Ei­ge­nes von Ni­gel Ken­ne­dy

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KULTUR -

Gei­gen­punk, Klas­sik­re­bell: Der bri­ti­sche Gei­ger Ni­gel Ken­ne­dy ist ein Mu­si­ker, dem schon vie­le Eti­ket­ten an­ge­hef­tet wur­den. Seit den 1980erJah­ren ge­hört er mit sei­nen ei­gen­wil­li­gen Klas­sik-In­ter­pre­ta­tio­nen und sei­nem pun­ki­gen Er­schei­nungs­bild zu den Aus­nah­me­er­schei­nun­gen im Mu­sik­busi­ness. Sei­ne Ein­spie­lung von Vi­val­dis „Vier Jah­res­zei­ten“gilt als meist­ver­kauf­tes Klas­si­kal­bum al­ler Zei­ten. Mit „My World“legt der 59-Jäh­ri­ge nun sein ers­tes Al­bum mit ei­ge­nen Kom­po­si­tio­nen vor. Und auch hier ver­schwim­men die Stil­g­ren­zen. Gleich im Ope­ner „Dla Jar­ka“, das dem pol­ni­schen Jazz­gi­tar­ris­ten Ja­rosław Smieta­na ge­wid­met ist, ver­wan­deln sich die zart­schmel­zen­den Gei­gen­klän­ge nach vier Mi­nu­ten in ver­zerr­te Sound­fet­zen. Gei­ge und Gi­tar­re ver­schwim­men, man kann nicht mehr aus­ein­an­der­hal­ten, was was ist. In an­de­ren Kom­po­si­tio­nen ver­beugt sich Ken­ne­dy vor sei­nen Ido­len und Lehr­meis­tern, so et­wa Isaac Stern („Fal­len Fo­rest“) und Ye­hu­di Men­u­hin („So­li­tu­de“). Die Be­gleit­band un­ter­stützt den gran­dio­sen Gei­ger. Oft kip­pen die Stü­cke auch ins Jaz­zi­ge. Ein Al­bum, das Zeit braucht und sich nicht als Hin­ter­grund­mu­sik eig­net. Wer sich da­mit be­schäf­tigt, taucht in un­ge­wohn­te Klang­wel­ten ein. (dre)

Weih­nachts­ge­schenk­tipp

Ni­gel Ken­ne­dy, „My World“, Neue Meis­ter (Edel). ASIN: B01M6BE5TC

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