Rú­nar Sig­trygs­son hofft auf ein Pro­zent

Hand­ball: DHB-Po­kal, Vier­tel­fi­na­le: HBW Ba­lin­gen-W. Rhein-Neckar-Lö­wen (Mi., 20.45 Uhr, Spar­kas­sen­a­re­na)

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT - Von Hein­rich Mül­ler und Marc Ditt­mann

BA­LIN­GEN - Vier Ta­ge nach der 28:33-Nie­der­la­ge ge­gen den am­tie­ren­den deut­schen Meis­ter RheinNeckar-Lö­wen emp­fängt der HBW Ba­lin­gen-Weil­stet­ten am heu­ti­gen Mitt­woch­abend (20.45 Uhr, Spar­kas­sen­a­re­na) er­neut das Star­ensem­ble aus der Kur­pfalz. Im Vier­tel­fi­na­le des Po­kals des Deut­schen Hand­ball­Bun­des geht es um den Ein­zug ins Fi­nal­tur­nier in Ham­burg.

„Je­des Spiel muss erst mal ge­spielt wer­den“, gibt sich Wolf­gang Stro­bel, Ge­schäfts­füh­rer des HBW am Di­ens­tag­nach­mit­tag im Ge­spräch mit der Schwä­bi­schen Zei­tung kämp­fe­risch und zu­ver­sicht­lich. Doch die Auf­ga­be für den HBW könn­te fast nicht grö­ßer sein. Der deut­sche Meis­ter kommt aus der Kur­pfalz auf die Alb - zum zwei­ten Mal bin­nen we­ni­ger Ta­ge. Lang­zeit­ver­letz­te feh­len wei­ter Der HBW steht erst­mals seit sei­ner Grün­dung im Jah­re 2002 im Vier­tel­fi­na­le. Doch Los­fee Li­sa May­er, deut­sche Vi­ze­meis­te­rin über 100 und 200 Me­ter, mnein­te es bei der Aus­lo­sung nur be­dingt gut. Zwar zog sie ein Heim­spiel für den HBW - ganz nach Wunsch des Ma­na­gers - doch dann folg­te das di­cke En­de mit dem deut­schen Meis­ter. Und ob­wohl sich die Schwa­ben am Sams­tag­abend or­dent­lich aus der Af­fä­re zo­gen, wur­de auch den größ­ten Op­ti­mis­ten be­wusst, dass der Po­kal zwar (manch­mal) ei­ge­ne Ge­set­ze hat, aber die in­di­vi­du­el­le Klas­se der Mann­hei­mer zu groß für den HBW ist. „Klar, wir kön­nen die Fa­vo­ri­ten­rol­le nicht ab­ge­ben“, re­de­te Lö­wen-Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen nach dem Li­ga­spiel am Sams­tag auch nicht lan­ge um den hei­ßen Brei. Für ihn ist das Er­rei­chen des Fi­nal Four Pflicht.

Sein Ge­gen­über, HBW-Trai­ner Rú­nar Sig­tryggs­son, muss noch im­mer auf ei­ni­ge Stamm­kräf­te ver­zich­ten. „Uns steht am Mitt­woch ex­akt der glei­che Ka­der zur Ver­fü­gung wie am Sams­tag“, sagt Stro­bel. Heißt: Die Lang­zeit­ver­letz­ten Ilitsch, Kun­kel, Krieg und Hens feh­len. Da­ge­gen prä­sen­tier­ten sich ge­ra­de die jun­gen Spie­ler wie Falk Ko­lod­ziej oder Mar­kus Dan­gers in Spiel eins ge­gen die Lö­wen stark. Doch wäh­rend die Rhein-Neckar-Lö­wen in der Schluss­pha­se mit Kim Ek­dahl du Rietz noch ei­nen Welt­klas­se­spie­ler von der Bank brin­gen konn­ten, hat­te HBWCoach Sig­tryggs­son sei­ne spär­li­chen Mög­lich­kei­ten mit der Ein­wechs­lung der Nach­wuchs-Gal­li­er nach der Pau­se be­reits aus­ge­schöpft.

Un­ter der Wo­che gab der HBW die ers­te Neu­ver­pflich­tung be­kannt: Ju­nio­ren-Na­tio­nal­spie­ler Jo­na Schoch kommt aus Göp­pin­gen. In der ver­gan­ge­nen Sai­son war der 22Jäh­ri­ge mit Zweit­spiel­recht an Neu­hau­sen aus­ge­lie­hen. „Jo­na Schoch hat in der ver­gan­ge­nen Sai­son in der 2. Li­ga für den TV Neu­hau­sen über­zeugt, da­vor schon der 3. Li­ga (für die SG H2Ki Her­ren­berg, d. Red.) her­vor­ra­gend ge­spielt. Au­ßer­dem hat er – da er mit Dop­pel­spiel­recht für Frisch-Auf Göp­pin­gen aus­ge­stat­tet war – kon­stant gu­tes Ni­veau bei sei­nen Ein­sät­zen in der Bun­des­li­ga ge­zeigt. Wir ha­ben uns schon sehr lan­ge mit ihm be­schäf­tigt. Er ist im Rück­raum va­ria­bel ein­setz­bar, kann als Back-Up für Mar­tin auf Rück­raum Mit­te spie­len, hat aber zu­letzt in Neu­hau­sen meist im linken Rück­raum ge­spielt. Er hilft uns wei­ter“, sagt Stro­bel. Dar­an, dass der HBW mal wie­der ei­ne Durch­gangs­sta­ti­on sein könn­te, hat er sich ge­wöhnt: „Dar­an ver­schwen­de ich kei­nen Ge­dan­ken. Da­mit müs­sen wir ein­fach le­ben, dass wir jun­ge Spie­ler ho­len und die­se auf­bau­en. Wenn dann ei­ner meint, er müs­se wo­an­ders hö­he­re Auf­ga­ben su­chen ist das so. Jam­mern bringt nichts. Viel­leicht bleibt ja aber auch mal der ei­ne oder an­de­re Spie­ler, weil er sich hier genau rich­tig fühlt.“In je­dem Jahr ei­ne neue Mann­schaft auf­zu­stel­len ma­che die Auf­ga­be als HBW-Ma­na­ger nur „um­fang­rei­cher“, sagt Stro­bel und lacht.

Der­weil gibt sich Trai­ner Rú­nar Sig­trygs­son eben­falls kämp­fe­risch: „Wenn es nur ein Pro­zent Mög­lich­keit gibt, das Spiel zu ge­win­nen, dann wer­den wir die­ses ei­ne Pro­zent nut­ze.“ Ein In­ter­view mit HBW-Ge­schäfts­füh­rer Wolf­gang Stro­bel le­sen Sie auch im Man­tel­sport­teil der Schwä­bi­schen Zei­tung auf Sei­te 27. Ein In­ter­view mit den Trai­nern bei­der Teams, dem sport­li­chen Lei­ter der Lö­wen, Oli­ver Rog­gisch und dem HBW-Ge­schäfts­füh­rer des HBW, Wolf­gang Stro­bel, gibt es un­ter:

https://you­tu.be/ZBcUheOn­rBo

FO­TO: IMA­GO SPORTFOTODIENST/EIB­NER

Ba­lin­gens Mar­tin Stro­bel (links) zieht ab, Ex-Na­tio­nal­mann­schafts­kol­le­ge Hen­drik Pe­keler kann nur noch hin­ter­her schau­en. Im Rest des Spiels wa­ren eher die Lö­wen ei­nen Schritt vor­aus.

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