Cam­pus Gal­li er­hält 298 000 Eu­ro Zu­schuss

Für 2017 wird mit 80 000 Be­su­chern ge­rech­net – lang­fris­ti­ge Spon­so­ren wer­den ge­sucht

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Se­li­na Eh­ren­feld

MESSKIRCH - Die Ar­bei­ten an der Klos­ter­stadt Cam­pus Gal­li wer­den im kom­men­den Jahr mit 298 000 Eu­ro von der Stadt Meß­kirch be­zu­schusst. Da­bei sol­len 100 000 Eu­ro da­von als Kas­sen­kre­dit flie­ßen, der noch bis Au­gust 2017 zu­rück­be­zahlt wer­den soll. Die Mehr­heit des Ge­mein­de­rats stimm­te am Di­ens­tag­abend wäh­rend ei­ner Sit­zung für den Zu­schuss. Ge­trennt wur­de über den Kas­sen­kre­dit und den Zu­schuss ab­ge­stimmt. Tho­mas Nu­ding (Freie Wäh­ler) stimm­te über den Kas­sen­kre­dit als ein­zi­ger da­ge­gen, über den Zu­schuss stimm­ten Tho­mas Nu­ding und Patri­cia Hut­la (bei­de Freie Wäh­ler) da­ge­gen. Im Vor­jahr hat­te das Pro­jekt ei­nen Zu­schuss in Hö­he von 265 000 Eu­ro von der Stadt er­hal­ten.

Han­nes Na­pie­r­a­la, Ge­schäfts­füh­rer der ka­ro­lin­gi­schen Klos­ter­stadt, in­for­mier­te den Ge­mein­de­rat vor der Ab­stim­mung über die Ar­bei­ten, die 2017 ge­plant sind und mit wel­chen Be­su­cher­zah­len und Aus­ga­ben im kom­men­den Jahr zu rech­nen sei. Au­ßer­dem zog er über die Ent­wick­lun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re Bi­lanz. „Der po­si­ti­ve Trend be­züg­lich der Be­su­cher­zah­len setzt sich ste­tig fort. 2016 ha­ben wir un­se­re Er­war­tun­gen mit 65 755 Gäs­ten noch über­tref­fen kön­nen“, sag­te Na­pie­r­a­la. Für das kom­men­de Jahr pla­ne er mit 80 000 Be­su­chern. Nach­dem in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die In­fra­struk­tur für die Klos­ter­stadt ge­schaf­fen wur­de, soll 2017 nun mit den ers­ten Bau­ten be­gon­nen wer­den, die auch plan­mä­ßig der Klos­ter­stadt an­hän­gen. „Wir wer­den die Fried­hofs­mau­er und den Obst­gar­ten 2017 ab­schlie­ßen, die Kü­f­erwerk­statt an­ge­hen und die ers­ten Bee­te für den Ge­mü­se­gar­ten an­le­gen, der aber wohl im kom­men­den Jahr nicht ab­ge­schlos­sen wer­den kann“, in­for­mier­te Han­nes Na­pie­r­a­la. Zu­dem soll am In­nen­aus­bau der Holz­kir­che wei­ter­ge­ar­bei­tet wer­den. Noch va­ge sei die Pla­nung für den Bau­be­ginn der Scheu­ne. Au­ßer­dem müs­se im kom­men­den Jahr ein zu­sätz­li­cher Zim­mer­mann ein­ge­stellt wer­den.

Die­se Pla­nun­gen und die pro­gnos­ti­zier­ten Be­su­cher­zah­len für 2017 be­rück­sich­tigt, ent­ste­he je­doch ein Be­triebs­kos­ten­de­fi­zit von 198 000 Eu­ro. „Um un­se­re jähr­li­chen De­fi­zi­te zu mi­ni­mie­ren, kom­men wir zwar ei­nen gro­ßen Schritt nach vor­ne, wer­den aber auch im kom­men­den Jahr wie­der ei­nen Zu­schuss brau­chen“, sag­te Na­pie­r­a­la. Der Ge­schäfts­füh­rer schlug des­halb ei­nen Kas­sen­kre­dit von 100 000 Eu­ro vor, der nach zu­flie­ßen­den Ein­nah­men aus Ein­tritts­prei­sen bis Au­gust ab­be­zahlt wer­den kön­ne. 198 000 Eu­ro soll­ten zu­sätz­lich als Zu­schuss von der Stadt flie­ßen. Am En­de ei­ner zum Teil emo­tio­na­len Dis­kus­si­on stimm­ten die Ge­mein­de­rats­mit­glie­der mehr­heit­lich für die­sen Vor­schlag. In der Dis­kus­si­on muss­te sich Han­nes Na­pie­r­a­la je­doch auch Kri­tik stel­len. „Mich stört, dass die­se Zu­schüs­se von Jahr zu Jahr im­mer scheib­chen­wei­se be­schlos­sen wer­den. Ich ver­mis­se hier ei­ne Lang­zeit­pro­gno­se und den­ke nicht, dass sie mit 35 Mit­ar­bei­tern in nur 40 Jah­ren so ei­ne Stadt auf­bau­en kön­nen“, sag­te Rats­mit­glied Tho­mas Nu­ding (Freie Wäh­ler). „Gibt es denn hier ei­ne Vor­schau dar­über, wie lan­ge wir hier noch in­ves­tie­ren müs­sen? Es ist un­ge­schickt, wenn wir von Jahr zu Jahr sprin­gen“, äu­ßer­te sich Patri­cia Hut­la (Freie Wäh­ler). En­de der Zu­schüs­se in Sicht Die­ser Hal­tung stell­te sich die Mehr­heit des Ge­mein­de­rats ve­he­ment ent­ge­gen. „Wir ha­ben ein En­de der Zu­schüs­se in Sicht. Und das ha­ben vie­le tou­ris­ti­sche Ein­rich­tun­gen an­de­rer Ge­mein­den nicht. Da wür­den Sie stau­nen, wenn Sie se­hen, wie viel an­de­re Ge­mein­den für die Auf­wer­tung des Tou­ris­mus aus­ge­ben“, sag­te Bür­ger­meis­ter Ar­ne Zwick. „Es tut sich ge­nau das, was wir wol­len. Wir sind auf dem rich­ti­gen Weg“, füg­te er hin­zu. „Auch ich war skep­tisch zu Be­ginn des Pro­jekts“, sag­te Lan­gen­harts Orts­vor­ste­he­rin El­vi­ra Rei­chert. „Wenn ich dann aber se­he, wie der Park­platz bei uns im Ort im­mer gut ge­füllt ist und ich re­gel­mä­ßig An­fra­gen für Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten von Tou­ris­ten be­kom­me, über­zeugt mich das“, sag­te sie. Auch Han­nes Na­pie­r­a­la be­ton­te, dass vor al­lem die Be­woh­ner Rohr­dorfs, Lan­gen­harts und Meß­kirchs po­si­tiv für das Pro­jekt ein­stün­den. „Wir be­kom­men so viel Un­ter­stüt­zung von den Bür­gern und das ist auch der Grund, war­um das Pro­jekt so her­vor­ra­gend funk­tio­niert.

In der Dis­kus­si­on be­ton­te Ge­schäfts­füh­rer Na­pie­r­a­la mehr­mals, dass ein En­de der Zu­schüs­se ab­seh­bar sei. „Wenn es gut läuft, brau­chen wir bis 2018 oder 2019 kei­ne Zu­schüs­se mehr. Wir konn­ten lei­der bis­her kei­nen lang­fris­ti­gen Spon­sor für uns fin­den, blei­ben da aber zu­ver­sicht­lich“, sag­te er. Na­pie­r­a­la sei da­von über­zeugt, dass das Pro­jekt noch wei­ter rei­fen müs­se und zu noch mehr Be­kannt­heit ge­lan­gen müs­se, bis ein Spon­sor über­zeugt wer­den kön­ne.

FOTO: AR­CHIV

Holz­hand­wer­ker ar­bei­ten im Cam­pus Gal­li an ei­ner Holz­kir­che. Die Klos­ter­kir­che er­hält für die ge­plan­ten Ar­bei­ten im Jahr 2017 von der Stadt Meß­kirch ei­nen Zu­schuss von rund 300 000 Eu­ro.

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