Bir­zer ver­lässt Vor­stand der Volks­bank

Max Erb­graf zu Kö­nigs­egg-Au­len­dorf lobt 14 Jah­re „be­ein­dru­cken­de Ent­wick­lung“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von Ru­di Mul­ter

BAD SAUL­GAU - Die Volks­bank Bad Saul­gau hat am Frei­tag ih­ren Vor­stands­vor­sit­zen­den Karl-Heinz Bir­zer im Rah­men ei­ner Fei­er im Stadt­fo­rum in Bad Saul­gau am Tag nach sei­nem 65. Ge­burts­tag in den Ru­he­stand ver­ab­schie­det. Bir­zer hat­te die Volks­bank im Jahr 2002 über­nom­men. Un­ter sei­ner Füh­rung be­wäl­tig­te das Geld­in­sti­tut die da­ma­li­ge Kri­se und fes­tig­te die Po­si­ti­on als füh­ren­des ge­nos­sen­schaft­li­ches Bank­in­sti­tut in der Re­gi­on.

In­zwi­schen steht größ­te ge­nos­sen­schaft­li­che Bank im Kreis Sigmaringen wie­der auf ge­sun­den Bei­nen. In An­er­ken­nung sei­ner Ver­diens­te um die Ge­nos­sen­schafts­bank er­hielt Karl-Heinz Bir­zer aus der Hand des Prä­si­den­ten des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Ge­nos­sen­schafts­ver­ban­des, Ro­man Gla­ser, die Eh­ren­na­del in Gold des deut­schen Ge­nos­sen­schafts­und Raiff­ei­sen­ver­bands.

160 Gäs­te, dar­un­ter so­gar die Mut­ter von Karl-Heinz Bir­zer, wa­ren zur Fei­er im Stadt­fo­rum ein­ge­la­den. Auch zahl­rei­che Ver­tre­ter aus Po­li­tik und Ge­sell­schaft, dar­un­ter Bür­ger­meis­te­rin Do­ris Schrö­ter und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter Tho­mas Ba­reiß wa­ren ge­kom­men. Als Stadt­rat, Vor­stands­mit­glied der Bür­ger­stif­tung Bad Saul­gau und Vor­stands­mit­glied im neu ge­grün­de­ten Ver­ein Bür­ger hel­fen Bür­gern en­ga­giert sich Karl-Heinz Bir­zer auch über den Be­reich der Bank hin­aus. Ein er­folg­rei­cher Ge­nos­sen­schaft­ler ge­be auf die­se Wei­se der Re­gi­on wie­der et­was zu­rück, so Ver­bands­vor­sit­zen­der Ro­man Gla­ser. Gar als „Voll­blut-Ge­nos­sen­schafts­ban­ker“ be­zeich­ne­te Max Erb­graf zu Kö­nigs­egg-Au­len­dorf, der Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­rats der Bank, den schei­den­den Vor­stands­vor­sit­zen­den.

Er zeich­ne­te die Ent­wick­lung der Bank nach dem Ein­stieg von Karl­Heinz Bir­zers am 16. No­vem­ber 2002 nach. Da­mals war die Volks­bank im ge­nos­sen­schaft­li­chen Ran­king als CBank ein­ge­stuft. Un­si­che­re Kre­di­te in Mil­lio­nen­hö­he be­las­te­ten da­mals die Bi­lanz. Seit 2013 wird die Bank mit ei­nem sehr viel bes­se­ren A++ be­wer­tet. Der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de: „Ei­ne be­ein­dru­cken­de Ent­wick­lung, wel­che wir ganz maß­geb­lich der un­er­müd­li­chen, ziel­stre­bi­gen und fo­kus­sier­ten Ar­beit von Herrn Bir­zer ver­dan­ken.“ Künf­tig Zwei­er-Gre­mi­um Nach dem Aus­schei­den Bir­zers zum 31. De­zem­ber 2016 wird der Vor­stand der Bank um ein Mit­glied re­du­ziert. Die ver­blie­be­nen Vor­stands­mit­glie­der Klaus Re­men­sper­ger und Klaus Tha­ler wer­den die Volks­bank als Zwei­er-Gre­mi­um füh­ren. Trotz der Her­aus­for­de­run­gen wie ei­ne lan­ge Pha­se nied­ri­ger Zin­sen, kön­nen­sich die Bank nun „auf ein so­li­des Fun­da­ment stüt­zen“. Zu­vor hat­te Vor­stands­kol­le­ge Klaus Re­men­sper­ger im Rah­men der Be­grü­ßung be­reits ge­wür­digt, dass Karl-Heinz Bir­zer für die Volks­bank ei­nen „ak­ti­ven Im­puls“für die Re­gi­on ge­setzt ha­be. Er er­wähn­te die Er­neue­rung der Volks­bank-Fi­lia­len im ge­sam­ten Ge­schäfts­be­reich und die Er­wei­te­rung und den Um­bau der Haupt­stel­le in Bad Saul­gau als Hö­he­punkt. Er wür­dig­te die wich­ti­ge Rol­le Bir­zers beim Auf­bau ei­ner neu­en Füh­rungs­struk­tur, be­ton­te aber auch das per­sön­lich gu­te Ver­hält­nis. Re­men­sper­ger: „Sie ha­ben auch mit stets er­mu­tigt, Her­aus­for­de­run­gen an neu­en Füh­rungs­auf­ga­ben zu über­neh­men“.

Ro­man Gla­ser, Prä­si­dent des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Ge­nos­sen­schafts­ver­bands, konn­te Bir­zer ein „ge­nos­sen­schaft­li­ches Ur­ge­stein“. Er ha­be in über drei Jahr­zehn­ten im Di­enst di­ver­ser Ge­nos­sen­schafts­ban­ken ei­nen „un­schätz­ba­ren Bei­trag da­zu ge­leis­tet, dass das Ver­trau­en in die Ge­nos­sen­schafts­ban­ken nicht ent­täuscht wird“. Über die Tä­tig­keit bei der Volks­bank hin­aus ha­be er sich en­ga­giert, un­ter an­de­rem von 2004 bis 2010 als Vor­sit­zen­der der Be­zirks­ver­ei­ni­gung der Volks­und Raiff­ei­sen­ban­ken.

Karl-Heinz Bir­zer dank­te al­len Weg­ge­fähr­ten, die vie­len lo­ben­den Wor­te ha­be er ger­ne ge­hört, den­noch sei­en sie un­ge­wohnt: „Als Vor­stand war es für mich selbst­ver­ständ­lich mei­ne Pflicht zu er­fül­len, was ich auch im­mer gern ge­tan ha­be.“

Für ei­ne kurz­wei­li­ge Mo­de­ra­ti­on mit schwä­bi­schem Sprach­witz und Jon­gla­ge sorg­te En­ter­tai­ner Jo­han­nes Warth, für die Mu­sik das Duo mit An­ton Buck (Horn) und Anita Ben­der (Kla­vier).

FOTO: RU­DI MUL­TER

Der Prä­si­dent des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Ge­nos­sen­schafts­ver­ban­des, Ro­man Gla­ser, liest den Text der Ur­kun­de bei der Ver­lei­hung der gol­de­nen Ver­dienst­na­del an Karl-Heinz Bir­zer (rechts).

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