Den Völ­ker­mord ab­wen­den

Mi­nis­ter­prä­si­dent Kretschmann be­sorgt über die La­ge der Je­si­den im Irak

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIR IM SÜDEN - Von Jas­min Off

RA­VENS­BURG - Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kretschmann hat sich be­sorgt über die Si­tua­ti­on der Min­der­hei­ten im Irak ge­äu­ßert. Be­son­ders die Je­si­den sei­en vom Ter­ror durch den IS mas­siv be­droht. „Vie­le Men­schen wer­den er­mor­det, die Frau­en ver­sklavt und ver­ge­wal­tigt. Der so­ge­nann­te Is­la­mi­sche Staat ver­sucht hier ei­nen Völ­ker­mord“, sag­te Kretschmann beim Re­dak­ti­ons­be­such bei der „Schwä­bi­schen Zei­tung“.

2015 hat­te die Lan­des­re­gie­rung im Rah­men ei­nes Son­der­kon­tin­gents mehr als 1000 Je­si­din­nen aus dem Irak nach Ba­den-Würt­tem­berg aus­ge­flo­gen. Die Frau­en sei­en nun de­zen­tral im gan­zen Land un­ter­ge­bracht und wür­den fach­kun­dig psy­cho­lo­gisch be­treut. Er­zäh­lun­gen ei­ner je­si­di­schen De­le­ga­ti­on hät­ten da­mals den Aus­schlag für das Pro­jekt ge­ge­ben. „Was wir da ge­hört ha­ben, hat uns so scho­ckiert, dass wir uns ge­sagt ha­ben, wir müs­sen da was ma­chen“, sag­te Kretschmann. Zwei der Frau­en – Na­dia Mu­rad und La­mi­ja Ad­schi Ba­schar – er­reg­ten in­ter­na­tio­nal Auf­merk­sam­keit, sie wur­den für ih­ren Ein­satz für Men­schen­rech­te mit dem re­nom­mier­ten Sacha­ro­wP­reis aus­ge­zeich­net.

Da­mit künf­tig auch vor Ort ei­ne The­ra­pie statt­fin­den kann, un­ter­stützt die Lan­des­re­gie­rung der­zeit die Ein­rich­tung ei­nes Psy­cho­lo­gie­zen­trums in der nord­ira­ki­schen Stadt Do­huk. „Vie­le Flücht­lin­ge wol­len in ih­rer Hei­mat blei­ben, aber nur, wenn sie dort gut le­ben kön­nen und ge­sund­heit­lich be­treut wer­den“, so Kretschmann. Auch die Weih­nachts­ak­ti­on der „Schwä­bi­schen Zei­tung“wid­met sich in die­sem Jahr der Be­kämp­fung von Flucht­ur­sa­chen. Dass die Hilfs­be­reit­schaft in der Re­gi­on groß sei, lie­ge auch an der Ge­schich­te der Deut­schen: „Wir ha­ben un­se­re ei­ge­ne Er­fah­rung mit dem Völ­ker­mord an den Ju­den und sind des­halb sehr sen­si­bel, wenn wir se­hen, dass Min­der­hei­ten be­droht wer­den.“ Je­si­den: Mi­nis­ter­prä­si­dent Kretschmann im Vi­deoIn­ter­view zur La­ge der schwa­ebi­sche.de/irak

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.