„Ulm müs­sen wir auf der Rech­nung ha­ben“

Bam­bergs Na­tio­nal­spie­ler Da­ni­el Theis warnt vor dem Spit­zen­spiel bei sei­nem Ex-Club

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

BAMBERG/ULM - Zwei Jah­re lang, von 2012 bis 2014, lief Bas­ket­ball-Na­tio­nal­spie­ler Da­ni­el Theis für Ra­tio­pharm Ulm auf. Am Sonn­tag (18 Uhr) gas­tiert der 24-jäh­ri­ge ge­bür­ti­ge Salz­git­te­ra­ner mit dem seit Sai­son­be­ginn (13 Spie­le) un­ge­schla­ge­nen Meis­ter und Ta­bel­len­füh­rer Bro­se Bamberg bei den eben­falls (seit elf Par­ti­en) noch un­ge­schla­ge­nen Ul­mern. Theis über­rascht es nicht, dass die Par­tie das Spit­zen­spiel der Li­ga ist. Grund: Die Teams der bei­den Vor­jah­res­fi­na­lis­ten hät­ten sich kaum ver­än­dert. Pit Mei­er sprach mit dem Cen­ter. Ulm ge­gen Bamberg, Zwei­ter ge­gen Ers­ter, bei­de nach zwölf Spiel­ta­gen noch un­be­siegt. Hat­ten Sie sich die­se Kon­stel­la­ti­on vor der Sai­son so vor­ge­stellt, Herr Theis? Viel­leicht nicht un­be­dingt ge­nau so. Aber ich war auch nicht da­von aus­ge­gan­gen, dass ei­ne der bei­den Mann­schaf­ten Mit­te De­zem­ber in der Ta­bel­le sehr viel wei­ter un­ten steht. Die Ul­mer ha­ben schließ­lich ih­re Mann­schaft fast kom­plett ge­hal­ten und in Tim Ohl­brecht noch ei­nen wich­ti­gen Spie­ler da­zu be­kom­men. Bei uns gab es auch we­nig Ve­rän­de­run­gen, und Bamberg ge­gen Ulm, das war ja schon in der letz­ten Sai­son die End­spiel­se­rie. Das Spiel zwi­schen Bamberg und den Bay­ern wur­de An­fang Ok­to­ber als Du­ell der Al­pha­tie­re im deut­schen Bas­ket­ball ge­hypt. Dann hat Bamberg den Geg­ner mal eben mit 90:59 aus der Hal­le ge­schos­sen. Läuft es am Sonn­tag ähn­lich? Ich glau­be nicht, dass man die­se Spie­le wirk­lich ver­glei­chen kann. Ge­gen die Bay­ern ha­ben wir zu Hau­se und bei­na­he per­fekt ge­spielt. Ge­gen Ulm müs­sen wir aus­wärts ran, und ich kann mir nur schwer vor­stel­len, dass ei­ne der bei­den Mann­schaf­ten sich früh ei­ne deut­li­che Füh­rung er­ar­bei­tet. Das könn­te durch­aus ei­ne en­ge An­ge­le­gen­heit wer­den. Ist Ulm die­se Sai­son wie­der ei­ner der Bam­ber­ger Ti­tel­ri­va­len? Das se­he ich durch­aus so. Ei­ne ein­ge­spiel­te und ver­stärk­te Ul­mer Mann­schaft mit ei­nem jetzt wie­der ge­sun­den und im­mer bes­ser wer­den­den Au­gus­ti­ne Ru­bit müs­sen wir auf je­den Fall auf der Rech­nung ha­ben. Bamberg spielt teil­wei­se am Wo­che­n­en­de in der Bun­des­li­ga, am Di­ens­tag und am Don­ners­tag in der Eu­ro­le­ague und am Wo­che­n­en­de da­nach wie­der in der Bun­des­li­ga. Wacht man da manch­mal mor­gens auf und über­legt kurz, wo man ei­gent­lich ist und was auf dem Pro­gramm steht? Ganz so schlimm war es zum Glück bis­her bei mir noch nie. Aber das Pen­sum ist schon über­aus an­stren­gend, und es bleibt we­nig Zeit für Trai­ning. Die Ul­mer wa­ren in die­ser Wo­che im Eu­ro­cup spiel­frei und konn­ten sich in al­ler Ru­he auf den Bun­des­li­ga-Gip­fel vor­be­rei­ten, Wie groß ist die­ser Vor­teil? Als wir ge­gen Bay­ern spiel­ten, hat­ten wir an­dert­halb Ta­ge für die Vor­be­rei­tung, die hat­ten eben­falls ei­ne freie Wo­che hin­ter sich. Das Er­geb­nis ist be­kannt. Wenn wir am Sonn­tag ge­win­nen, wird es hei­ßen, dass wir ei­nen Vor­teil hat­ten, weil wir im Rhyth­mus wa­ren. Wenn wir ver­lie­ren, dann wird es hei­ßen, dass die hö­he­re Be­las­tung ein Nach­teil für uns war. Wir keh­ren ja auch am Don­ners­tag aus Is­ra­el nach Bamberg zu­rück und fah­ren dann erst am Sams­tag nach Ulm. Für Bam­ber­ger Ver­hält­nis­se ist das bei­na­he ein ent­spann­tes Pro­gramm. Was ma­chen ei­gent­lich Ih­re NBA-Am­bi­tio­nen? Die ru­hen der­zeit. Ich ha­be schon oft ge­sagt, dass je­der Bas­ket­ball­pro­fi na­tür­lich von der NBA träumt und das tue auch ich. Wenn es ir­gend­wann tat­säch­lich klappt, dann ist das wun­der­bar. Wenn nicht, dann geht für mich die Welt be­stimmt auch nicht un­ter.

FO­TO: DPA

Mit 18 Mi­nu­ten Spiel­zeit Stamm­kraft in Bamberg: Da­ni­el Theis.

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