Wer gibt, spricht mit

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ras­mus Buch­stei­ner

Es ist ei­ne Zä­sur. Das Ver­hält­nis zwi­schen den staat­li­chen Ebe­nen wird neu ge­ord­net, und zwar mit dem Er­geb­nis, dass der Bund fi­nan­zi­ell deut­lich stär­ker in Vor­leis­tung geht als bis­her, auch in­dem er den Län­dern bei be­stimm­ten Auf­ga­ben un­ter die Ar­me greift. Bei der Re­form des Län­der­fi­nanz­aus­gleichs flie­ßen fast zwei­stel­li­ge Mil­li­ar­den­be­trä­ge aus Ber­lin, da­mit am En­de kein Land schlech­ter da­steht als vor­her. Die Mi­nis­ter­prä­si­den­ten ver­lie­ßen die nächt­li­che Sit­zung im Kanz­ler­amt mit ei­ner Ei­ni­gung, die dem Bund just mehr Kom­pe­ten­zen und Mit­spra­che­rech­te ein­räumt. Wer Geld gibt, will na­tür­lich über die Ver­wen­dung mit­be­stim­men kön­nen.

Wich­ti­ge Auf­ga­ben von der Schul­sa­nie­rung bis zum Aus­bau und Er­halt des Stra­ßen­net­zes kön­nen nun be­schleu­nigt vor­an­ge­trie­ben wer­den – dar­in liegt die Chan­ce für Ver­bes­se­run­gen. Deutsch­lands Au­to­bah­nen kön­nen auch nach Bil­dung der ge­plan­ten In­fra­struk­tur­ge­sell­schaft nicht pri­va­ti­siert und ver­ramscht wer­den – ei­ne wich­ti­ge Klar­stel­lung. Das Klein-Klein um die vom Ka­bi­nett längst be­schlos­se­ne Aus­wei­tung des Un­ter­halts­vor­schus­ses für Al­lein­er­zie­hen­de ist hin­ge­gen mehr als pein­lich.

Wird die Re­form jetzt auf die lan­ge Bank ge­scho­ben, wä­re das ein Schlag ins Ge­sicht vie­ler Be­trof­fe­ner. Die Wi­der­stän­de aus den Län­dern, die nun vom Bund mas­siv ent­las­tet wer­den, wir­ken klein­krä­me­risch. po­li­tik@schwa­ebi­sche.de

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