Kär­cher-Be­triebs­rä­te be­kom­men recht

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

STUTT­GART (dpa) - Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Stutt­gart hat Mit­glie­dern des Kär­cher-Be­triebs­rats im Streit um Frei­stel­lun­gen Recht ge­ge­ben. Die zu­grun­de lie­gen­de Be­triebs­ver­ein­ba­rung sei im We­sent­li­chen ge­schlos­sen wor­den, um Min­der­hei­ten in der Wahr­neh­mung ih­rer Rech­te zu be­hin­dern, sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Ro­land Stö­be in Stutt­gart. Da­mit wur­de das Ur­teil in ers­ter In­stanz be­stä­tigt. Im Ver­fah­ren ging es dar­um, ob Mit­glie­der der IG Me­tall-na­hen Lis­te im Be­triebs­rat am Kär­cher-Stamm­sitz in Win­nen­den bei Fra­gen der Frei­stel­lung be­nach­tei­ligt wer­den.

Kär­cher be­schäf­tigt im Be­trieb in Win­nen­den et­was mehr als 2000 sei­ner welt­weit mehr als 11 000 Mit­ar­bei­ter. Der Ge­setz­ge­ber sieht für Be­trie­be die­ser Grö­ße fünf Frei­stel­lun­gen vor. Bei Kär­cher hat­te der Vor­gän­ger-Be­triebs­rat in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung kurz nach sei­ner ge­richt­lich an­ge­ord­ne­ten Auf­lö­sung im Jahr 2014 die Zahl der Frei­stel­lun­gen auf ei­ne ab­ge­senkt.

Nur der wie­der ge­wähl­te Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Hans-Jörg Zieg­ler, der zu­vor auch die Be­triebs­ver­ein­ba­rung mit ab­ge­schlos­sen hat­te, soll­te für die Be­triebs­rats­ar­beit dau­er­haft frei­ge­stellt wer­den. Die üb­ri­gen Mit­glie­der soll­ten je nach Be­darf von ih­rer Ar­beit frei­ge­stellt wer­den.

Der Rich­ter be­an­stan­de­te nun, die­se Be­triebs­ver­ein­ba­rung sei ge­set­zes­wid­rig. Sie sei „oh­ne gro­ße Schon­frist“und „kurz vor Tores­schluss“ge­schlos­sen wor­den, oh­ne dass der al­te Be­triebs­rat ein Ei­gen­in­ter­es­se dar­an hät­te ha­ben kön­nen. We­der ein Spre­cher des Un­ter­neh­mens, das an dem Ver­fah­ren mit ei­nem Ver­tre­ter der Per­so­nal­ab­tei­lung be­tei­ligt war, noch der Be­triebs­rats­chef Zieg­ler woll­ten sich nach dem Ur­teil da­zu äu­ßern. Ei­ne Rechts­be­schwer­de ist nicht zu­ge­las­sen, da­her ha­ben sie nur noch die Mög­lich­keit ei­ner Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de.

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