Rä­te be­schlie­ßen Sen­kung der Kreis­um­la­ge

Zu­sätz­li­che Mit­tel flie­ßen in die Stra­ßen­sa­nie­rung und Nord­tras­se

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von An­na-Le­na Buch­mai­er

KREIS SIG­MA­RIN­GEN - Die Kreis­rä­te ha­ben in ih­rer Sit­zung am Mon­tag den Haus­halt ver­ab­schie­det. Da­bei ka­men die Rä­te dem Vor­schlag der CDU nach, die Kreis­um­la­ge um 1,5 Pro­zent­punk­te auf 33 Pro­zent zu sen­ken, weil es um die Li­qui­di­tät des Krei­ses gut be­stellt ist (wir be­rich­te­ten vor­ab).

Die Frei­en Wäh­ler hat­ten ei­ne Sen­kung um ei­nen Pro­zent­punkt ge­for­dert, wa­ren je­doch nicht ge­schlos­sen die­ser Mei­nung, die Grü­nen wa­ren für ei­ne Bei­be­hal­tung der Kreis­um­la­ge bei 34,5 Pro­zent, die SPD plä­dier­te für die Sen­kung um ei­nen Pro­zent­punkt. Au­ßer­dem ha­ben sich die Kreis­rä­te da­für aus­ge­spro­chen, 250 000 Eu­ro für die Nord­tras­se auf die ho­he Kan­te zu le­gen. Zu­sätz­li­che 300 000 Eu­ro wol­len die Kreis­rä­te in die Kreis­stra­ßen ste­cken. Ein­stim­mi­ger Kri­tik­punkt war der ho­he So­zi­al­etat mit Zu­schuss­be­darf in Re­kord­hö­he von 59,4 Mil­lio­nen Eu­ro, den die Kreis­um­la­ge nur zu 89 Pro­zent deckt.

In den Haus­halts­re­den hat­ten die Ver­tre­ter der je­wei­li­gen Frak­tio­nen ei­ni­ge Än­de­run­gen für den Haus­halt vor­ge­se­hen. Den An­fang mach­te die CDU mit ih­rem An­trag auf Sen­kung der Kreis­um­la­ge: „Der Haus­halt er­fährt da­durch kei­ne wei­te­re struk­tu­rel­le Ver­schlech­te­rung, son­dern stellt sich im­mer noch knapp 141 000 Eu­ro bes­ser als bei der Ein­brin­gung“, so CDU-Kreis­rat Thomas Kug­ler. „Vor­her gin­gen die Lich­ter nicht aus, jetzt erst recht nicht.“Die Sen­kung sei mach­bar und hät­te kei­ne Aus­wir­kun­gen auf den lau­fen­den Be­trieb, zu­mal der Sa­nie­rungs- und In­ves­ti­ti­ons­stau in Kom­mu­nen groß sei. Man ste­he wei­ter­hin da­zu, dem Kreis Geld zur Ver­fü­gung zu stel­len, wenn es ob der kom­men­den In­ves­ti­tio­nen tat­säch­lich be­nö­tigt wer­de. Mit 16 Ge­gen­stim­men wur­de der An­trag be­schlos­sen. Bür­ger­meis­ter ha­ben viel Macht Dem setz­te Grü­nen-Kreis­rat Johannes Kret­sch­mann das Ar­gu­ment ent­ge­gen, dass sich die zahl­rei­chen Bür­ger­meis­ter im Gre­mi­um als Lob­by für die Sen­kung zu­sam­men­ge­tan hät­ten. Er woll­te Gestal­tungs­spiel­raum be­wah­ren und die der­zei­ti­ge Kreis­um­la­ge bei­be­hal­ten. Kret­sch­mann sprach sich für den Aus­bau des Schie­nen­ver­kehrs, För­de­rung von Ar­ten­reich­tum in der Öko­lo­gie und für ei­ne In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum Ab­bau hoch­rei­ner Kal­ke in Thier­gar­ten aus.

Ein wei­te­rer An­trag der CDU be­traf die Nord­tras­se: Mit Sei­ten­hieb auf die Grü­nen, die­se hät­ten das The­ma „nicht be­ach­tet, ver­schla­fen oder ganz ein­fach zu früh be­er­digt“, schlug Kug­ler vor, 250 000 Eu­ro im Haus­halt auf­zu­neh­men. Der Be­trag sol­le ein star­kes Si­gnal im Hin­blick auf bald an­ste­hen­de Ge­spräch mit dem Re­gie­rungs­prä­si­di­um sein, dass der Kreis Be­reit­schaft zei­ge, für die B 311 Geld in die Hand zu neh­men. Kug­ler stell­te dar­über hin­aus ei­nen „Nach­schlag“in Aus­sicht. Die Frei­en Wäh­ler, un­ter Red­ner Karl Spring­ind­sch­mit­ten, woll­ten gar 500 000 Eu­ro als An­fi­nan­zie­rungs­ra­te ein­stel­len („klot­zen statt kle­ckern“) – dies wur­de je­doch ab­ge­lehnt.

Wei­te­re 250 000 Eu­ro be­an­trag­te die CDU für die In­stand­hal­tung der Kreis­stra­ßen – die Frei­en Wäh­ler gar 300 000 Eu­ro, die­sem Vor­schlag ka­men die Kreis­rä­te dann auch nach. Die hat­te der Kreis mit 1,6 Mil­lio­nen für 2017 kal­ku­liert. Mit den zu­sätz­li­chen 300 000 Eu­ro kön­nen drei wei­te­re Maß­nah­men in An­griff ge­nom­men wer­den.

SPD-Kreis­rat Richard Gru­ber merk­te an, dass die Plat­zie­rung der Nord­tras­se in den vor­dring­li­chen Be­darf zwar auch, aber nicht nur der Land­rä­tin und dem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Thomas Ba­reiß zu­zu­schrei­ben sei­en: Die CDU/CSU ha­be im Bun­des­ver­kehrs­aus­schuss kei­ne al­lei­ni­ge Mehr­heit, es han­de­le sich um Ge­mein­schafts­werk. Er ap­pel­lier­te zu­dem, „po­pu­lis­ti­scher Po­le­mik“im Be­zug auf die Flücht­lings­the­ma­tik die Stirn zu bie­ten. Er sprach sich den­noch für ei­ne Re­du­zie­rung der vom Land vor­ge­schla­ge­nen 1250 Plät­ze in der Erst­auf­nah­me­stel­le aus. Kreis­rä­te lo­ben Land­rä­tin Frak­ti­ons­über­grei­fen­der Kon­sens herrsch­te in den Lo­bes­wor­ten an die Land­rä­tin: Den Ein­satz um die Nord­tras­se, die Flücht­lings­the­ma­tik und die ehr­li­che, kon­struk­ti­ve und fai­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Kreis­rä­ten so­wie ih­re Kom­pe­tenz und Sach­lich­keit wur­den ge­lobt.

FO­TO: AN­NA-LE­NA BUCH­MAI­ER

Die Kreis­rä­te ha­ben den Haus­halt ver­ab­schie­det – nicht, oh­ne Än­de­run­gen vor­zu­neh­men: Die Kreis­um­la­ge wird ent­ge­gen des Vor­schlags der Ver­wal­tung um 1,5 Pro­zent­punk­te ge­senkt, zu­dem wird Geld für Kreis­stra­ßen und die Nord­tras­se be­reit­ge­stellt.

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