Re­li­giö­se Klei­dung im Ge­richt: Grü­ne und CDU lo­ten Kom­pro­miss aus

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIR IM SÜDEN -

STUTT­GART (lsw) - Der Ko­ali­ti­ons­streit zum Um­gang mit re­li­gi­ös be­setz­ten Klei­dungs­stü­cken im Ge­richts­saal ist so gut wie bei­ge­legt. Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Andre­as Schwarz (Fo­to: dre) sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur am Don­ners­tag, für haupt­amt­li­che Rich­ter und Staats­an­wäl­te sol­le das Tra­gen von re­li­giö­sen Sym­bo­len we­gen der Neu­tra­li­täts­pflicht der Jus­tiz aus­ge­schlos­sen sein. Für an­de­re Grup­pen, dar­un­ter Schöf­fen, Rechts­pfle­ger und Pro­to­kol­lan­ten, sol­le das Ver­bot aber nicht gel­ten, sag­te Schwarz.

Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf (CDU) si­gna­li­sier­te Zu­stim­mung: „Das Ent­schei­den­de ist für mich, dass es in Ba­den-Würt­tem­berg kei­ne Rich­ter und Staats­an­wäl­te mit re­li­giö­sen Sym­bo­len gibt.“CDUFrak­ti­ons­chef Wolf­gang Rein­hart sag­te, er be­grü­ße, dass sich die Grü­nen in der Sa­che doch noch be­weg­ten. „Da­her se­he ich ei­ne gu­te Chan­ce, dass wir ei­nen Kom­pro­miss beim Ver­bot re­li­gi­ös be­setz­ter Klei­dungs­stü­cke im Ge­richts­saal

„Reichs­bür­ger“hor­tet il­le­gal Waf­fen und Mu­ni­ti­on

FREI­BURG (lsw) - Ein mut­maß­li­cher „Reichs­bür­ger“hat in Frei­burg meh­re­re nicht ein­ge­tra­ge­ne Waf­fen in sei­nem Be­sitz ge­habt. Bei der Durch­su­chung sei­ner Woh­nung sei­en un­ter an­de­rem Schuss­waf­fen, meh­re­re Tau­send Schuss Mu­ni­ti­on und Schlag­stö­cke ge­fun­den wor­den, teil­te die Po­li­zei am Don­ners­tag mit. Die Be­am­ten sei­en bei der Über­prü­fung von Waf­fen­be­sitz­kar­ten auf den 69-Jäh­ri­gen auf­merk­sam ge­wor­den. Der Mann rech­ne sich selbst der Reichs­bür­ger­be­we­gung zu, wie aus sei­nem Schrift­ver­kehr mit der Be­hör­de her­vor­ge­he. Er muss sich nun we­gen Ver­stö­ßen ge­gen das Waf­fen­ge­setz ver­ant­wor­ten.

Deutsch­lands höchst­ge­le­ge­ne In­door-Frei­zeit­are­na er­öff­net

FELD­BERG (lsw) - Die Tou­ris­mus­bran­che im Schwarz­wald rich­tet sich dau­er­haft auf un­be­stän­di­ges Wet­ter und die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels ein. Auf dem Feld­berg im Schwarz­wald ist am Don­ners­tag ein 4000 Qua­drat­me­ter gro­ßer, über­dach­ter Sport­park in Be­trieb ge­gan­gen. Es han­de­le sich um die höchst­ge­le­ge­ne In­door-Are­na und den höchst­ge­le­ge­nen In­door-Hoch­seil­park Deutsch­lands, teil­ten die Be­trei­ber mit. Al­le Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten sei­en un­ab­hän­gig vom Wet­ter mög­lich – vom Rei­ten und Klet­tern bis zum Schlitt­schuh­lau­fen. Die Hal­le di­rekt ne­ben den Ski­pis­ten und Wan­der­rou­ten ist ganz­jäh­rig ge­öff­net. In­ves­tiert wur­den den An­ga­ben zu­fol­ge sechs Mil­lio­nen Eu­ro. ver­ein­ba­ren und um­set­zen kön­nen.“

Mi­nis­ter Wolf sag­te zu dem sich ab­zeich­nen­den Kom­pro­miss: „Wenn wir uns am En­de dar­auf ver­stän­di­gen soll­ten, ist klar: In Ba­den-Würt­tem­berg wird es kei­ne Be­rufs­rich­ter oder Staats­an­wäl­te mit re­li­giö­sen Sym­bo­len wie zum Bei­spiel Kopf­tuch ge­ben.“Ba­den-Würt­tem­berg wer­de dann das ers­te Land sein, dass dies klar und ein­deu­tig ver­bie­te. „Ob­jek­ti­vi­tät und Neu­tra­li­tät der Jus­tiz sind ein ho­hes Gut, das es zu be­wah­ren gilt. Für Eh­ren­amt­li­che müss­ten dann im Ein­zel­fall Be­fan­gen­heits­re­ge­lun­gen ge­prüft wer­den.“

Für die FDP ist der Kom­pro­miss­vor­schlag we­der lo­gisch be­grün­det noch sinn­voll. Frak­ti­ons­chef Han­sUl­rich Rül­ke und Rechts­ex­per­te Ni­co Wein­mann teil­ten mit: „Das prin­zi­pi­el­le Ver­bot re­li­giö­ser Klei­dungs­stü­cke vor Ge­richt hat nur dann ei­nen Sinn, wenn es kon­se­quent um­ge­setzt wird und für al­le Per­so­nen, die bei Ge­richt tä­tig sind, ver­bind­li­chen Cha­rak­ter be­sitzt.“

Braue­rei Här­le zieht vor Bun­des­ge­richts­hof

LEUTKIRCH (sz) - Mit dem Streit um die Be­zeich­nung „be­kömm­lich“in ei­ner Bier­wer­bung wird sich bald der Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he be­fas­sen. Gott­fried Här­le, Chef der Leut­kir­cher Braue­rei Här­le, hat ge­gen das Ur­teil des Ober­lan­des­ge­richts Stutt­gart Re­vi­si­on ein­ge­legt. Das be­stä­tig­te er am Don­ners­tag. Ei­nen Ter­min für ei­ne Ver­hand­lung kennt er noch nicht. Hin­ter­grund ist der Zwist zwi­schen der Braue­rei aus Leutkirch (Kreis Ravensburg) und dem Ver­band So­zia­ler Wett­be­werb (VSW) aus Ber­lin. Här­le ar­gu­men­tiert, der Be­griff „be­kömm­lich“sei ei­ne „rei­ne Qua­li­täts­aus­sa­ge“. Der VSW ver­steht ihn je­doch als „ge­sund­heits­be­zo­ge­ne An­ga­be“, die bei al­ko­ho­li­schen Ge­trän­ken nicht er­laubt sei. So­wohl das Land­ge­richt Ravensburg als auch das Ober­lan­des­ge­richt in Stutt­gart folg­ten die­ser Auf­fas­sung.

31-Jäh­ri­ger nach Atta­cke auf Ehe­frau in Haft

WEIL IM SCHÖNBUCH (lsw) - Ein 31-Jäh­ri­ger ist nach ei­ner Atta­cke in ei­ner Asyl­un­ter­kunft auf sei­ne Ehe­frau in Haft. Wie Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft am Don­ners­tag mit­teil­ten, hat­te der Asyl­be­wer­ber aus Af­gha­nis­tan am Mon­tag in ei­ner Un­ter­kunft in Weil im Schönbuch bei Stutt­gart auf sei­ne 21 Jah­re al­te Ehe­frau ein­ge­sto­chen. Nach ei­ner No­tope­ra­ti­on ist das Op­fer in­zwi­schen au­ßer Le­bens­ge­fahr. Der 31-Jäh­ri­ge flüch­te­te, wur­de aber ei­ni­ge St­un­den spä­ter fest­ge­nom­men.

Geis­ter­fah­re­rin ver­ur­sacht Un­fall auf A 96 im All­gäu

LEUTKIRCH (sz) -Ei­ne Falsch­fah­re­rin hat auf der A 96 bei Leutkirch (Kreis Ravensburg) ei­nen Un­fall ver­ur­sacht und sich le­bens­ge­fähr­lich ver­letzt. Die 87-Jäh­ri­ge war nach Po­li­zei­an­ga­ben am Don­ners­tag­mor­gen in fal­scher Fahrt­rich­tung un­ter­wegs, als sie fron­tal mit ei­nem Klein­trans­por­ter zu­sam­men­stieß. Ein wei­te­rer Au­to­fah­rer prall­te in die Un­fall­stel­le. Die Au­to­bahn war in Fahrt­rich­tung Mün­chen rund drei St­un­den ge­sperrt.

FO­TO: DPA

Der Feld­berg will sich als Ur­laubs­ziel un­ab­hän­gi­ger vom Wet­ter ma­chen.

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