Pam­pel will in die 2. Bun­des­li­ga

Ex-Vol­ley­ball-Na­tio­nal­spie­ler hat mit dem TSV Mim­men­hau­sen gro­ße Zie­le

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT - Von Oli­ver Koth­mann

SALEM-MIM­MEN­HAU­SEN - Mit ei­ner 1:3-Heim­nie­der­la­ge ge­gen den TV Wald­gir­mes hat sich Vol­ley­bal­lD­ritt­li­gist TSV Mim­men­hau­sen am ver­gan­ge­nen Sams­tag­abend von sei­nem wie­der mal rund 500-köp­fi­gen Pu­bli­kum in die kur­ze Weih­nachts­pau­se ver­ab­schie­det. Es war die ers­te Sai­son­nie­der­la­ge über­haupt für die Linz­gau­er, die un­ter ih­rem neu­en Spie­ler­trai­ner Chris­ti­an Pam­pel ei­ne ra­san­te Ent­wick­lung durch­lau­fen und nun als Ta­bel­len­zwei­ter in die am 7. Ja­nu­ar mit dem Aus­wärts­der­by beim VfB Fried­richs­ha­fen II be­gin­nen­de zwei­te Sai­son­hälf­te star­ten.

Ge­gen Wald­gir­mes konn­te der TSV le­dig­lich den ers­ten Satz für sich ent­schei­den (25:22), die drei wei­te­ren Sät­ze gin­gen an den Ta­bel­len­fünf­ten (21:25, 23:25,22:25). Fa­zit Chris­ti­an Pam­pel: „Wir ha­ben nicht gut ge­spielt. Das lag aber we­ni­ger an der In­di­vi­du­al­tech­nik et­wa bei Auf­schlä­gen oder An­nah­men, die okay wa­ren. Das Zu­sam­men­spiel, die Ab­spra­chen, die Auf­merk­sam­keit wa­ren schlecht. Man­che Bäl­le sind ein­fach bei uns rein­ge­fal­len und der ei­ne hat sich da­bei auf den an­de­ren ver­las­sen.“

Im ent­schei­den­den vier­ten Satz lie­ßen sich die Gast­ge­ber dann auch noch von strit­ti­gen Schieds­rich­ter­ent­schei­dun­gen aus dem Kon­zept brin­gen, Pro­tes­te brach­ten dem TSV gar ei­ne gel­be und ei­ne ro­te Kar­te ein. Pam­pel war da­mit über­haupt nicht ein­ver­stan­den: „Ich muss die Schieds­rich­ter ja auch mal kri­ti­sie­ren dür­fen, ge­nau­so wie ich mei­ne Mann­schaft oder mich selbst kri­ti­sie­re. Die Schieds­rich­ter­leis­tung im vier­ten Satz war für uns echt hart.“

„Ers­ter zu sein ist ja in die­ser Sai­son nicht un­ser Ziel.“ Chris­ti­an Pam­pel

Mal ei­nen Sieg im Nach­hol­spiel im Früh­jahr ge­gen Li­ga-Schluss­licht Sin­zig vor­aus­ge­setzt, geht Mim­men­hau­sen nun als Ta­bel­len­zwei­ter mit zwei Punk­ten Rück­stand auf Spit­zen­rei­ter SSC Karls­ru­he in die Weih­nachts­pau­se. Dies darf ganz ge­wiss als gro­ßer Er­folg gel­ten für ei­nen klei­nen Ver­ein wie den TSV, der sich im­mer mehr zu ei­ner über­re­gio­nal be­kann­ten Vol­ley­ball­adres­se mau­sert. Doch Pam­pel ist so schnell nicht zu­frie­den: „Es wä­re schön ge­we­sen, Ers­ter zu sein“, sagt der 212-fa­che deut­sche Ex-Na­tio­nal­spie­ler, des­sen Samm­lung un­ter an­de­rem vier Deut­sche Meis­ter­ti­tel mit dem VfB Fried­richs­ha­fen um­fasst. Pam­pel re­la­ti­viert aber auch: „Ers­ter zu sein ist ja in die­ser Sai­son nicht un­ser Ziel.“Doch der Vol­ley­bal­ler des Jah­res 2003 sagt auch klipp und klar: „Lang­fris­tig bin ich mit der 3. Li­ga nicht zu­frie­den.“Pam­pel weiß je­doch: „Un­ter den der­zei­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen ist die 3. Li­ga das obe­re Li­mit für den Ver­ein.“ Hof­fen auf Hal­len­neu­bau Um sich ei­ne Eta­ge hö­her zu eta­blie­ren („Die 2. Li­ga wä­re doch ei­ne tol­le Sa­che für den Ver­ein und den gan­zen Ort“) müss­te aber die In­fra­struk­tur ver­bes­sert wer­den. Der­zeit wird im Sa­le­mer Ge­mein­de­rat ja über ei­nen Hal­len­neu­bau oder ei­nen Hal­len­um­bau nach­ge­dacht. Pam­pel, der sich ein lang­fris­ti­ges En­ga­ge­ment in Mim­men­hau­sen durch­aus vor­stel­len kann, weiß das und sagt des­halb: „Wenn man in die 2. Bun­des­li­ga will, muss mit ei­nem Um­bau oder ei­nem Neu­bau der Rah­men für bes­se­re Trai­nings­be­din­gun­gen ge­schaf­fen wer­den.“

Doch ein Auf­stieg ist Zu­kunfts­mu­sik, wird vom Ex-Pro­fi frü­hes­tens in der nächs­ten Sai­son of­fi­zi­ell an­ge­peilt. Ak­tu­ell ist Pam­pels wich­tigs­te „Bau­stel­le“noch die ei­ge­ne Mann­schaft. Sei­ne Sai­son­halb­zeit­ana­ly­se brach­te die Er­kennt­nis, dass spie­le­ri­sche Au­to­ma­tis­men in kri­ti­schen Pha­sen feh­len: „Wir müs­sen als Mann­schaft noch ei­ne Ba­sis fin­den, auf die wir uns be­sin­nen kön­nen, wenn es mal nicht läuft, et­was, das dann si­cher funk­tio­niert.“Im­mer wie­der mal spiel­ten sei­nem Team näm­lich die Ner­ven ei­nen Streich: „Zum Bei­spiel ha­ben wir viel zu oft den ers­ten Satz ver­lo­ren“, be­män­gelt Pam­pel.

Im Üb­ri­gen sei aus je­dem Spie­ler „noch ei­ni­ges raus­zu­ho­len“, sagt Pam­pel, der sich auch mit der Be­tei­li­gung an den drei wö­chent­li­chen Trai­nings­ein­hei­ten nicht ganz zu­frie­den gibt. „Ich kann das ja ver­ste­hen: Die Spie­ler stu­die­ren und ar­bei­ten. Da stößt man auch an Gren­zen.“Doch Pam­pel, der sich, wie er sagt Chris­ti­an Pam­pel „stän­dig Ge­dan­ken über die Mann­schaft und über den Vol­ley­ball“macht („Das lässt mich nie los“), klagt nicht nur, er sucht auch nach Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten: „Im nächs­ten Jahr ver­su­chen wir durch bes­se­re Or­ga­ni­sa­ti­on und Pla­nung, die es auch den Ar­beit­ge­bern der Spie­ler leich­ter ma­chen, Frei­räu­me für das Trai­ning zu ge­wäh­ren, die Trai­nings­be­tei­li­gung zu ver­bes­sern.“Pam­pel selbst hat es da ja leich­ter. Er kann sich ne­ben sei­ner Rol­le als zwei­fa­cher Fa­mi­li­en­va­ter voll auf den den Vol­ley­ball kon­zen­trie­ren: „Ich bin ja Haus­mann“, sagt er schmun­zelnd.

„Lang­fris­tig bin ich mit der 3. Li­ga nicht zu­frie­den.“

Es wird durch­trai­niert Auch in den kom­menn­den Ta­gen und Wo­chen bit­tet Pam­pel nun zum Trai­ning, Fei­er­ta­ge hin oder her, denn: „Wenn du län­ger als zehn Ta­ge Pau­se machst, bist du to­tal raus aus dem Rhyth­mus und auch die Mus­ku­la­tur baut ab. Des­halb ist es sinn­vol­ler, auf nied­ri­ge­rer Fre­quenz durch­zu­trai­nie­ren.“

Am 7. Ja­nu­ar wird sich beim Der­by in Fried­richs­ha­fen dann zei­gen, ob sich die Mü­hen ge­lohnt ha­ben.

ARCHIVFOTO: BODON

Auf­merk­sam ver­fol­gen die Spie­ler des TSV Mim­men­hau­sen die An­spra­che von Spie­ler­trai­ner Chris­ti­an Pam­pel (Mit­te). Sie wis­sen: Die Tipps des 37Jäh­ri­gen zah­len sich in al­ler Re­gel aus. Der TSV geht als Ta­bel­len­zwei­ter in die Weih­nachts­pau­se der 3. Li­ga.

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