Ver­wechs­lungs­ko­mö­die über­zeugt das Pu­bli­kum

Thea­ter „Schö­ne Fe­ri­en“in Neufra sorgt für Er­hei­te­rung bei den Zu­schau­ern

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/LAUCHERT - Von Heinz Thumm

NEUFRA - Weih­nachts­zeit ist Thea­ter­zeit in Neufra: Seit vie­len Jah­ren or­ga­ni­siert der Mu­sik­ver­ein Neufra an ei­nem Wo­che­n­en­de in der Ad­vents­zeit zwei Thea­ter­aben­de. Un­ter Lei­tung des Thea­ter­be­auf­trag­ten Ger­hard Wies­ner hat­te die Mann­schaft flei­ßig ge­probt. Zu­dem hat­ten die Mu­si­kan­ten in Ei­gen­re­gie un­ter An­lei­tung von Mar­kus Schwandt mit gro­ßem Elan die Ku­lis­sen auf­ge­baut.

In zwei­mal voll­be­setz­ter Fest­hal­le brach­ten die zehn Lai­en­spie­ler die Be­su­cher in knapp drei St­un­den schnell in Stim­mung und herz­haft zum La­chen. Das Thea­ter­stück „Schö­ne Fe­ri­en“von Bernd Gom­bold spielt auf dem Cam­ping­platz „im un­te­ren Wie­sen­tal“und bot Son­ne, Strand, Meer und die rau­schen­de Feh­la. Gi­se­la (Ju­lia Gaug­gel) und Gott­fried Han­se­mann (Bernd Türk), ein ver­mö­gen­des Ehe­paar, ge­nie­ßen seit Jah­ren die himm­li­sche Ru­he ih­res Cam­ping­ur­laubs. Das än­dert sich schlag­ar­tig, als Klaus (Jür­gen Haid) und Eri­ka Muf­fel (Ga­by Acker) mit­samt Schwie­ger­mut­ter Mar­tha (Rom­my Witt­ner) ein­tref­fen.

Als die Han­se­manns, äu­ßerst rück­sichts­vol­le und an­ge­neh­me Zeit­ge­nos­sen, und Klaus Muf­fel auf­ein­an­der­tref­fen, pral­len zwei Wel­ten auf­ein­an­der. Muf­fel ist ein streit­süch­ti­ger Pol­te­rer und Stän­ke­rer – auch ge­gen sei­ne Schwie­ger­mut­ter. Mit dem tem­pe­ra­ment­vol­len Er­zie­hungs­be­ra­ter Rein­hard (Ger­hard Wies­ner), des­sen gut­ge­mein­te, spon­ta­ne The­ra­pie­ver­su­che schei­tern, kommt es schnell zu ei­nem zu­nächst lus­ti­gen, dann hand­fes­ten Streit.

Beim Früh­stück geht’s rus­ti­kal her: Wäh­rend die Han­se­manns ihr Früh­stück aus­gie­big ge­nie­ßen, be­kommt Klaus Muf­fel statt „ei­ner hal­ben Sau mit drei Rei­hen Grom­bie­ra nur Knä­cke­brot und Mi­ne­ral­was­ser“. In der Zwi­schen­zeit feh­len bei un­ter­schied­li­chen Be­sit­zern ein Grill, Fahr­rad, Mehl, Schmuck, Geld­beu­tel und vie­les mehr. Da kommt Han­se­manns Sohn Tom (Lu­kas Le­wan­dow­ski) wie­der ein­mal zu Be­such. Er, an­geb­lich er­folg­rei­cher Be­sit­zer ei­ner Mo­del-Agen­tur, lässt sich im­mer nur dann bli­cken, wenn er bis zum Hals in Schwie­rig­kei­ten steckt und Geld braucht. Mit ihm kommt Jen­ny (Dia­na Acker) , der er ei­ne gro­ße Kar­rie­re auf dem Lauf­steg ver­spro­chen hat. Um Tom, dem Auf­schnei­der und Ma­cho, ein Schnipp­chen zu schla­gen, be­schlie­ßen die Fa­mi­li­en Han­se­mann und Muf­fel, die Plät­ze und Ver­hält­nis­se zu tau­schen. Da­bei kommt es zu di­ver­sen „Rol­len­spie­len“, die viel Auf­re­gung ver­ur­sa­chen und zu amou­rö­sen Aben­teu­ern, die das Pu­bli­kum er­hei­tern. Da­bei wan­delt sich auch die selbst­be­wuss­te Jen­ny zum ab­so­lut schrä­gen „Punk“.

San­dra Brand und Ra­mo­na Nit­sche ha­ben al­le Hän­de voll zu tun, um die schnell wech­seln­den Mas­ken an­zu­brin­gen. Die Schau­stel­ler ge­ben ihr Bes­tes. Mit kla­ren Aus­drü­cken und tref­fen­den Po­in­ten brin­gen sie die Si­tua­ti­on im­mer noch mehr zum Sie­den. Dem Pu­bli­kum ge­fiel’s – es geiz­te nicht mit Bei­fall.

FOTO: HEINZ THUMM

Das hüb­sche Top­mo­del voll­zieht die Ver­wand­lung zum schrä­gen Punk.

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