Ros­bergs Ent­schei­dung nö­tigt Bad Saul­gau­ern Re­spekt ab

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT - Von Si­las Hüls­busch

BAD SAUL­GAU - Ni­co Ros­berg (31) hat am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de die ge­sam­te mo­tor­sport­in­ter­es­sier­te Welt über­rascht. Der frisch­ge­ba­cke­ne For­mel-1-Welt­meis­ter gab noch vor der Ver­lei­hung des WM-Po­kals sein so­for­ti­ges Kar­rie­re­en­de be­kannt. So rich­tig nach­voll­zie­hen kön­nen vie­le, die dem in Wies­ba­den ge­bo­re­nen Ros­berg die Dau­men ge­hal­ten ha­ben, die Ent­schei­dung des 31 Jah­re al­ten Soh­nes des Fin­nen Ke­ke Ros­berg, 1982 selbst For­mel-1Welt­meis­ter, nicht. Si­las Hüls­busch, Prak­ti­kant der Schwä­bi­schen Zei­tung Bad Saul­gau, frag­te Men­schen in Bad Saul­gau. Al­bert Sigg , Kran­ken­pfle­ger aus Bad Saul­gau, meint: „Ni­co Ros­berg hat mit sei­nem Rück­tritt die rich­ti­ge Ent­schei­dung ge­trof­fen. Er hat al­les er­reicht, was er woll­te. Nun hat er aus­rei­chend Zeit, um sich um sei­ne Fa­mi­lie zu küm­mern. Die For­mel 1 ist ein sehr ge­fähr­li­cher Sport. Ros­berg geht nun al­len Ge­fah­ren aus dem Weg.“Als Nach­fol­ger sieht Sigg Ex-Welt­meis­ter Se­bas­ti­an Vet­tel in der Fa­vo­ri­ten­rol­le. „So hat Vet­tel wie­der ein kon­kur­renz­fä­hi­ges Au­to, um um den WM-Ti­tel zu fah­ren. Au­ßer­dem wä­ren Vet­tel und Ha­mil­ton ein sehr gu­tes Duo. Auch Pas­cal Wehr­lein hat sein Kön­nen schon un­ter Be­weis ge­stellt. Er kann genau­so Ros­bergs Nach­fol­ger wer­den.“ Mar­kus Zie­gel­schmid aus Sigmaringen war sehr über­rascht von Ros­bergs Rück­tritt. „Ich fin­de das nicht gut. Als Welt­meis­ter ist man ver­pflich­tet, sei­nen Ti­tel zu ver­tei­di­gen. Als Nach­fol­ger wün­sche ich mir ei­nen deut­schen Fah­rer. Aber es ist al­les an­de­re als si­cher, ob Mercedes in der kom­men­den Sai­son nach wie vor das stärks­te Team der For­mel 1 ist. Durch die vie­len Re­ge­län­de­run­gen weiß man nicht, was in Zu­kunft pas­sie­ren wird.“ Wal­ter Mül­ler aus Bad Saul­gau sagt: „Welt­meis­ter Ros­berg hat al­les rich­tig ge­macht. Er hört auf dem Hö­he­punkt auf. Nun kann es nur noch schlech­ter wer­den. Aber so ein Rück­tritt braucht de­fi­ni­tiv viel Über­win­dung. Das nö­tigt mir Re­spekt ab. Ros­berg hat auf­ge­hört. Heut­zu­ta­ge ist es je­doch häu­fig der Fall, dass es ei­nen Rück­tritt vom Rück­tritt gibt. Des­halb glau­be ich, dass Ros­berg spä­tes­tens in zwei Jah­ren wie­der zu­rück ist.“ An­ton Brehm vom Fe­der­see, selbst ehe­ma­li­ger Mo­tor­rad­sport­ler, sagt: „Ni­co Ros­bergs Idee ist lo­bens­wert. Ir­gend­wann kommt der Punkt, an dem man auf­hö­ren muss. Was soll er jetzt noch er­rei­chen? Die Ge­sund­heit steht im Vor­der­grund. Au­ßer­dem kann sich der am­tie­ren­de Welt­meis­ter nun um sei­ne Fa­mi­lie küm­mern. Jetzt wä­re wie­der ein deut­scher Fah­rer als Nach­fol­ger schön.“ Al­bert Traub, Rent­ner aus Bad Saul­gau, ist der An­sicht, „dass Wies­ba­de­ner Ros­berg in den ver­gan­ge­nen Jah­ren aus­rei­chend Geld ver­dient hat. In letz­ter Zeit hat er sehr viel ge­leis­tet. Jetzt kann er sein Le­ben in Ru­he ge­nie­ßen. Au­ßer­dem geht er dem Streit mit Le­wis Ha­mil­ton aus dem Weg. Nach­fol­ger soll­te der in Sigmaringen ge­bo­re­ne Pas­cal Wehr­lein wer­den. Der hat ei­nen sehr gu­ten Ein­druck hin­ter­las­sen. Selbst in ei­nem un­ter­le­ge­nen Renn­wa­gen hat Wehr­lein re­spek­ta­ble Leis­tun­gen ge­zeigt.“ An­ton Nell, Rent­ner aus Wol­farts­wei­ler, fin­det die Ent­schei­dung des Wies­ba­de­ners gut. „Heut­zu­ta­ge ist der Motorsport sehr ge­fähr­lich. Man weiß nie, was pas­sie­ren kann. Ni­co Ros­berg muss­te sich im Mercedes-Team fast im­mer Ha­mil­ton un­ter­ord­nen. Da­her ist sein Rück­tritt auf dem Hö­he­punkt op­ti­mal. Pas­cal Wehr­lein wür­de ich die Nach­fol­ge gön­nen. Es wä­re schön, wenn ein Renn­fah­rer aus un­se­rer Re­gi­on die Chan­ce be­kä­me, bei ei­nem Spit­zen­team wie Mercedes zu fah­ren.“

FOTO: HER­BERT NEU­BAU­ER/DPA

Ni­co Ros­berg hat sich ver­gan­ge­ne Wo­che aus der For­mel 1 ver­ab­schie­det.

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Al­bert Sigg.

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An­ton Nell.

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