Die neue Lust am Prit­schen und Bag­gern

Bad Saul­gau­er Vol­ley­bal­ler füh­ren un­ge­schla­gen die Lan­des­li­ga an

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT - Von Marc Ditt­mann

BAD SAUL­GAU - Mit zwei 3:0-Sie­gen ha­ben die Vol­ley­bal­ler des TSV Bad Saul­gau die Spit­ze der Lan­des­li­ga Süd zu­rück­er­obert. Vor al­lem der glat­te 3:0-Er­folg ge­gen den TSB Ra­vens­burg, den vie­le vor der Sai­son als Ti­tel­fa­vo­ri­ten an­ge­se­hen hat­ten, hat am ver­gan­ge­nen Sonn­tag nicht zu­letzt die Mann­schaft von Trai­ner Wal­de­mar Kas­prz­ak selbst über­rascht. In der zwei­ten Par­tie folg­te ein eben­so glat­ter 3:0-Sieg ge­gen den TSV Enin­gen II. Als Haupt­kon­kur­rent um den Ti­tel und den da­mit ver­bun­de­nen Auf­stieg bleibt nun die SG TTV Det­tin­gen/SV Un­ter­bo­hin­gen. Show­down ist am 4. Fe­bru­ar in der Kron­ried­hal­le in Bad Saul­gau.

„Die Jungs ha­ben su­per ge­spielt, ganz lo­cker“, sagt ein freu­de­strah­len­der Wal­de­mar Kas­prz­ak, nach­dem er frisch ge­duscht im Foy­er der Kron­ried­hal­le steht. Mit 25:13, 25:13 und 25:16 hat sei­ne Mann­schaft am Sonn­tag­nach­mit­tag zu­nächst den TSB Ra­vens­burg be­siegt und im zwei­ten Spiel des Ta­ges auch dem TSV Enin­gen II beim 25:14, 25:21 und 25:14 kei­ne Chan­ce ge­las­sen. „Ehr­lich ge­sagt hät­te ich Ra­vens­burg ein biss­chen stär­ker er­war­tet. Aber wir ha­ben es ge­schafft, die bes­ten Spie­ler der Ra­vens­bu­ger aus dem Spiel zu neh­men“, sagt ein er­leich­tert, ja ge­ra­de­zu ge­löst wir­ken­der Wal­de­mar Kas­prz­ak. Der 201-fa­che pol­ni­sche Na­tio­nal­spie­ler, der am Drei­kö­nigs­tag 53 Jah­re alt wird, kennt die Grün­de, war­um es der­zeit läuft: „Ver­gan­ge­nes Jahr hat­ten wir noch kaum Wech­sel­mög­lich­kei­ten. In die­sem Jahr ste­hen uns in den Spie­len zwölf Spie­ler zur Ver­fü­gung. Da­mit kann ich auch dem ei­nen oder an­de­ren auch mal ei­ne Aus­zeit ge­ben.“

So auch am Sonn­tag. Als Alex Ap­pel­hans nach dem 3:0 ge­gen den TSB Ra­vens­burg be­rufs­be­dingt un­ter die Du­sche und aus der Hal­le muss, kommt ein­fach ein an­de­rer Spie­ler, der die Auf­ga­be eben­so gut löst. „Die Spie­ler set­zen sich nicht un­ter Druck. Sie ha­ben ein­fach Spaß an dem was sie tun. Sie sind zu­frie­den. Das ist ein gro­ßes Plus“, sagt Kas­prz­ak und träumt doch ins­ge­heim zu­min­dest von der Ober­li­ga: „Der Un­ter­schied ist nicht so groß. Da gibt es ein, zwei Mann­schaf­ten, die rauf wol­len, der Rest ist auf ei­nem Le­vel. Da kön­nen wir mit­hal­ten.“Auch die neue Ab­tei­lungs­vor­sit­zen­de Kat­ja Pra­e­g­la ent­wirft ein op­ti­mis­ti­sches Bild für die Zu­kunft. Na­tür­lich sei es schwie­rig in ei­nem Land­strich wie Bad Saul­gau dau­er­haft et­was zu ent­wi­ckeln. „Aber im Mo­ment ha­ben wir zwei gu­te U20Mann­schaf­ten. Da hof­fen wir, dass was nach­kommt. Ste­fan Dia­kow, Lu­ca Kel­ler und Oli­ver Be­cker sind nur drei Na­men, die schon in der ers­ten Mann­schaft ge­spielt ha­ben.“Au­ßer­dem hofft Wal­de­mar Kas­prz­ak noch auf den ei­nen oder an­de­ren Rück­keh­rer, der die bes­se­ren Ta­ge des Bad Saul­gau­er Vol­ley­balls mit­ge­prägt hat. So ganz möch­ten die Bad Saul­gau­er die­se Zeit nicht ver­ges­sen. Ver­ständ­lich. Das zeigt auch ein Blick auf die dritt­letz­te Sei­te der Hal­len­zeit­schrift. Ei­ne Bil­der­sei­te. Dar­auf zu se­hen: Trai­ner wie Mar­tin Rauh und Burk­hard Su­de, Spie­ler wie Ja­mie MacKay oder Phil­ipp Hecht, aber auch Andre­as Beyr­le, der noch im­mer für Bad Saul­gau spielt. Team setzt sich nicht un­ter Druck Der­weil be­stä­tigt Trai­ner­sohn, Mann­schafts­ka­pi­tän und Dia­go­nal­spie­ler Micha­el Kas­prz­ak die Sicht­wei­se des Va­ters. „Wir ha­ben in die­sem Jahr ei­ne jun­ge, star­ke Mann­schaft. Wir ma­chen re­la­tiv we­nig Feh­ler und un­ser Spiel ist sehr kon­stant. Wir sind ei­ne Mi­schung aus jun­gen und er­fah­re­nen Spie­lern, die sich zu­sam­men­ge­fun­den hat“, sagt Micha­el Kas­prz­ak, der nach ei­nem zwei Jah­re lan­gen In­ter­mez­zo aus Mim­men­hau­sen zu­rück­kam, wo er für den Dritt­li­gis­ten spiel­te. Und der Trai­ner dort, Ex-Na­tio­nal­spie­ler Chris­ti­an Pam­pel, der im Som­mer sei­nen Di­enst bei Mim­men­hau­sen­an­trat, ließ den Dia­go­nal­spie­ler un­gern zie­hen und hät­te ihn all­zu­ger­ne wie­der. Das je­den­falls hat­te Pam­pel vor ei­ni­gen Wo­chen die­ser Zei­tung be­stä­tigt.

Micha­el Kas­prz­ak schmun­zelt der­weil nur, als ihm die­ses Kom­pli­ment zu Oh­ren kommt. Kas­prz­ak, der einst be­reits in jun­gen Jah­ren Er­fah­rung in der 2. Bun­des­li­ga sam­mel­te, sagt: „Wir set­zen uns nicht un­ter Druck, die Ziel­vor­ga­be heißt im­mer­noch ein Platz un­ter den ers­ten Drei. Wir spie­len zur­zeit sehr kon­stant, auch wenn ei­ni­ge von uns nur ein­mal pro Wo­che mit der Mann­schaft trai­nie­ren kön­nen, da sie - wie ich selbst - un­ter der Wo­che in Stutt­gart oder Hei­del­berg sind.“Und auch die Be­las­tung des Dop­pel­spiel­tags steckt die Mann­schaft der­zeit gut weg, denn in der Lan­des­li­ga hat die Heim­mann­schaft im­mer zwei Spie­le. „Das ist schon an­stre­ne­gend und dar­an muss­te ich mich ge­wöh­nen“, räumt der Trai­ner­sohn ein. „Der Vor­teil aber ist, dass du auch mal ein Wo­che­n­en­de frei hast und was un­ter­neh­men kannst.“Die Bad Saul­gau­er Vol­ley­bal­ler ver­die­nen sich ih­re Frei­zeit der­zeit. Be­reits am kom­men­den Sonn­tag müs­sen die Vol­ley­bal­ler des TSV Bad Saul­gau noch ein­mal ran. Um 14 Uhr geht es in Bau­stet­ten ge­gen den VCB. TSV Bad Saul­gau: Thorsten Geertz, Frank Beck, Alex Ap­pel­hans, Ron­ny Manz­ke, Oli­ver Be­cker, Nick Ni­co­a­ra, Tim Klas­berg, Edu­ard Ma­der, Eu­gen Her­gert, Ste­fan Dia­kow, Jan-Phil­ipp Klas­berg, Micha­el Kas­prz­ak, Lu­ca Kel­ler, Wal­de­mar Kas­prz­ak.

FO­TO: THO­MAS WARNACK

Mic­ja­el Kas­prz­ak schmet­tert den Ball in die Ra­vens­bur­ger Hälf­te, nach­dem ihm zu­vor Edu­ard Ma­der (li.) gut zu­ge­spielt hat.

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