Die wohl un­zähm­ba­ren Lö­wen kom­men, Teil eins

Hand­ball-Bun­des­li­ga: HBW Ba­lin­gen-Weil­stet­ten - Rhein-Neckar-Lö­wen (Sa., 19 Uhr, Spar­kas­sen­a­re­na)

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT -

BA­LIN­GEN (sz) - Ein Heim­spiel aus der Ka­te­go­rie „ein­fach“be­strei­tet Hand­ball-Bun­des­li­gist HBW Ba­lin­gen-Weil­stet­ten am heu­ti­gen Sams­tag (19 Uhr, Spar­kas­sen­a­re­na). Denn: Ge­gen die Rhein-Neckar-Lö­wen, den am­tie­ren­den deut­schen Meis­ter aus Mann­heim, ha­ben die Ba­lin­ger nichts zu ver­lie­ren.

Nach dem et­was über­ra­schen­den Aus­wärts­er­folg beim TBV Lem­go hat sich die Aus­gangs­si­tua­ti­on für das vor­letz­te Heim­spiel der Hin­spiel­se­rie ver­bes­sert. Der HBW kann ge­gen den haus­ho­hen Fa­vo­ri­ten völ­lig ge­las­sen ins Spiel ge­hen und ver­su­chen, den Meis­ter so lan­ge wie mög­lich zu är­gern. Nach der Heim­nie­der­la­ge ge­gen Er­lan­gen und den ver­let­zungs­be­ding­ten Aus­fäl­len von Pas­cal Hens und Yves Kun­kel kam der Er­folg in Ost­west­fa­len doch ei­ni­ger­ma­ßen über­ra­schend, fuhr der HBW doch mit re­la­tiv we­nig Aus­sich­ten auf Er­folg zum Kel­ler­du­ell zum TBV Lem­go. Nach fast schon ge­wohnt holp­ri­gem Start blieb die Mann­schaft von Trai­ner Sig­tryggs­son ru­hig. „Die Spie­ler ha­ben sich auf das kon­zen­triert, was wir uns im Vor­feld vor­ge­nom­men hat­ten“, ana­ly­sier­te Ge­schäfts­füh­rer Wolf­gang Stro­bel rück­bli­ckend. Des­halb ha­be es am En­de zum Sieg ge­reicht. Drei Punk­te Vor­sprung Oh­ne die zwei Aus­wärts­punk­te wür­den die Gal­li­er von der Alb vor dem Spiel ge­gen den am­tie­ren­den deut­schen Meis­ter aus Mann­heim auf ei­nem Ab­stiegs­platz ste­hen und die­sen ver­mut­lich bis in die Win­ter­pau­se auch nicht mehr los wer­den. So aber ha­ben die „Gal­li­er von der Alb“drei Zäh­ler Vor­sprung auf Platz 15. Auch nach ei­ner - ei­gent­lich er­war­te­ten - Nie­der­la­ge ge­gen die Rhein-Neckar-Lö­wen wer­den die Ba­lin­ger al­so auf ei­nem Nicht­ab­stiegs­platz blei­ben. Für die letz­ten zwei Spie­le in Leip­zig und zu Hau­se ge­gen Stutt­gart psy­cho­lo­gisch ein Vor­teil.

Für den HBW wird es ge­gen die Rhein-Neckar-Lö­wen in al­ler­ers­ter Li­nie dar­um ge­hen, das Tor­ver­hält­nis nicht wei­ter zu rui­nie­ren. Doch in ei­nem kann der Gast­ge­ber si­cher sein. Die Nord­ba­de­ner wer­den 60 Mi­nu­ten lang Voll­gas ge­ben und um je­des Tor kämp­fen. Denn an der Ta­bel­len­spit­ze lie­fern sich die Ti­tel­fa­vo­ri­ten ein Kopf-an-Kopf-Ren­nen und am En­de der Sai­son könn­te er­neut das Tor­ver­hält­nis über den Aus­gang der Meis­ter­schaft ent­schei­den. Und ge­nau da­mit ha­ben die Mann­hei­mer be­kannt­lich kei­ne gu­ten Er­fah­run­gen ge­macht. Der HBW darf al­so mit kei­nen Ge­schen­ken rech­nen und schon gar nicht mit ei­ner Mann­hei­mer Mann­schaft, die sich mit zwei Punk­ten zu­frie­den gibt. „Wir müs­sen ge­gen die Rhein-Neckar-Lö­wen in al­ler­ers­ter Li­nie auf uns schau­en und wie wir ins Spiel rein­kom­men“, ist es für den frü­he­ren Mann­schafts­ka­pi­tän der Ba­lin­ger, Wolf­gang Stro­bel, sehr wich­tig, dass sei­ne Mann­schaft mit der glei­chen Ein­stel­lung ins Spiel geht wie in Lem­go. Es gilt ein De­ba­kel wie ge­gen die SG Flens­burg/Han­de­witt, als die Schwa­ben hef­tig un­ter die Rä­der ka­men und ihr bis da­hin gu­tes Tor­ver­hält­nis völ­lig rui­nier­ten, zu ver­mei­den.

Die Lö­wen sind auf al­len Po­si­tio­nen hoch­ka­rä­tig be­setzt. Selbst der Ab­gang des bis­he­ri­gen Re­kord-Tor­schüt­zen Uwe Gens­hei­mer nach Pa­ris hat kei­ne Lü­cke hin­ter­las­sen. Mit Gud­jon Valur Si­gurds­son ha­ben die Ba­de­ner ei­nen gleich­wer­ti­gen Er­satz ge­fun­den, der mit über 70 er­ziel­ten Tref­fern an der Spit­ze der Lö­wenTor­schüt­zen­lis­te steht.

Aber das Spiel der Gäs­te ist va­ria­bel. Von je­der an­de­ren Po­si­ti­on im An­griff geht ex­trem viel Tor­ge­fahr aus. Je­der Spie­ler aus dem gelb­schwar­zen Star­ensem­ble aus der Kur­pfalz ist in der La­ge, ei­ne Par­tie al­lei­ne zu ent­schei­den. Das ein­zi­ge klei­ne Pro­blem von Lö­wen-Domp­teur Ni­ko­laj Ja­cob­sen ist der Aus­fall sei­nes zwei­ten Top­tor­hü­ters And­reas Palicka. Mit dem schwe­di­schen Na­tio­nal­tor­hü­ter Mi­ka­el Ap­pel­g­ren hat er aber ei­ne si­che­re Bank zwi­schen dem Pfos­ten ste­hen und auch der drit­te Tor­hü­ter Lu­cas Bau­er hat sei­ne Klas­se schon be­wie­sen, zu­letzt am Mitt­woch ge­gen den TBV Lem­go.

Das Spiel ist das ers­te von zwei Auf­ein­an­der­tref­fen mit den RheinNeckar-Lö­wen bin­nen fünf Ta­gen. Am kom­men­den Mitt­woch (20.45 Uhr, Spar­kas­sen­a­re­na) folgt an sel­ber Stel­le der zwei­te Teil im Vier­tel­fi­na­le des DHB-Po­kals. Der Sie­ger er­reicht das Fi­nal­tur­nier. Die per­so­nel­len Sor­gen beim HBW sind un­gleich grö­ßer. Wie HBWGe­schäfts­füh­rer Wolf­gang Stro­bel die Chan­cen ge­gen den am­tie­ren­den Meis­ter ein­schätzt und wie es per­so­nell aus­sieht, hat er im Ge­spräch mit HBW.tv er­klärt. Das In­ter­view gibt es un­ter dem Link: https://you­tu.be/M0UerGYSsG8

FO­TO: GE­OR­GI LICOVSKI/DPA

Nord­lich­ter un­ter sich. Dä­ni­scher Trai­ner, Ni­ko­laj Ja­cob­sen (links), herzt schwe­di­schen Rück­raum­spie­ler, Kim Ek­dahl Du Rietz (Mit­te), der sei­nen Ver­trag zum Sai­son­en­de bei den Lö­wen auf­glöst hat und lie­ber auf Welt­rei­se geht. Und ein Is­län­der, Gud­jon Valur Si­gurds­son (re.), freut sich mit den bei­den.

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