Lieb­frau­en­gemein­de rich­tet Au­gen­merk auf Ugan­da

In ei­ner neu­en Mis­si­ons­part­ner­schaft möch­te der Ei­ne-Welt-Kreis ei­ne Be­rufs­schu­le un­ter­stüt­zen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN/GÖGE/SCHEER - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann

MEN­GEN - Nach­dem sich der Ei­neWelt-Kreis der ka­tho­li­schen Lieb­frau­en­gemein­de 15 Jah­re lang mis­si­ons­part­ner­schaft­lich in Com­pin und San­tia­go de Chu­co in Pe­ru en­ga­giert hat, steht nun ein neu­es Pro­jekt an. Künf­tig möch­te die Ar­beits­grup­pe ei­ne Be­rufs­schu­le in Ugan­da un­ter­stüt­zen und auf die­se Wei­se jun­gen Men­schen in die­sem ost­afri­ka­ni­schen Land ei­ne Zu­kunfts­per­spek­ti­ve ge­ben. „Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten schaf­fen ist ein An­fang, wenn man Flucht­ur­sa­chen vor Ort be­he­ben möch­te“, sagt Pfar­rer Ste­fan Ein­sied­ler.

Mit der Part­ner­schaft zu ei­ner Be­rufs­schu­le setzt der Ei­ne-Welt-Kreis al­so sei­ne Ar­beit im Bil­dungs­be­reich fort. In Pe­ru war durch die in der Kir­chen­ge­mein­de ge­sam­mel­ten Spen­den der Bau ei­ner Be­rufs­schu­le mög­lich ge­wor­den. „Aber ein Pro­jekt steht und fällt mit den Kon­takt­per­so­nen vor Ort“, sagt Ein­sied­ler. Mit ei­nem neu­en Bür­ger­meis­ter in Pe­ru sei der Aus­tausch schwie­ri­ger und die Ar­beits­grup­pe tre­te schon seit Jah­ren auf der Stel­le. „Des­halb ha­ben wir ei­nen Schnitt ge­macht und neh­men et­was Neu­es in An­griff“, sagt Ma­ria Schmetz. Auch der Ei­ne-Welt-Kreis sei ge­ra­de da­bei sich neu zu finden. Nach der Krank­heit und dem Tod der Ge­mein­de­re­fe­ren­tin Mag­da­le­na Rief, die sich in der Ar­beits­grup­pe mit viel Herz en­ga­gier­te, sei ein Va­ku­um ent­stan­den.

Von der Schu­le in Ugan­da hat Pfar­rer Ste­fan Ein­sied­ler durch den dor­ti­gen Ge­mein­de­pfar­rer Ro­bert Ga­li­wan­go er­fah­ren, der re­gel­mä­ßig in Deutsch­land zu Gast ist. Das St. An­t­o­ny Tech­ni­cal and Bu­sis­ness In­sti­tu­te liegt in der Ge­mein­de Katan­de, nur 20 Ki­lo­me­ter von Ugan­das Haupt­stadt Kam­pa­la ent­fernt. In den 1970er und -80er-Jah­ren wur­den im Bür­ger­krieg vie­le Men­schen ge­tö­tet, Wer den Ei­ne-Welt-Kreis bei sei­nen Plä­nen zur Un­ter­stüt­zung der Schu­le in Ugan­da un­ter­stüt­zen möch­te, kann das auf ganz un­ter­schied­li­che Art und Wei­se tun. Wer der Ar­beits­grup­pe bei­tre­ten will, kann sich bei Pfar­rer Ste­fan Ein­sied­ler oder ei­nem der Mit­glie­der mel­den. Glei­ches gilt für Men­schen, die gern ei­ne Spen­den­ak­ti­on auf die Bei­ne stel­len oder ver­letzt, ge­fol­tert oder ver­ge­wal­tigt. Fa­mi­li­en wur­den aus­ein­an­der­ge­ris­sen und ver­lo­ren ihr Zu­hau­se. Es folg­ten Epi­de­mi­en, Hun­ger und Krank­hei­ten.

Vie­le Ju­gend­li­che, die die Schu­le be­su­chen, sind Aids-Wai­sen oder ha­ben ih­re El­tern im Krieg ver­lo­ren. Weil es den Fa­mi­li­en oft kaum mög­lich ist, das ge­rin­ge Schul­geld zu zah­len, kann der Schul­be­trieb nicht in dem Ma­ße auf­recht er­hal­ten wer­den, ih­re Hil­fe für sol­che Ak­tio­nen zur Ver­fü­gung stel­len wol­len. Mehr In­for­ma­tio­nen über die Be­rufschu­le, die Re­gi­on und das Land Ugan­da sind eben­falls bei der ka­tho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de er­hält­lich. Pfar­rer Ste­fan Ein­sied­ler ist über das Pfarr­bü­ro, Te­le­fon 07572/ 8278, oder per Mail zu er­rei­chen:

ste­fan.ein­sied­ler@drs.de wie es nö­tig wä­re. Vor 25 Jah­ren von der ka­tho­li­schen Kir­che ge­grün­det, hät­te das Ge­län­de Platz für bis zu 1500 Schü­ler, ver­sorgt und un­ter­rich­tet wer­den kön­nen der­zeit aber nur knapp 200. „Ge­nau da wol­len wir an­set­zen“, sagt Micha­el Fem­mer. Die Men­ge­ner möch­ten den fi­nan­zi­el­len Rah­men schaf­fen, dass mehr Ma­te­ri­al an­ge­schafft und mehr Ju­gend­li­che auf­ge­nom­men wer­den kön­nen. Die Aus­stat­tung fehlt „Die Schu­le ist auf das Be­rufs­le­ben aus­ge­rich­tet“, sagt Al­fons Rapp. Aus­ge­bil­det wer­den künf­ti­ge Au­to­me­cha­ni­ker, Schnei­der, Fri­seu­re, Mau­rer, Zim­mer­män­ner, Gas­tro­no­men und Kos­me­ti­ker. An­ge­bo­ten wer­den au­ßer­dem Kur­se im Ho­tel-Ma­nage­ment, Fahr­schu­le, In­for­ma­ti­ons­tech­nik, Ethik und christ­li­che Re­li­gi­on. „Es fehlt aber an al­len Ecken an der Aus­stat­tung: in den Werk­stät­ten, im PC-Raum, in den Un­ter­künf­ten.“Mit den Schul­bei­trä­gen kön­ne ge­ra­de ein­mal die Ver­pfle­gung und ein Teil der Leh­rer­ge­häl­ter ge­zahlt wer­den.

Im Spen­den­sam­meln ken­nen sich die Mit­glie­der des Ar­beits­krei­ses aus. „Vom Stand auf dem Weih­nachts­markt über Kon­zer­te und ge­mein­sa­men Mit­tags­tisch bis zur Teil­nah­me an der Mu­sik­nacht, dem Ent­wer­fen ei­nes Koch­buchs und Ak­tio­nen mit Schu­len stel­len wir al­les auf die Bei­ne“, sagt Do­ris St­em­pf­le. „Je mehr Leu­te mit­ma­chen wol­len, des­to bes­ser.“Der Ar­beits­kreis sei of­fen für al­le, die hel­fen oder ei­ge­ne Ide­en mit ein­brin­gen wol­len. „Wir kön­nen die Welt­po­li­tik nicht än­dern, aber wir kön­nen an der Ba­sis von Mensch zu Mensch da­zu bei­tra­gen, dass es den Men­schen in Afri­ka ein we­nig bes­ser geht“, sagt Ma­ria Schmetz. „Wir ha­ben den Kon­ti­nent lan­ge ge­nug aus­ge­beu­tet, jetzt ist es an der Zeit, et­was zu­rück­zu­ge­ben.“

Al­fons Rapp kann sich den Kon­takt zwi­schen deut­schen und afri­ka­ni­schen Schü­lern ge­nau­so vor­stel­len wie Un­ter­neh­men, die aus­ran­gier­te Com­pu­ter zur Ver­fü­gung stel­len. „Da gibt es ganz vie­le An­satz­punk­te“, freut er sich. Flucht­ur­sa­chen be­kämp­fen, men­schen­wür­di­ges Le­ben er­mög­li­chen: Die­sen Schwer­punkt set­zen wir in die­sem Jahr mit un­se­rer Weih­nachts­spen­den­ak­ti­on. Die Spen­den kom­men der Hil­fe für Men­schen im Nord-Irak, Ei­ne-Wel­tStif­tun­gen aus der Ca­ri­tasStif­ter­fa­mi­lie und eh­ren­amt­li­chen Initia­ti­ven in Würt­tem­berg so­wie im Land­kreis Lin­dau zu­gu­te. Ih­re Spen­de hilft Men­schen in ih­rer Hei­mat zu blei­ben und nicht flie­hen zu müs­sen. Spen­den Sie jetzt! Ei­ne Spen­den­quit­tung wird auf Wunsch bzw. ab 200 Eu­ro au­to­ma­tisch er­stellt. Ge­ben Sie hier­für bit­te Ih­ren Na­men und Ih­re Adres­se an so­wie das Stich­wort „ZWB“im Ver­wen­dungs­zweck. Möch­ten Sie na­ment­lich nicht auf der Dank­sei­te er­schei­nen, set­zen Sie bit­te ein X in das ers­te Feld des Ver­wen­dungs­zwecks. Spen­den­kon­to: Ca­ri­tas­ver­band der Diö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart e. V. Bank für So­zi­al­wirt­schaft Stutt­gart IBAN: DE90 6012 0500 0001 7088 00 BIC: BFSWDE33STG Stich­wort: Hel­fen bringt Freu­de schwa­ebi­sche.de/ weih­nachts­spen­den­ak­ti­on

FO­TOS: PRI­VAT

Das St. An­t­o­ny Tech­ni­cal and Bu­si­ness In­sti­tu­te ist ei­ne Be­rufs­schu­le, an der un­ter an­de­rem in den Be­rei­chen Au­to­me­cha­nik, Tisch­le­rei und In­stal­la­ti­on von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen aus­ge­bil­det wird.

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