­ler Dreck blieb lie­gen. Auch in Eschach und in Schu­len der Kern­stadt ge­be es Pro­ble­me. „Der Stan­dard ist schlecht“, sagt die Stadt­rä­tin, „der Zu­stand un­trag­bar.“

Auch Her­bert Weiß, Ge­schäfts­füh­ren­der Schul­lei­ter für die Grund­schu­len, die För­der­schu­le, die Haupt­schu­len und die Re­al­schu­le der Stadt Ra­vens­burg, ist die Pro­ble­ma­tik nicht un­be­kannt. „Die Schu­len sind ganz un­ter­schied­lich stark da­von be­trof­fen“, sagt Weiß. „Man­che ha­ben Glück, aber an man­chen Schu­len muss die Si­tua­ti­on ka­ta­stro­phal sein.“ Mas­si­ve Kri­tik an den Sau­ber­keits­stan­dards Seit An­fang 2013, nach ei­ner eu­ro­pa­wei­ten Aus­schrei­bung der Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, sind nur noch zwei gro­ße Di­enst­leis­ter an den Schu­len im Ein­satz. Be­reits zu Be­ginn gab es von Schü­lern und El­tern zum Teil mas­si­ve Kri­tik an der er­folg­ten Re­du­zie­rung der Sau­ber­keits­stan­dards. Mit der Zeit soll sich die Si­tua­ti­on zwar ver­bes­sert ha­ben, in­zwi­schen neh­men die Kla­gen aber wie­der zu. Al­f­red Os­wald, Spre­cher der Ra­vens­bur­ger Stadt­ver­wal­tung, be­stä­tigt das: „Die Pro­ble­ma­tik hat sich zu­letzt ver­stärkt ge­zeigt.“

Der Kern des Pro­blems aus Sicht der Stadt: In der Re­gi­on herrscht Voll­be­schäf­ti­gung, die be­auf­trag­ten Fir­men tun sich schwer, gu­te Rei­ni­gungs­kräf­te zu fin­den. Os­wald: „Trotz ta­rif­li­chem Min­dest­lohn, der rund ein Eu­ro über dem ge­setz­li­chen liegt, liegt man noch im Nied­rig­lohn­sek­tor.“Ein wei­te­rer Punkt sei, dass bei ei­ner der bei­den Fir­men die Ei­gen­kon­trol­le „noch nicht dem ent­spricht, was wir ver­trag­lich er­war­ten.“Heißt: Hier muss noch am Qua­li­täts­stan­dard ge­ar­bei­tet wer­den.

Soll­te es wei­ter zu aku­ten Not­si­tua­tio­nen kom­men, in de­nen ta­ge­lang kei­ne Rei­ni­gungs­kraft an ei­ner Schu­le auf­taucht, ist die Stadt Ra­vens­burg vor­be­rei­tet. Die größ­ten Miss­stän­de sol­len kurz­fris­tig die Haus­meis­ter be­sei­ti­gen, zu­dem spricht die Stadt mit ört­li­chen Rei­ni­gungs­be­trie­ben, die ge­ge­be­nen­falls kurz­fris­tig ein­sprin­gen. Zu­dem prüft die Stadt, „ob - so wie frü­her – künf­tig in Teil­be­rei­chen Ei­gen­rei­ni­gung Sinn macht“, sagt Al­f­red Os­wald. Der Ge­mein­de­rat wer­de dar­über im ers­ten Halb­jahr 2017 ent­schei­den: „Soll­te es bei dem bis­he­ri­gen Sys­tem der kom­plet­ten Ver­ga­be von Rei­ni­gungs­leis­tun­gen blei­ben, wer­den wir dar­auf ach­ten müs­sen, dass bei den Aus­schrei­bun­gen die Qua­li­täts­si­che­rung künf­tig deut­lich mehr Ge­wicht er­hält als der Preis.“Die Ver­trä­ge mit den bei­den Groß­dienst­leis­tern lau­fen En­de 2017 aus.

Das The­ma Qua­li­tät ist auch Schul­lei­ter Her­bert Weiß ein An­lie­gen: „Bis­her wird die Rei­ni­gung halt im­mer als Kos­ten­fra­ge ge­se­hen. Da ist al­les an der un­te­ren Kan­te. Das Per­so­nal hat so we­nig Zeit für sei­ne Ar­beit, da ist ei­ne or­dent­li­che Rei­ni­gung fast nicht mög­lich.“Nach An­sicht von Weiß müss­te die Sau­ber­keit an Schu­len erns­ter ge­nom­men wer­den: „Ein Ob­jekt, das je­den Tag von so vie­len Leu­ten ge­nutzt wird, müss­te auch je­den Tag ge­rei­nigt wer­den.“

Stadt­rä­tin Mar­gar­te Eger wünscht sich, dass die Rei­ni­gung der Schu­len künf­tig wie­der in klei­ne­ren Pa­ke­ten ver­ge­ben wird. Ihr Fa­zit: „Der Groß­auf­trag war ein Flop.“

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