„Die Bür­ger müs­sen die stau­bi­ge Sup­pe die nächs­ten 30 Jah­re aus­löf­feln“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Zum The­ma Ab­bau hoch­rei­ner Kal­ke am Mittelberg/Thier­gar­ten er­reich­te die Re­dak­ti­on fol­gen­der Le­ser­brief:

Das Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­ren zum Ab­bau hoch­rei­ner Kal­ke am Mittelberg in Thier­gar­ten kommt lang­sam in die ent­schei­den­de Pha­se. Die meis­ten Trä­ger öf­fent­li­cher Be­lan­ge ha­ben sich ne­ga­tiv oder kri­tisch zu die­sem Pro­jekt ge­äu­ßert. Un­ser Re­gio­nal­ver­band Bo­den­see-Ober­schwa­ben hat­te bei sei­ner po­si­ti­ven Ent­schei­dung „star­ke Bauch­schmer­zen“.

Ob­wohl er noch 2015 das Pro­jekt als pro­ble­ma­tisch ein­ge­stuft hat, kam hier ein plötz­li­cher Sin­nes­wan­del. Die Ver­sor­gung mit hoch­rei­nen Kal­ken ist nach un­se­ren Un­ter­la­gen und Ge­sprä­chen mit Fach­leu­ten aus der Bran­che für die nächs­ten 30 Jah­re ge­si­chert. Nie­mand muss in Zu­kunft auf sei­ne Zahn­pas­ta ver­zich­ten, wenn der Mittelberg nicht ab­ge­baut wird. War­um al­so der plötz­li­che Wan­del des Re­gio­nal­ver­ban­des?

Gro­ße Schwie­rig­kei­ten mit ei­ner Stel­lung­nah­me hat auch die Ge­mein­de Beu­ron mit ih­rem Bür­ger­meis­ter Os­ma­kow­ski-Mil­ler. Der Weg zu ei­ner po­si­ti­ven Stel­lung­nah­me war lang und zäh. In der Sit­zungs­vor­la­ge der Ok­to­ber­sit­zung des Ge­mein­de­ra­tes steht fol­gen­der Be­schluß­vor­schlag: „ Der Ge­mein­de­rat der Ge­mein­de Beu­ron gibt ei­ne / kei­ne po­si­ti­ve Stel­lung­nah­me ab“„ Ei­ne ne­ga­ti­ve oder kri­ti­sche Stel­lung­nah­me war gar nicht vor­ge­se­hen. Nach­dem die­se Sit­zung lei­der nicht das ge­wünsch­te Er­geb­nis ge­bracht hat­te, der Ge­mein­de­rat stimm­te mit 4:4 ab, wur­de das Ge­mein­de­rats­mit­glied Rü­di­ger Bertsch aus Thier­gar­ten kur­zer­hand für be­fan­gen er­klärt. Zu­sätz­lich da­zu hat in­zwi­schen ein Rats­mit­glied sei­ne Mei­nung ge­än­dert und nun ist der Weg für ei­ne po­si­ti­ve Stel­lung­nah­me ge­eb­net.

Bür­ger­meis­ter Os­ma­kow­ski-Mil­ler sieht in die­sem Pro­jekt die ein­ma­li­ge Chan­ce für sei­ne Ge­mein­de Ge­wer­be­steu­er zu ge­ne­rie­ren. Grund­sätz­lich ist das zu ver­ste­hen, aber wie sieht die Kehr­sei­te die­ser Me­dail­le aus? Ob und zu wel­chem Zeit­punkt über­haupt Gel­der flie­ßen wer­den ist ab­so­lut un­ge­wiss. Nach mei­ner Mei­nung wird kein „Ge­wer­be­steu­er-Tsu­na­mi“durch das Do­nau­tal schwap­pen, aber es wird ein ge­sam­ter Orts­teil und ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Land­schaft für die­se Il­lu­si­on ge­op­fert.

Herr Bür­ger­meis­ter Os­ma­kow­ski-Mil­ler wird ir­gend­wann das Tal Rich­tung Bad Saul­gau ver­las­sen, wir Bür­ger aber müss­ten dann die­se „stau­bi­ge“Sup­pe die nächs­ten 30 Jah­re aus­löf­feln, die er uns mit al­ler Ge­walt ein­bro­cken will. Klaus-Pe­ter Bürk­le, Gu­ten­stein

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