Pe­ter Rai­ner räumt Feh­ler im Um­gang mit Men­gen ein

Bür­ger­meis­ter Pe­ter Rai­ner tritt sei­ne zwei­te Amts­zeit an – Fei­er in der Gö­ge-Hal­le

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN/GÖGE/SCHEER - Von Chris­toph Kla­wit­ter

HO­HEN­TEN­GEN - Die zwei­te Amts­zeit von Ho­hen­ten­gens Bür­ger­meis­ter Pe­ter Rai­ner hat be­gon­nen. In der Gö­ge-Hal­le wur­de er vom stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter Klaus Bur­ger of­fi­zi­ell ver­pflich­tet und ins Amt ein­ge­setzt. Im Ok­to­ber war Rai­ner mit 90,2 Pro­zent der Stim­men wie­der­ge­wählt wor­den.

„Die Gö­ge steht hin­ter Ih­nen“, sag­te Klaus Bur­ger mit Blick auf das Wah­l­er­geb­nis. Bur­ger zeig­te auf, wie gut sich die Ge­mein­de auch fi­nan­zi­ell ent­wi­ckelt hat: Zu Be­ginn Rai­ners Amts­zeit hät­ten die Rück­la­gen ei­ne Mil­li­on Eu­ro be­tra­gen, nun sei­en es sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro.

Land­rä­tin Ste­fa­nie Bürk­le blick­te auf die vie­len Auf­ga­ben in den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren zu­rück: Un­ter an­de­rem der Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel im Ho­hen­ten­ger Rat­haus­team, Orts­kern­sa­nie­rung, Bau von Dorf­ge­mein­schafts­häu­sern, Schlie­ßung der Haupt­schu­le, Schlie­ßung der Ka­ser­ne und das The­ma Ehoch4. „Manch ei­nem Kol­le­gen hät­te das für drei Amts­zei­ten ge­reicht“, sag­te Bürk­le. Sie be­merk­te, dass Rai­ner Spit­zen­rei­ter im Land­kreis dar­in sei, För­der­gel­der für sei­ne Ge­mein­de ein­zu­sam­meln. „Auch für mich sind Sie ein wert­vol­ler, sehr ver­läss­li­cher Part­ner“, sag­te Bürk­le wei­ter. Hu­mor­vol­les Ge­läch­ter ern­te­te Pfar­rer Jür­gen Brumm­win­kel für ein Ge­ständ­nis: „Ich muss zu mei­ner Schan­de ge­ste­hen: Ich lag mit Fie­ber im Bett und ha­be Sie nicht ge­wählt – ich hät­te Sie aber ge­wählt“, so der Pfar­rer mit ei­nem Schmun­zeln. Im Ernst hob er dann her­vor, dass Pe­ter Rai­ner sei­nen christ­li­chen Glau­ben le­be. So er­schei­ne Rai­ner zu je­dem Ka­pel­len­fest in den zahl­rei­chen Orts­tei­len und auch zu den Got­tes­diens­ten. Für die Stadt Men­gen sprach de­ren Bür­ger­meis­ter-Stell­ver­tre­te­rin Brun­hil­de Rai­ser. Mit dem Wah­l­er­geb­nis ver­fü­ge Rai­ner über ein aus­rei­chen­des „Au­to­ri­täts­pols­ter“, mein­te Rai­ser. Sie ver­schwieg nicht, dass das Ver­hält­nis zur Nach­bar­stadt Men­gen we­gen des The­mas Ehoch4 ge­lit­ten hat: Es ha­be „kli­ma­ti­sche Stö­run­gen“ge­ge­ben, sag­te Brun­hil­de Rai­ser. In­zwi­schen sei­en die­se aus­ge­räumt. Man ha­be sich im Ge­mein­de­ver­wal­tungs­ver­band Men­gen-Ho­hen­ten­gen-Scheer nicht aus­ein­an­der­brin­gen las­sen. Ar­tur Kai­ser, Vor­sit­zen­der des SV Ho­hen­ten­gen, sprach für die Gö­ge­mer Ver­ei­ne. „Sie ha­ben für die Ver­ei­ne im­mer ein of­fe­nes Ohr“, lob­te er als Ver­tre­ter von mehr als 50 Ver­ei­nen in der Gö­ge. Von al­len viel ver­langt „Mir ist be­wusst, dass ich von Ih­nen al­len sehr viel ver­langt und ei­ne ho­he Schlag­zahl vor­ge­legt ha­be“, sag­te Pe­ter Rai­ner zu sei­nen Mit­ar­bei­tern aus Rat­haus, Bau­hof und Klär­an­la­ge. Am Ge­mein­de­rat wie­der­um schät­ze er be­son­ders, dass oh­ne Par­tei- und Frak­ti­ons­schran­ken dis­ku­tiert und ent­schie­den wer­de. Er wol­le nicht ver­schwei­gen, dass das Ver­hält­nis zu Men­gen we­gen Ehoch4 ei­ni­ge Zeit be­las­tet ge­we­sen und ein Keil zwi­schen die bei­den Ge­mein­den ge­trie­ben wor­den sei. „Ob die Ent­schei­dung der Ge­mein­de Ho­hen­ten­gen für Ehoch4 rich­tig war, kann man noch nicht ab­schlie­ßend sa­gen“, be­merk­te Rai­ner. „Ich möch­te rück­bli­ckend aber ein­räu­men, dass ich in der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Nach­bar­stadt nicht im­mer al­les rich­tig ge­macht ha­be“, üb­te er Selbst­kri­tik. Er sei dank­bar da­für, dass die Tür von Men­gen nicht zu­ge­schla­gen wor­den sei und man jetzt ers­te Schrit­te für ein in­ter­kom­mu­na­les Ge­wer­be­ge­biet ein­ge­lei­tet ha­be. „Wir er­grei­fen die aus­ge­streck­te Hand und wer­den uns künf­tig wie­der auf die ge­mein­sa­men In­ter­es­sen und Zie­le kon­zen­trie­ren“, so Rai­ner.

In sei­ner Re­de wür­dig­te der Bür­ger­meis­ter das En­ga­ge­ment der Gö­ge­mer Ver­ei­ne, die Ar­beit in der Schu­le und den Kin­der­gär­ten, das Wir­ken der Kir­chen­ge­mein­den und die In­ves­ti­ti­ons­be­reit­schaft von Un­ter­neh­men in der Gö­ge. Auch dank­te Rai­ner sei­ner Fa­mi­lie, be­son­ders sei­ner Frau Mar­git. Mu­si­ka­lisch um­rahm­te der Mu­sik­ver­ein die Ver­an­stal­tung, am Schluss gab es ei­nen Steh­emp­fang.

FO­TO: CHRIS­TOPH KLA­WIT­TER

Bür­ger­meis­ter Pe­ter Rai­ner (Drit­ter von links) im Ge­spräch mit Land­rä­tin Ste­fa­nie Bürk­le (Zwei­te von links) in der Gö­ge-Hal­le.

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